POC Oikos GmbH & Co. KG – Kanada-Projekt gescheitert!

Außerordentliche Gesellschafterversammlung beschließt Sonderprüfung! – Wer muss haften?

Die POC Oikos KG-Anleger mussten lange warten! Und dass nicht nur am Tag der außerordentlichen Gesellschafterversammlung, sondern grundsätzlich auf aktuelle Informationen der POC-Geschäftsführung! Wo sind die Millionen? Was ist los in Kanada? Was ist aus dem Holzverstromungskraftwerk in Alberta geworden? Wie geht es weiter?

Mit einer Verspätung von 1 ½ Stunden begann die außerordentliche Gesellschafterversammlung der POC Oikos GmbH & Co. KG. Vorab hatten schon die Anleger der POC Growth 4. GmbH & Co. KG Rechenschaft von der POC-Fondsgeschäftsführung gefordert und in kontroversen und teilweise emotionalen Redebeiträgen ihrem Unmut Luft gemacht.

Was würden die Anleger der POC Oikos GmbH & Co. KG nun zu hören bekommen? Auch hier wurde die Geschäftsführung zur Einberufung einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung gezwungen und die wichtigen Themen Beiratswahl und Sonderprüfung auf die Agenda gesetzt. Waren jetzt endlich detaillierte Informationen zu erwarten?

Leider wurde diese Hoffnung weitgehend enttäuscht, da insbesondere die Vorgänge in Kanada der weiteren Aufklärung bedürfen.

Im Bericht der Geschäftsführung hatte man eher den Eindruck dass hier Pleiten, Pech und Pannen präsentiert werden. So kam es beim Bau des geplanten Holzverstromungskraftwerks zu erheblichen Bauverzögerungen. Gleichwohl wurden Zahlungen nach Kanada geleistet. Hier stand immer wieder die Frage im Raum: Warum wurde das Projekt nicht rückabgewickelt? War es vertragskonform Anlegergelder nach Kanada zu überweisen?

So musste konstatiert werden, dass das Projekt noch immer nicht fertiggestellt ist und kein Strom produziert wird. Vielmehr wurde das Projekt jetzt weiterverkauft! Allerdings konnte zu den genauen Hintergründen, Vertragspartnern, Vertragskonditionen keine Auskunft erteilt werden. Hier gäbe es Verschwiegenheitsklauseln, über die noch verhandelt werden müsse. Transparenz sieht anders aus!

Ob und wann allerdings der Fondsgesellschaft ein Teil des Kaufpreises aus Kanada zufließen könnte, blieb vorerst unbeantwortet. Lautet am Ende das bittere Fazit: „Außer Spesen nichts gewesen?“

Der Bericht des Steuerberaters zu den Bilanzen 2013 und 2014 konnte die Stimmung auch nicht mehr verbessern. Auch hier wurden die Zahlen unter Vorbehalt präsentiert. Und auch hier mussten erhebliche Jahresfehlbeträge ausgewiesen werden!

Danach wurde der Bericht des Treuhänders erwartet. Nur leider glänzte die Treuhänderin durch Abwesenheit. Wo waren die Vertreter der HVT HanseVermögen Treuhand-, Service- und Verwaltungsgesellschaft mbH? Was ist los in Hamburg? Die Treugeber erwarten Antworten von ihrer Treuhänderin! Wird so der Treuhandvertrag erfüllt?

Die Berichte der Geschäftsführerin und auch des Steuerberaters wurden meist mit Unverständnis aufgenommen, da nicht nachvollziehbar war, weshalb die Geschäftsführung der Fondsgesellschaft nur so geringen Einblick in die Aktivitäten der kanadischen Tochtergesellschaft und der Projektgesellschaft Mustus haben soll. Auch möglichen Interessenkonflikten muss hier nach Auffassung einzelner Teilnehmer der Gesellschafterversammlung noch nachgegangen werden. Nach den meist kontrovers geführten Diskussionen wurde zu den Tagesordnungspunkten der außerordentlichen Gesellschafterversammlung abgestimmt.

Auch bei der POC Oikos GmbH & Co. KG wurde die Wahl eines Beirats und die Durchführung einer Sonderprüfung auf das Verlangen von Treugebern/Gesellschaftern, deren Kapitaleinlagen mindestens 15 % der gesamten Kapitaleinlage entsprechen, auf die Tagesordnung gesetzt.

Und hier waren sich die POC-Anleger glücklicherweise einig und stimmten mit großer Mehrheit für die Einsetzung eines Beirates. Top 5.1, 5.2 und 5.4 wurden jeweils mit großer Mehrheit angenommen und zwei Beiratsmitglieder gewählt.

Auch bei TOP 6 gab es eine Mehrheit für eine Sonderprüfung. Damit wird die bisherige Tätigkeit der Fondsgeschäftsführung einer Sonderprüfung unterzogen, die Verfügungen über das Kapital des Fonds sowie die Kommunikation mit der Beteiligungsgesellschaft und die Einflussnahme auf deren wirtschaftliche Geschicke betrifft. Ebenso wird untersucht, ob die Geschäftsführung relevante Informationen über Vermögenswerte der Beteiligungsgesellschaft zeitnah an die Anleger weitergegeben hat und stets im Interesse der Anleger gehandelt hat.

Obwohl bei der POC Oikos GmbH & Co. KG die kanadische Objektgesellschaft nicht von der COGI-Insolvenz betroffen ist, stellt sich die Frage, ob nicht auch hier die mittelfristige Liquidation der Fondsgesellschaft angezeigt wäre. Dies ist eine Frage der objektiven Bewertung! Das Fondsprojekt ist gescheitert! Was ist der weitere Geschäftszweck?

Die Weiterführung der POC-Fondsgesellschaft würde nur weitere Mittel verschlingen, ohne das mit nennenswerten Erträgen für die POC-Gesellschafter zu rechnen wäre.

Es bleibt abzuwarten, wie sich der Liquiditätsstatus der POC Oikos GmbH & Co. KG entwickelt.

Es wird sich zeigen, zu welchen Ergebnissen die Sonderprüfung kommt und wie das Verhalten der Fondsgeschäftsführung zu bewerten ist.

Ob der „Tatort Kanada“ noch ein Fall für die deutschen oder kanadischen Strafverfolgungsbehörden wird, wird sich zeigen und würde uns nicht wundern.

Die POC-Anleger sollten allerdings noch nicht resignieren! Sie könnten ihren Schaden möglicherweise mindern. Insbesondere sollten Schadenersatzansprüche gegen die Fondsinitiatoren geprüft werden. Ebenso sind Haftungsansprüche gegen Vertriebe und Anlageberater denkbar, wenn keine anleger- und anlagegerechte Beratung erfolgt ist.

 

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