V+ Fonds – Gesellschafterversammlungen am 03.06.2016

Wo sind die Millionen? – V+ Fonds-Gesellschafterversammlungen mit erschreckenden Neuigkeiten! – Was V+ Fonds Anleger jetzt tun können!

Bei trübem Wetter hatten sich viele V+ Anleger der V+ Fondsgesellschaften V + GmbH & Co. Fonds 1 KG, V+GmbH & Co. Fonds 2 KG, V+ GmbH & Co. Fonds 3 KG am 03.06.2016 im Ramada Hotel auf dem Münchener Messegelände eingefunden, um endlich Antworten auf ihre drängenden Fragen zu erhalten: „Was ist nur los bei den V+ Fonds? Was ist mit meinem Geld passiert? Wie geht es weiter?“

Schon den Einladungen zu den V+ Gesellschafterversammlungen konnten die V+ Anleger entnehmen, dass sich die V+ Fonds in einem beklagenswerten Zustand befinden. Von Millionenverlusten im Beteiligungsportfolio, Insolvenzen bei Beteiligungsgesellschaften und einem staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren wird berichtet. Wie konnte es dazu kommen? Wird jetzt Klartext gesprochen?

Schaute man sich das Podium an, fühlte man sich kurz an die Gesellschafterversammlung von Canada Gold Trust erinnert. Auch hier sind wieder Herr Klaile von der Xolaris, Dr. Herbst und Frau Dr. Bauermeister von einer externen Anwaltskanzlei vor Ort. Allerdings auch Hans-Jürgen Brunner von den V+ Fonds, der es jetzt richten soll. Wo sind die anderen Verantwortlichen der V+ Fonds? Hier wird berichtet, dass man sie eingeladen hätte, sie es aber vorgezogen hätten, nicht zu erscheinen bzw. aus Krankheitsgründen daran gehindert wären. So konnte man nur reservierte, aber verwaiste Stühle in der ersten Reihe besichtigen. So weit, so schlecht!

Durch Dr. Herbst wurde die Versammlungsleitung übernommen und auf einige Formalien verwiesen. Die Beschlussfähigkeit wurde festgestellt und der abweichende Versammlungsort beschlossen. Alsbald übernahm Herr Klaile von der Xolaris das Mikrofon und erstattete seinen deprimierenden Bericht.

Zuerst stellte Herr Klaile die Xolaris kurz vor und skizierte die Leistungen der Xolaris als Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG). Dies sind u.a. die Portfolioverwaltung und Administration. Hierbei soll über die Auswahl der Beteiligungen entschieden und bestehende Beteiligungen betreut werden. Auch das Liquiditätsmanagement und eine regelmäßige Bewertung der Assets sollen vorgenommen werden. Ebenso eine große Rolle spielt das Risikomanagement, das wohl in der Vergangenheit sträflich vernachlässigt wurde.

Im Weiteren wurde über neue gesetzliche Vorgaben aufgrund des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) berichtet.

Dazu ein kurzer Exkurs. Beim Kapitalanlagegesetzbuch handelt es sich um die Umsetzung europäischen Rechts zur Verbesserung des Anlegerschutzes. Damit soll der sog. Graue Kapitalmarkt reguliert werden. Hierbei werden Investmentvermögen prinzipiell vom KAGB erfasst. Damit unterfallen die Verwaltung und der Vertrieb von Anteilen bestimmten Erlaubnis- oder Registrierungspflichten. Der Verwalter dieser Investmentvermögen wird Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) genannt. Für das Investmentvermögen gibt es jetzt gesetzliche Vorgaben bei der Bewertung, damit die Anleger jederzeit ein realistisches Bild der Werthaltigkeit ihrer Kapitalanlage haben. Die Umsetzung der Vorgaben des Kapitalanlegergesetzbuches wird durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kontrolliert.

Die Xolaris als Kapitalverwaltungsgesellschaft ersetzt den noch in den Prospekten verankerten Anlageausschuss. Ebenso wird eine Verwahrstelle beschäftigt. So sollen externe Bewertungsgutachten, insbesondere Erwerbsgutachten eingeholt werden. Einmal im Jahr sollen die Vermögenswerte nach den gesetzlichen Vorgaben des KAGB bewertet werden.

