S&K-Fonds – Urteile im S&K-Prozess

8 ½ Jahre Haft! Zahltag für die S&K-Bosse im Strafprozess! – Leider noch kein Geld für S&K-Anleger, sondern Ausschüttungsrückforderungen des Insolvenzverwalters!

8 ½ Jahre Haft bekamen die beiden S&K-Bosse Stephan S. und Jonas K. von der Strafkammer des Landgerichts Frankfurt nach 110 Verhandlungstagen. Und dabei war ein Ende eines der größten Wirtschaftsstrafverfahren zuerst gar nicht abzusehen. Mehr als 3.000 Seiten umfasste die Anklageschrift, die an 26 Verhandlungstagen verlesen wurde.

Eines der größten Betrugsverfahren sollte in diesem Prozess aufgearbeitet werden. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft sollen die Hauptangeklagten mit Immobilienfirmen ein Schnellballsystem installiert haben. Dabei wurden von rund 11.000 Anleger ca. 240 Millionen Euro investiert.

Der ursprüngliche Tatvorwurf lautete schwerer bandenmäßiger Betrug und Untreue. Allerdings wurde aus Gründen der Verfahrensökonomie das Strafverfahren, im Rahmen einer sogenannten Verständigung, auch Deal genannt, abgekürzt. Die beiden Hauptangeklagten haben Geständnisse abgelegt und im Gegenzug hat die Staatsanwaltschaft die Tatvorwürfe auf Untreue beschränkt.

Eine weitere Aufarbeitung der Betrugsvorwürfe hätte noch Jahre dauern können und die Beweisaufnahme wäre mit ungewissen Ausgang weitergeführt worden.

So nun also die Verurteilung zu 8 ½ Jahren Haft für die Hauptangeklagten und 6 und 4 ½ Jahre für zwei Mitangeklagte. Bereits seit Februar 2013 und damit rund 4 Jahren saßen die Hauptangeklagten in Untersuchungshaft, wurden aber nach der Urteilsverkündung zunächst aus der Untersuchungshaft entlassen. Später müssen sie dann noch ihre Reststrafe antreten. Theoretisch kann die Strafhaft bereits nach der Hälfte oder nach zwei Dritteln der Haft zu Bewährung ausgesetzt werden. Wie lang dies sein wird, entscheidet die Strafvollstreckungskammer.

Und was haben die S&K-Anleger nun davon? Möglicherweise besteht nach Abschluss des Strafverfahrens die Option, die S&K-Macher mit den Erkenntnissen des Wirtschaftsstrafverfahrens noch zivilrechtlich in Anspruch zu nehmen.

Zuerst einmal sind allerdings in Folge des Zusammenbruches des S&K-Firmenkonstrukts, diverse S&K-Fonds in die Insolvenz geraten. Hier haben Insolvenzverwalter das Kommando übernommen.

Und jetzt werden S&K-Anleger auf die Rückzahlung von Ausschüttungen verklagt!

So bei der Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2 GmbH & Co. KG. Hier läuft seit 2013 das Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Hamburg unter dem Aktenzeichen 67g IN 149/13. Als Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Achim Ahrendt bestellt. Dies gilt auch für den Fonds S & K Real Estate Value Added Fondsgesellschaft mbH & Co. KG. Auch hier läuft das Insolvenzverfahren am Amtsgericht Hamburg unter dem Aktenzeichen 67g IN 141/13 unter der Ägide von Rechtsanwalt Dr. Achim Ahrendt.

Rund 3700 S&K-Anleger hatten ca. 62 Millionen Euro in die Fonds investiert und sollen jetzt etwa 15 Millionen zurückzahlen.

Schlussendlich steht auch die Behauptung im Raum, bei den Ausschüttungen habe es sich nicht um Gewinne gehandelt, sondern um Einzahlungen weiterer S&K-Anleger, die im Rahmen eines vermeintlichen „Schneeballsystems“ an andere S&K-Anleger ausgezahlt wurden. Die Auszahlung solcher Scheingewinne unterliegt nach Auffassung des Insolvenzverwalters der Anfechtung und könnte rückgängig gemacht werden.

Wie man sieht, gibt es in dieser Causa noch viele Fragezeichen. Gleichwohl hat der Insolvenzverwalter diverse Klagen auf Rückzahlung gegen die S&K-Anleger eingereicht.

Ob die Zusammenfassung diverser Fälle zu Musterklagen für S&K-Anleger zielführend ist, kann bezweifelt werden, da immer der Einzelfall betrachtet werden muss.

Zudem hat der Insolvenzverwalter auch unter dem Gesichtspunkt von Härtefällen Vergleiche geschlossen. Auch hier zeigt sich, dass die Betrachtung des Einzelfalls dringend geboten ist.

Nicht trösten wird S&K-Anleger auch die Aussicht, die zurückgezahlten Ausschüttungen als Insolvenzforderung anzumelden. Hier ist die Quotenaussicht noch vollkommen unkalkulierbar.

Mithin sind die S&K-Anleger mit einer Vielzahl von Fragen konfrontiert: Was können S&K-Anleger jetzt tun, um sich erfolgreich gegen die Rückforderung der Ausschüttungen zu verteidigen? Wie arbeitet der Insolvenzverwalter? Muss ich meine Forderungen bei ihm anmelden? Wer kommt als Haftungsadressat noch in Frage? Kann ich die S&K-Macher jetzt mit Erkenntnissen des Strafverfahrens zivilrechtlich in Haftung nehmen? Haften die Initiatoren mit ihrem Privatvermögen? Sind Vermögenswerte von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden, auf die geschädigte S&K-Anleger später zurückgreifen können? Müssen die Vermittler Schadensersatz leisten?

Fragen über Fragen! S&K-Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen!

 

PS: Um Rechtssicherheit zu erhalten, bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist, in Erfüllung unserer satzungsgemäßen Aufgaben, kostenlos. Sie erfahren, ob Sie Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus. Sie erhalten damit eine Entscheidungsgrundlage!