POC Growth 4 – Bericht zur außerordentliche Gesellschafterversammlung am 17.06.2016!

Millionenverluste bei der POC Growth 4. GmbH & Co. KG! – Außerordentliche Gesellschafterversammlung beschließt Sonderprüfung! – Haftet die Geschäftsführung?

Wo sind die POC-Millionen? Was ist los in Kanada? Ist die POC Growth 4. GmbH & Co. KG auch in der Krise? Droht die Insolvenz? Die sind nur einige Fragen, die sich POC-Anleger immer wieder gestellt haben und die aufgrund der miserablen Informationspolitik der POC-Fondsgeschäftsführung nicht beantwortet wurden. Dies gab immer wieder Anlass zu ständiger Kritik und ist schon eine miese Erfahrung für POC-Anleger!

Die POC-Geschäftsführung wurde daraufhin zur Einberufung einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung gezwungen und die wichtigen Themen Beiratsbestellung und Sonderprüfung auf die Agenda gesetzt.

Am 17.06.2016 war es endlich so weit. Die POC-Anleger hatten sich an einem trüben Freitagmorgen im Scandic-Hotel in Berlin eingefunden und hofften auf detaillierte Informationen durch die POC-Geschäftsführung.

Leider wurde diese Hoffnung weitgehend enttäuscht, da insbesondere die Vorgänge in Kanada der weiteren Aufklärung bedürfen. Zumindest so viel scheint klar zu sein, dass mit Zahlungen aus Kanada an die POC-Fondsgesellschaft wohl in nächster Zeit eher nicht zu rechnen ist. Klar ist wohl auch, dass bereits bei relativ hohen Ölpreisen keine nachhaltigen Erträge erwirtschaftet wurden. Die Geschäftsführerin arbeitete bei ihrem Bericht mit veralteten Daten. So wurden noch Ölfelder als Eigentum der Objektgesellschaft ausgewiesen, die angeblich schon verkauft wurden. Allerdings konnte zu den genauen Hintergründen, Vertragspartnern, Vertragskonditionen keine Auskunft erteilt werden.

Die kanadische Objektgesellschaft ist seit Monaten führerlos, da im Rahmen des COGI-Insolvenzverfahrens der Geschäftsführer abberufen wurde. Über den aktuellen Status von Förderaktivitäten konnte überhaupt keine valide Auskunft erteilt werden. Auch bei der Geschäftsführung der POC Growth 4. GmbH & Co. KG hatte man den Eindruck, dass man über die Aktivitäten der kanadischen Objektgesellschaft nichts weiß und keine genaue Auskunft erteilen kann. Auch der kanadische Rechtsanwalt, der wieder eingeflogen wurde, hatte außer Durchhalteparolen nicht viel zu bieten.

Überhaupt musste man den Eindruck gewinnen, dass überhaupt erst die Einberufung der außerordentlichen Gesellschafterversammlung die POC-Fondsgeschäftsführung zum Handeln gezwungen hätte.

Der Steuerberater stellte die Bilanzen für 2013 und 2014 vor. Alle Zahlen wurden unter Vorbehalt präsentiert. Erschreckenderweise wurden Jahresfehlbeträge in Millionenhöhe ausgewiesen. Auch die Vorausschau auf 2015 konnte nur deprimieren.

Danach wurde der Bericht des Treuhänders erwartet. Nur leider glänzte die Treuhänderin durch Abwesenheit. Wo waren die Vertreter der HVT HanseVermögen Treuhand-, Service- und Verwaltungsgesellschaft mbH? Was ist los in Hamburg? Die Treugeber erwarten Antworten von ihrer Treuhänderin! Wird so der Treuhandvertrag erfüllt?

Die Berichte der Geschäftsführerin und auch des Steuerberaters wurden meist mit Unverständnis aufgenommen, da nicht nachvollziehbar war, weshalb die Geschäftsführung der Fondsgesellschaft nur so geringen Einblick in die Aktivitäten der kanadischen Tochtergesellschaft haben soll. So wurde das System als Blackbox bezeichnet und der Fondsgeschäftsführung wiederholt das Misstrauen ausgesprochen. Nach den meist kontrovers geführten Diskussionen wurde zu den Tagesordnungspunkten der außerordentlichen Gesellschafterversammlung abgestimmt.