Und wie sah die Realität aus? Auch darüber berichtete Herr Klaile anschaulich. So wäre bei Übernahme durch die Xolaris keine Vermögensaufstellung vorhanden gewesen. Es fand keinerlei Risikobetrachtung statt und eine Übersicht über den jeweiligen Beteiligungsstatus existierte auch nicht. Die aufsichtsrechtlich notwendige Jahresbewertung fand nicht statt. Der neuen KVG lag keinerlei Dokumentation vor. Gleichwohl gab es absurderweise Doppelmandatierungen in Bezug auf die Buchhaltung, die Anlegerverwaltung und die Wirtschaftsprüfung. Die Kommunikation mit den Zielunternehmen soll vielfach nur über Anwälte erfolgt sein und notwendige Finanzierungsvorhaben wurden torpediert. Es gab keine Informationen über das Risiko- und Liquiditätsmanagement und diverse offenstehende interne und externe Prozesse.

So hatten sich berechtigterweise auch V+ Anleger bei der BaFin beschwert und um eine Überprüfung gebeten. Auch hier musste die KVG Stellung nehmen.

Was hat die Xolaris nun nach Ablösung der früheren Kapitalverwaltungsgesellschaft, der mittlerweile insolventen Metapriori GmbH, getan? Die Xolaris hat im September 2015 die Funktion als externe KVG übernommen und einen Vermögenstatus erstellt. Dabei hat sie auch eine Portfoliobereinigung vorgenommen. Die Geschäftstätigkeit wurde sichergestellt. Man bemüht sich um eine gute Zusammenarbeit mit den Beteiligungsgesellschaften, der Verwahrstelle und der Fondsverwaltung.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen, Dokumente wurde beschlagnahmt. Akteneinsichtsanträge, wurden nachvollziehbarerweise, vorerst abgelehnt.

Weiterhin wurde eine Portfolioübersicht gegeben. Dabei wurde klar, dass Millionenbeträge eingeworben wurden, deren Wert, folgt man den Ausführungen von Herrn Klaile, sich erheblich dezimiert hat.

Exemplarisch wurde über zwei Beteiligungen ausführlicher berichtet. Einerseits über die insolvente Amwac AG in der schweizerischen Steueroase Zug und anderseits über die Inhaberschuldverschreibungen der M1 Factoring GmbH. Mitte Februar 2016 wurde der Kontakt mit der Amwac AG hergestellt, allerdings erfolgte schon Ende Februar 2016 die Insolvenzanmeldung. Bezeichnenderweise sind die V+ Fonds, gemeinschaftlich der zweitgrößte Aktionär der Pleitefirma Amvac AG. Allerdings ist eine Zuordnung der Aktienkäufe zum Teil nicht möglich. Früher wurde ein möglicher Börsengang in Aussicht gestellt, der sich allerdings als substanzlose Illusion erwies. Vielmehr wird auch in der Schweiz ein Ermittlungsverfahren gegen Vorstands- und Verwaltungsratsmitglieder geführt und eine der Verantwortlichen soll sich in Zürich in Untersuchungshaft befinden. Etwaige Schadensersatzansprüche werden geprüft.

Auch die nächste Beteiligung gibt Anlass zur Sorge. So wurden Inhaberschuldverschreibungen der M1 Factoring GmbH in Millionenhöhe gezeichnet. M1 Factoring GmbH? Auch hier taucht der schon bekannte Markus Fischer als Geschäftsführer im Impressum der Website auf. Hier hätte man gern etwas mehr über die Hintergründe des Investments erfahren. Auf der Website findet man ein Bild mit Sportwagen und den sinnreichen Spruch von dem griechischen Reeder Aristoteles Onassis: "Dem Geld darf man nicht nachlaufen, man muß ihm entgegenkommen." Herr Klaile musste allerdings berichten, dass die Laufzeit der Inhaberschuldverschreibungen mehrfach verlängert wurde, allerdings zum 31.12.2015 ausgelaufen wäre. Allerdings wären die ca. 6,5 Millionen Euro noch nicht zurückgezahlt worden, aber man befände sich in Verhandlungen mit der Geschäftsführung. Zur Not müsste eine Zahlungsklage erhoben werden. Schon eine absurde Vorstellung. Ein Geschäftsführer, viele Funktionen! Einerseits wird mit der Anlegerverwaltung Geld verdient, andererseits ist man Geschäftsführer einer Gesellschaft, deren Inhaberschuldverschreibungen von den V+ Fonds gezeichnet wurden. Wie hieß es noch: Man darf dem Geld nicht nachlaufen, man muss ihm entgegenkommen. Das klingt in diesem Kontext ganz schön zynisch! Wo bleibt die Aufklärung?

