Offizin-Anleger in Sorge! – Website abgeschaltet! – Wo ist die Offizin?

Wie stand so schön auf der Offizin-Website: „Offizin Immobilienverwaltung AG – Zinsen berechnen – Jetzt 6,25% Zinsen sichern“. Jetzt lassen sich wohl keine Zinsen mehr berechnen!

Denn wenn sich Offizin-Anleger dieser Tage im Internet über ihre Kapitalanlage in Form eines Nachrangdarlehens auf der Offizin-Website informieren wollen, finden sie nur die wunderliche Meldung: „Keinen Startpunkt gefunden“. Und auch die Sätze: „Was ist das Problem?“ und „Wie kann ich das Problem lösen?“.

Diese Frage muss man tatsächlich stellen: Was ist das Problem bei der Offizin Immobilienverwaltung AG? Was ist wohl los bei der Offizin Darlehensverwaltungsgesellschaft mbH, der Offizin Projekt Gifhorn GmbH, Offizin Projekt Lautertal GmbH und der Offizin Projekt Teterow GmbH?

Interessanterweise ist die Offizin nicht einmal Inhaber der Internet-Website. Hier findet man in den einschlägigen Suchmaschinen die Firma Onesoft AG als Dinkelsbühl als Domaininhaber. Was diese Firma allerdings mit der Offizin zu tun hat, bleibt im Dunkeln. Bleibt die Website unerreichbar?

Müssen die Offizin-Anleger nun mit Verlusten rechnen? Sind die Offizin-Nachrangdarlehen in Gefahr?

Will man die Vorstände Dertop und Turan der Offizin Immobilienverwaltung AG am noblen Kurfürstendamm 207/208 im Kudamm Karree in Berlin besuchen und schaut sich die Namensschilder der ansässigen Firmen an, so findet sich kein Hinweis auf die Offizin Immobilienverwaltung AG, die ja seit dem 23.06.2015 dort ihren Geschäftssitz haben soll. Dies gilt auch für die Offizin Darlehensverwaltungsgesellschaft mbH, der Offizin Projekt Gifhorn GmbH, Offizin Projekt Lautertal GmbH und der Offizin Projekt Teterow GmbH. Kein Hinweis auf dem Wegweiser im Kudamm Karree auf Firmen der Offizin. Sind die verantwortlichen Vorstände Dertop und Turan abgetaucht? Wo sind denn bloß die Herren Mehmet D. und Esat T.?

Aber vielleicht weiß das Handelsregister Rat. Und tatsächlich! Hier findet sich eine neue Anschrift für die Offizin Immobilienverwaltung AG. Aber was ist das denn: Bahnhofstraße 30 in 65510 Idstein. Idstein? Bahnhofstraße 30? Hieß es nicht einmal: „Die Offizin AG hat ihren Sitz in Berlin, das in den letzten Jahren zum Immobilien-Hotspot geworden ist.“ Was macht denn die Offizin in Idstein? Soll dies etwa ein neuer Immobilien-Hotspot sein. Wohl eher nicht! Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sich noch andere Firmen aus dem Dunstkreis von Esat Turan in Idstein befinden.

Soll der Firmensitz der Offizin Immobilienverwaltung AG gar nach Idstein verlegt werden? Ist das seriös? Sicher eine ganz neue Erfahrung für Offizin-Anleger, wenn sie nach Idstein fahren müssen, um sich über die Sicherheit ihrer Kapitalanlage zu informieren. Das gibt doch sicher eine schlechte Bewertung bei der Kundenbetreuung!

Schauen wir uns noch einmal die Offizin Darlehensverwaltungsgesellschaft mbH an. Auch hier scheint es nicht rund zu laufen, denn der erst Ende Februar 2016 eingesetzte Geschäftsführer Guido Skarabis wurde schon wieder durch Thomas Polke ersetzt. Wie soll man dies bewerten? Warum wechseln die Geschäftsführer innerhalb weniger Monate mehrmals? Gab es bei der Verwaltung der Darlehen etwa Probleme? Wo sind die Nachrangdarlehen der Offizin-Anleger?

Besorgniserregend ist in diesem Kontext auch, dass die Offizin Immobilienverwaltung AG nicht ihren gesetzlichen Verpflichtungen zur fristgemäßen Veröffentlichung ihrer Bilanzen nachkommt. Wir erinnern uns. Im Juli 2015 wurde gerade wieder eine korrigierte Version des Jahresabschlusses 2013 veröffentlicht. Absurderweise sind vom Jahresabschluss 2013 der Offizin Immobilienverwaltung AG drei verschiedene Versionen, mit unterschiedlichen Bilanzsummen veröffentlicht worden. Wie kann dies passieren? Wann folgen die nächsten Bilanzen? Was sagt wohl der Aufsichtsrat der Offizin Immobilienverwaltung AG dazu? Oder wurde der Aufsichtsrat etwa auch ausgetauscht? Fragen über Fragen!

Es bleibt die Furcht: „Was ist los bei der Offizin?“ Wo ist mein Geld? Ist mein Geld noch sicher?

Kritisch zu fragen ist auch immer, ob es sich bei dem Geschäftsmodell, um ein KWG-pflichtiges Geschäft handelt. Dies bedeutet, dass Einlagengeschäfte nach § 3 Kreditwesengesetz (KWG) erlaubnispflichtig sind und bei unerlaubten Einlagengeschäften wieder abgewickelt werden müssen.

Fraglich ist auch, ob beachtet wurde, dass die Nachrangdarlehen seit Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes nur mit einer Erlaubnis nach § 34 f Gewerbeordnung (GewO) vermittelt werden dürfen. Ebenso ist die Möglichkeit, Finanzanlagen ohne eine Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu vertreiben, deutlich eingeschränkt worden. Auch darauf sind Anleger gegebenenfalls hinzuweisen.

Wurden die Vorgaben des Vermögensanlagengesetzes beachtet und ein Verkaufsprospekt erstellt, der der BaFin zur Prüfung zugeleitet wurde? Wurden den Anlegern Widerrufsbelehrungen erteilt? Wie steht es mit dem Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen?

Man muss zusammenfassend feststellen: Die Nachrangdarlehen als Kapitalanlage sind mit speziellen Risiken verbunden. Die Anleger sind in Wohl und Weh auf die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft angewiesen. Mithin verbindet sich mit dieser Kapitalanlage das Risiko des Teil- oder gar des Totalverlustes des eingesetzten Kapitals.


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