Die Beschlussfassung über Maßnahmen zur Wiederherstellung einer geordneten Geschäftsführung der kanadischen Objektgesellschaft (TOP 5) wurde kontrovers diskutiert, da hier nicht transparent die Struktur der neuen Gesellschaften aufgezeigt wurde und erst auf Nachfragen die Rolle der Geschäftsführerin in diesem Konstrukt offengelegt wurde. Gleichwohl wurde TOP 5 beschlossen.

Auch bei TOP 6, der Wahl eines Beirats, kam es zu Kontroversen, da hier von den Rechtsvertretern der Geschäftsführung die Formulierung des Antrages in Frage gestellt wurde. Gleichwohl wurde von den Antragstellern versichert, dass dies auch schon bei anderen Fondsgesellschaften erfolgreich praktiziert wird.

Ebenso wurde noch ein weiterer, nicht in der Tagesordnung aufgeführter, Beirats-Beschluss zur Abstimmung gestellt. Schlussendlich herrschte unter einigen Teilnehmern eine gewisse Konfusion, so dass die wirksame Wahl eines Beirates sehr knapp verfehlt wurde. Danach herrschte eine gewisse Betroffenheit, da man die Chance zur Kontrolle der Geschäftsführung durch einen Beirat leichtfertig verspielt hatte. Aufgrund der fragwürdigen Umstände der Beiratswahl wird sicher mancher Teilnehmer über eine Beschlussanfechtung nachdenken.

Gleichwohl waren die folgenden Tagesordnungspunkte TOP 6.1, 6.2 und 6.4 im Nachhinein obsolet.

Dennoch gab es bei TOP 7 eine Mehrheit für eine Sonderprüfung. Damit wird die bisherige Tätigkeit der Fondsgeschäftsführung einer Sonderprüfung unterzogen, die Verfügungen über das Kapital des Fonds sowie die Kommunikation mit der Beteiligungsgesellschaft und die Einflussnahme auf deren wirtschaftliche Geschicke betrifft. Ebenso wird untersucht, ob die Geschäftsführung relevante Informationen über Vermögenswerte der Beteiligungsgesellschaft zeitnah an die Anleger weitergegeben hat und stets im Interesse der Anleger gehandelt hat.

Weiterhin wurde noch der Jahresabschlussprüfer gewählt. Ob dieser Beschluss allerdings Bestand haben wird, bleibt abzuwarten, da auch hier eine Beschlussanfechtung möglich wäre.

Obwohl bei der POC Growth 4. GmbH & Co. KG die kanadische Objektgesellschaft nur mittelbar von der Insolvenz betroffen ist, stellt sich die Frage, ob nicht auch hier die mittelfristige Liquidation der Fondsgesellschaft angezeigt wäre. Dies ist eine Frage der objektiven Bewertung!

Die Weiterführung der POC-Fondsgesellschaft würde nur weitere erhebliche Mittel verschlingen, ohne das mit nennenswerten Erträgen für die POC-Gesellschafter zu rechnen wäre. Lediglich die POC-Geschäftsführung würde weiter ihre üppigen Vergütungen kassieren.

Es bleibt abzuwarten, wie sich der Liquiditätsstatus der POC Growth 4. GmbH & Co. KG entwickelt.

Es wird sich zeigen, zu welchen Ergebnissen die Sonderprüfung kommt und wie das Verhalten der Fondsgeschäftsführung zu bewerten ist.

Ob der „Tatort Kanada“ noch ein Fall für die deutschen oder kanadischen Strafverfolgungsbehörden wird, wird sich zeigen und würde uns nicht wundern.

Die POC-Anleger sollten allerdings noch nicht resignieren! Sie könnten ihren Schaden möglicherweise mindern. Insbesondere sollten Schadenersatzansprüche gegen die Fondsinitiatoren geprüft werden. Ebenso sind Haftungsansprüche gegen Vertriebe und Anlageberater denkbar, wenn keine anleger- und anlagegerechte Beratung erfolgt ist.


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