Abschließend gab Herr Klaile noch einen Ausblick auf zukünftige Investitionsvorhaben. So soll zukünftig ein Mindestinvestitionsvolumen von 250.000 bis 300.000 Euro angestrebt werden. Pharma- und Biotechunternehmen in der Frühphase sollen gemieden werden und eine gründliche Prüfung der potentiellen Beteiligungsunternehmen soll erfolgen. Ob allerdings die V+ Anleger weiter ihr Geld in ungewisse Zukunftsaussichten investieren wollen, ist sicher überaus fraglich.

Bei der folgenden Aussprache wurden diverse Fragen behandelt und oftmals Unverständnis über die entstandene Lage geäußert. Bezeichnenderweise waren auch diverse V+ Anleger anwesend, die gleichzeitig auch als Vermittler tätig waren und sich nun berechtigte Sorgen machen, dass sie von ihren Kunden in die Haftung genommen werden könnten.

Die jeweils folgenden Beschlussfassungen waren eindeutig. Logische Folge der vorhergehenden Ausführungen war, dass die Genehmigung der Jahresabschlüsse abgelehnt wurde und der Komplementärin, der geschäftsführenden Kommanditistin und der Treuhandgesellschaft die Entlastung nicht erteilt wurde. Dies muss schon eine niederschmetternde Erfahrung für V+ Anleger sein! Mithin besteht weiter die Möglichkeit, auch hier noch Haftungsansprüche geltend zu machen. Ob dies geschieht wird sich zeigen!

Wie geht es jetzt weiter? Durch Herrn Klaile von der Kapitalverwaltungsgesellschaft Xolaris wurde versprochen, dass der Jahresabschluss 2015 fristgemäß bis zum 30.06.2016 erstellt und auch den V+ Anlegern zur Information übersandt wird. Im September 2016 soll dann eine weitere Gesellschafterversammlung für die V+ Fonds stattfinden. Wird es dann weitere Hiobsbotschaften geben?

Wissen die Anleger jetzt woran sie sind? Haben sie eine ungeschminkt ehrliche Bilanz erhalten? Wohl eher nicht! Bisher haben die V+ Anleger nur die Information erhalten, dass ein Großteil ihres Geldes wohl verloren ist bzw. dass es andere haben. Ist die Liquidation der V+ Fondsgesellschaften die Lösung?

Viele Fragen sind offengeblieben! Dies gilt insbesondere für das komplexe V+ Firmen- und Beteiligungsgeflecht. Gab es Interessenkonflikte? Welche Rolle spielt die Fit Fondsinitiator und Treuhand GmbH mit Geschäftsführer Markus Fischer? Ist es ein Zufall, dass sich einige der V+ Fonds an MIG-Fonds beteiligt haben? Wie kamen Schuldverschreibungen der M1 Factoring GmbH, mit Ex-Prokurist Markus Fischer, ins Portfolio der V+ Fonds? Welche Rolle spielen die Beteiligungsgesellschaften? Wer sind genau die Anteilseigner bzw. Manager? Zu welchen Konditionen fanden die Transaktionen statt? Wie konnte es zu den desolaten Millionenverlusten kommen? Fragen über Fragen, aber zu wenig Antworten!

Was können die V+ Anleger jetzt tun? Viele V+ Anleger werden sich auch nach den Gesellschafterversammlungen immer wieder die Frage gestellt haben: „Kann ich meine V+ Beteiligung kündigen? Muss ich meine Raten weiter zahlen? Wie wird das alles enden?“


Sollten Anleger unzureichend bzw. fehlerhaft beraten oder sogar arglistig getäuscht worden sein, so besteht gegenüber den Initiatoren bzw. Anlageberatern ein Schadensersatzanspruch.
 
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