Prokon: Entscheidung über den Insolvenzplan

Stand: 14.07.2014

Die Gläubigerversammlung der Prokon findet am 22.07.2014 in Hamburg statt. Mit der Wahl des Insolvenzverwalters Dr. Penzlin wird die Vorentscheidung für den Insolvenzplan gefällt.

Welche Konzepte zur Sanierung der Prokon gibt es? Welches dieser Konzepte ist das Beste?


Verwirrung herrscht über den zukünftigen Insolvenzplan der Prokon. Alles sei schon entschieden, vermitteln Pressemitteilungen der letzten Tage.Die SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, die Freunde der Prokon und die DSW Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hätten als wichtige Gläubigergruppen mit dem Insolvenzverwalter Dr. Penzlin eine Einigung über die Fortsetzung des Unternehmens getroffen. Danach soll nur der Kernbereich Windenergie erhalten bleiben. Alle anderen Tätigkeitsfelder der Prokon sollen abgestoßen werden.

Was ist mit den anderen Anlegern? Wird über ihren Kopf hinweg entschieden?

Die Wahl des Insolvenzverwalters ist letztlich die Entscheidung über den Insolvenzplan. Entgegen den Aussagen des Insolvenzverwalters ist die Wahl des Insolvenzverwalters die Richtungsentscheidung für den Insolvenzplan. Zwar will der Insolvenzverwalter lediglich die Gläubigerversammlung um den Auftrag bitten, einen in den Grundzügen auf die Kernkompetenz Windenergie beschränkten Insolvenzplan zu erstellen. Über diesen soll dann erst im Frühjahr 2015 entschieden werden. Aber letztlich ist mit der  Wahl von Penzlin auch die Richtungsentscheidung für den Insolvenzplan getroffen.

Gibt es einen alternativen Insolvenzplan?

Für einen alternativen Insolvenzplan wirbt Prokon Gründer Carsten Rodbertus. Er will den weitgehenden Erhalt der Prokon als führendes Unternehmen im Bereich der regenerativen Energien durchsetzen. Im Unterschied zu dem Insolvenzplan von Penzlin sollen keine Unternehmensteile verkauft werden. Es fließt also kein Geld in die Kasse durch den Verkauf der Unternehmensteile. Deswegen kann auch nicht so schnell das Geld ausgezahlt werden, wie nach dem Insolvenzplan von Penzlin.

Penzlin prognostiziert eine Quote von 30 Prozent bis maximal 60 Prozent. Die Auszahlung soll relativ zügig erfolgen, was immer das bedeuten mag. Nach dem Insolvenzplan von Rodbertus soll die Quote 90 Prozent erreichen, aber eben später.

Beide Insolvenzpläne haben ihre Stärken und Schwächen.

Beide Insolvenzpläne sind plausibel. Beide sind allerdings auch Wetten auf die Zukunft. Wichtig ist allerdings, dass die Anleger überhaupt über diese beiden Konzepte abstimmen können. Das macht nur Sinn, bevor der Insolvenzverwalter gewählt ist.

Wird Penzlin als Insolvenzverwalter auch den alternativen Insolvenzplan umsetzen?

Es ist schwer vorstellbar, dass Penzlin das Konzept von Rodbertus umsetzen kann und will. Die Entscheidung über die Insolvenzverwalter ist also auch die Entscheidung über die zukünftige Position der Prokon auf dem regenerativen Energiemarkt.

Die SGK nimmt an der Gläubigerversammlung teil.


Die Schutzgemeinschaft (SGK! Nicht verwechseln mit SdK) wird für zahlreiche Anleger an der Gläubigerversammlung teilnehmen. Wir werden der Diskussion über die Zukunft der Prokon aufmerksam folgen. Wir werden dem Konzept zustimmen, das nach unserer Überzeugung den Anlegern den größten Vorteil bietet.

Erteilen Sie der SGK die Vollmacht

Die SGK wird Sie in der Gläubigerversammlung kostenlos vertreten. Erteilen Sie uns die Vollmacht.

P.S. Wir haben das Pro und Contra der Positionen noch einmal aufbereiten lassen. Einzelheiten finden Sie hier.