„Schnellballsystem“ - Offizin-Gläubigerversammlung am 22.02.2018 mit erschreckenden Fakten!

Endlich Offizin-Gläubigerversammlung! Insolvenzverwalter Joachim Voigt-Salus spricht in seinem Bericht zur Gläubigerversammlung Klartext und bringt etwas Licht in die dubiosen Geschäfte der Offizin-Macher. „Es besteht der Verdacht, dass es sich bei dem Geschäftsmodell der Schuldnerin um ein klassisches „Schnellballsystem“ handelte.“ Und nun? Das müssen Offizin-Anleger jetzt wissen!

Offizin-Insolvenzverfahren: Insolvenzeröffnung am 03.01.2018!

Am 03.01.2018 wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Offizin Immobilienverwaltung Aktiengesellschaft eröffnet und Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus zum Insolvenzverwalter bestellt. Das Insolvenzverfahren wird am Amtsgericht Berlin-Charlottenburg unter dem Aktenzeichen 36o IN 5434/17 geführt.

Offizin-Insolvenzverfahren: Offizin-Gläubigerversammlung mit Berichtstermin am 22.02.2018!

Pünktlich um 09:40 Uhr hatten sich Rechtspflegerin, Insolvenzverwalter und Gläubigervertreter im Saal 218 des Amtsgerichts Charlottenburg eingefunden. In diesem sog. Berichtstermin sollte ein umfangreiches Programm abgearbeitet werden. So u.a. über die Einsetzung eines Gläubigerausschusses sowie über die in den §§ 66, 100 f., 149, 157, 160, 162, 163, 233 und 271 Insolvenzordnung (InsO) bezeichneten Angelegenheiten. Ebenso legt der Insolvenzverwalter einen Bericht gemäß § 156 InsO vor, in dem über die wirtschaftliche Lage des Schuldners und ihre Ursachen berichtet wird. Er hat darzulegen, ob Aussichten bestehen, das Unternehmen zu erhalten und welche Auswirkungen bei diesen Maßnahmen jeweils für die Befriedigung der Gläubiger eintreten würden.

Offizin-Insolvenzverfahren: Warum wird der Insolvenzverwalter bei der Aufklärung behindert?

Und wie sieht es bei der Offizin Immobilienverwaltung AG aus? Hier wundert man sich mit welchen Hindernissen der Insolvenzverwalter allein bei der Informationsbeschaffung zu kämpfen hat. So erfährt man, dass die Offizin-Macher keine verwertbaren Auskünfte erteilten. Ebenso ist die Buchhaltung äußerst lückenhaft und der letzte Jahresabschluss wurde für das Geschäftsjahr 2013 erstellt. Allerdings haben die Offizin-Macher erst im Jahr 2014 mit ihren dubiosen Geschäften begonnen. Auch das zuständige Finanzamt war nicht bereit Auskünfte zu erteilen. Hätte hier eine rechtzeitige Betriebsprüfung vielleicht Schlimmeres verhindert? Erschreckend ist die Erkenntnis, dass sich die Schuldnerin lediglich über das Einwerben von Darlehen finanziert hat.

Offizin-Insolvenzverfahren: Erstrangige Grundschulden wohl wertlos!

Als ebenso fragwürdig stellen sich die angeblichen erstrangigen Grundschulden heraus. Es zeigt sich nun, dass es nur klägliche Immobilienbestände gibt, die hoch belastet sind und in der Provinz liegen. Geworben wurde allerdings mit grundbuchbesicherten Darlehen. Erstaunlich ist auch hier, dass der beurkundende Notar keine umfassende Akteneinsicht gewährte, sondern nur einzelne Unterlagen herausgab. Aber vielleicht hat sich der Insolvenzverwalter dabei auch an ein anderes Insolvenzverfahren erinnert. Auch schon bei der Baxter Sachwert GmbH & Co. KG wurde damit geworben, dass eine entsprechende erstrangige Grundschuld bestellt wird. Und zufälligerweise war auch hier der gleiche Notar beteiligt. Das ist sicher nur ein Zufall, oder? Vielleicht findet der Insolvenzverwalter ja die notwendigen Unterlagen in den Ermittlungsunterlagen der Staatsanwaltschaft. Aber dazu später mehr!

Offizin-Insolvenzverfahren: Vorläufige Insolvenzquote nahe am Totalverlust!

Gut 3,3 Millionen Euro wurden 2015 bei diversen Offizin-Anlegern eingeworben. Und was steht dem an Vermögenswerten gegenüber? Leider nur sehr wenig, so dass der Insolvenzverwalter auf eine vorläufige Insolvenzquote von 3,6 % kommt. Mithin müssen die Offizin-Anleger mit einem Totalverlust rechnen, wenn es dem Insolvenzverwalter nicht gelingt, Organträger haftbar zu machen oder Teile des eingeworbenen Geldes noch sicherstellen kann. Was kann man also noch tun?

Offizin-Insolvenzverfahren: Offizin-Macher im Visier der Staatsanwaltschaft!

Die Staatsanwaltschaft leitet das Ermittlungsverfahren, erhebt die Anklage bei Strafgericht und vertritt die Anklage im Strafverfahren. Bei der Berliner Staatsanwaltschaft gibt es sechs für Wirtschaftsstrafsachen zuständige Abteilungen (Abteilung 241 bis 246). Im konkreten Fall hat die Abteilung 241 das Ermittlungsverfahren übernommen. Dorthin sollten Sie sich wenden, wenn Sie eine Anzeige erstatten wollen oder weitere Informationen für den Fortgang des Ermittlungsverfahrens haben. Geben Sie einfach das Aktenzeichen bzw. Geschäftszeichen 241 Js 327/17 an. Sie können die Unterlagen per Post oder per E-Mail (poststelle@sta.berlin.de) übersenden. Sie wollen noch mehr wissen?

Offizin-Insolvenzverfahren: Schäden in Millionenhöhe? Wer haftet dafür?

Für die Offizin-Anleger ist die alles entscheidende Frage, wer auf Schadenersatz in Anspruch genommen werden kann. Schon jetzt wird mit Schäden in Millionenhöhe kalkuliert. Erfolgsversprechend kann die Möglichkeit sein, Forderungen gegen Verantwortungsträger der Offizin-Unternehmensgruppe zu prüfen. Ebenso könnten Ansprüche gegen die eingesetzten Vertriebsfirmen bestehen. Der Anlageberater muss seine Kunden anleger- und anlagegerecht beraten. Ob dies bei dem Geschäftsmodell der Offizin-Unternehmensgruppe der Fall war, wird im Einzelfall zu prüfen sein. Sollte den Kunden hier eine falsche Sicherheit vorgegaukelt worden sein, sind die Vertriebe in der Haftung.

Die Offizin-Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen!

 

PS: Um Rechtssicherheit zu erhalten, bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist, in Erfüllung unserer satzungsgemäßen Aufgaben, kostenlos. Sie erfahren, ob Sie Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus. Sie erhalten damit eine Entscheidungsgrundlage!