S&K-Fonds – Rückforderung von Ausschüttungen

Wo gibt´s denn sowas? Erst abgezockt und jetzt Ausschüttungen zurück? – Was S&K-Anleger tun können!

Viele S&K-Anleger verstehen die Welt nicht mehr! Während die S&K-Bosse vor Gericht stehen und über den Fortgang des Strafverfahrens verhandeln, fordert der Insolvenzverwalter von abgezockten S&K-Anlegern Ausschüttungen zurück. Was ist da los? Ist das gerecht?

Erinnern wir uns aber erst einmal kurz zurück: Die Frankfurter S&K-Immobiliengruppe hat schon in der Vergangenheit bei ihren Anlegern für schlechte Stimmung gesorgt. Über 11.000 Anleger sollen mindestens 240 Millionen Euro in das S&K-Firmenkonstrukt investiert haben.

2013 war das Spiel aus, als bei einer Großrazzia, dem Spuk ein Ende bereitet wurde. Luxusgüter, Edelkarossen und andere Spielzeuge der S&K-Bosse wurden beschlagnahmt. Konten wurden von den Strafverfolgungsbehörden eingefroren und zu guter Letzt wanderten einige der S&K-Macher in Untersuchungshaft.

Nach Auswertung der umfangreichen Firmenunterlagen wurde gegen die Führungsriege der S&K am Frankfurter Landgericht ein Strafverfahren eröffnet. Mittlerweile sind über 100 Verhandlungstage vorbei und der Prozess wird wohl als eines der aufwendigsten Wirtschaftsstrafverfahren in die Geschichte eingehen.

Das erste Urteil ist schon gefallen und der Angeklagte hat eine mehrjährige Haftstrafe kassiert. Die anderen Angeklagten stehen noch vor Gericht, aber verhandeln mittlerweile über ihre Verteidiger über eine Abkürzung des Verfahrens. Ende offen …

Und was haben die S&K-Anleger davon? Möglicherweise besteht nach Abschluss des Strafverfahrens die Option, die S&K-Macher mit den Erkenntnissen des Wirtschaftsstrafverfahrens noch zivilrechtlich in Anspruch zu nehmen.

Zuerst einmal sind allerdings in Folge des Zusammenbruches des S&K-Firmenkonstrukts, diverse S&K-Fonds in die Insolvenz geraten. Hier haben Insolvenzverwalter das Kommando übernommen.

Und jetzt werden S&K-Anleger auf die Rückzahlung von Ausschüttungen verklagt!

So bei der Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2 GmbH & Co. KG. Hier läuft seit 2013 das Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Hamburg unter dem Aktenzeichen 67g IN 149/13. Als Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Achim Ahrendt bestellt. Dies gilt auch für den Fonds S & K Real Estate Value Added Fondsgesellschaft mbH & Co. KG. Auch hier läuft das Insolvenzverfahren am Amtsgericht Hamburg unter dem Aktenzeichen 67g IN 141/13 unter der Ägide von Rechtsanwalt Dr. Achim Ahrendt.

Rund 3700 S&K-Anleger hatten ca. 62 Millionen Euro in die Fonds investiert und sollen jetzt etwa 15 Millionen zurückzahlen.

Gut nachvollziehbar, dass die S&K-Anleger nicht ohne weiteres bereit sind, die Ausschüttungen zurückzuzahlen. Denn die Begründung des Rückzahlungsanspruches des Insolvenzverwalters bedarf einer genauen Prüfung.

S&K-Anleger seien bei den Ausschüttungen unterschiedlich behandelt worden. Dies würde gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung verstoßen, dem sich jeder Gläubiger unterwerfen müsse. Ebenso schwer nachvollziehbar ist die Annahme, die S&K-Anleger seien nicht Gesellschafter geworden, da eine Treuhandgesellschaft nicht ins Handelsregister eingetragen worden sei.

Schlussendlich steht auch die Behauptung im Raum, bei den Ausschüttungen habe es sich nicht um Gewinne gehandelt, sondern um Einzahlungen weiterer S&K-Anleger, die im Rahmen eines vermeintlichen „Schneeballsystems“ an andere S&K-Anleger ausgezahlt wurden. Die Auszahlung solcher Scheingewinne unterliegt nach Auffassung des Insolvenzverwalters der Anfechtung und könnte rückgängig gemacht werden.

Wie man sieht, gibt es in dieser Causa noch viele Fragezeichen. Gleichwohl hat der Insolvenzverwalter diverse Klagen auf Rückzahlung gegen die S&K-Anleger eingereicht.

Ob die Zusammenfassung diverser Fälle zu Musterklagen für S&K-Anleger zielführend ist, kann bezweifelt werden, da immer der Einzelfall betrachtet werden muss.

Zudem hat der Insolvenzverwalter auch unter dem Gesichtspunkt von Härtefällen Vergleiche geschlossen. Auch hier zeigt sich, dass die Betrachtung des Einzelfalls dringend geboten ist.

Nicht trösten wird S&K-Anleger auch die Aussicht, die zurückgezahlten Ausschüttungen als Insolvenzforderung anzumelden. Hier ist die Quotenaussicht noch vollkommen unkalkulierbar.

Mithin sind die S&K-Anleger mit einer Vielzahl von Fragen konfrontiert: Was können S&K-Anleger jetzt tun, um sich erfolgreich gegen die Rückforderung der Ausschüttungen zu verteidigen? Wie arbeitet der Insolvenzverwalter? Muss ich meine Forderungen bei ihm anmelden? Wer kommt als Haftungsadressat noch in Frage? Wie geht das Wirtschaftsstrafverfahren weiter? Sind Vermögenswerte von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden, auf die geschädigte S&K-Anleger später zurückgreifen können? Sind die Angeklagten noch in Untersuchungshaft? Haften die Initiatoren mit ihrem Privatvermögen? Müssen die Vermittler Schadensersatz leisten? Fragen über Fragen? S&K-Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen!

 

PS: Um Rechtssicherheit zu erhalten, bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist, in Erfüllung unserer satzungsgemäßen Aufgaben, kostenlos. Sie erfahren, ob Sie Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus. Sie erhalten damit eine Entscheidungsgrundlage!