Was ist los bei der Offizin AG?

Nachrangdarlehen in Gefahr? – Anleger in Sorge!

 

Was ist los bei der Offizin Immobilienverwaltung AG? Ist mein Geld sicher?

Wir erinnern uns: Geworben wurde von der Offizin Immobilienverwaltung AG mit diversen Alleinstellungsmerkmalen, wie Know-How, jahrzehntelanger Erfahrung, einem professionellen Management, einem einzigartigen Netzwerk und einem Pool an Investoren. So wurde das Anlageangebot „Offizin Handelsrendite 1“ angepriesen.

Den Anlegern wurde eine Kapitalanlage in Form eines festverzinslichen Nachrangdarlehens mit qualifizierten Nachrang und Zahlungsvorbehalten angeboten. Geworben wurde mit einem Festzins von 6,25 % und einer kurzen Anlagezeit von drei Jahren. Ebenso gab es Sonderzinsvereinbarungen über 8,25 % jährlich. Wer bietet mehr, war hier wohl das Motto?

Was ist nun passiert? Offizin-Anleger müssen feststellen, dass schon wieder der Geschäftssitz der Offizin AG verlegt wurde.

Ebenso wurden diverse Offizin-Vorstände ausgetauscht. Die Vorstände Bernd Helmke, Susanne von Maske, Thomas Lieschied und Jan Lucas sind ausgeschieden. Jetzt liegt das Schicksal der Offizin AG in den Händen von Mehmet D. und Esat T. Welche Erfahrungen haben diese Herren? Wie sollen Offizin-Anleger dies bewerten?

Zugleich wurden durch die Offizin verschiedene Tochtergesellschaften gegründet. So eine Offizin Darlehensverwaltungsgesellschaft mbH, die vormals unter Manly Beach GmbH firmierte. Welche Darlehen sollen hier verwaltet werden? Die Darlehen der Offizin Immobilienverwaltung AG? Auch bei der Offizin Darlehensverwaltungsgesellschaft mbH wurden innerhalb weniger Monate diverse Geschäftsführer bestellt und wieder abberufen.

Desgleichen wurden Projektgesellschaften gegründet, mit so klangvollen Namen, wie Offizin Projekt Lautertal GmbH, Offizin Projekt Gifhorn GmbH und auch im Antragsverfahren die Offizin Projekt Teterow GmbH. War in den Werbebroschüren der Offizin AG nicht vom Immobilien-Hotspot Berlin die Rede? Der Immobilienanleger, der die alte Immobilienregel „Was ist das Wichtigste bei Immobilienkauf? Lage, Lage, Lage!“, im Kopf hat, wird ein Weile brauchen, bis er die Orte Lautertal, Teterow und Gifhorn auf der Landkarte geortet hat. Nun also Lautertal, Teterow und Gifhorn?

Ein Projekt in Gifhorn? Was muss man nun in der Lokalpresse lesen: „Zoff ums alte Krankenhaus-Gelände“, „Rücktrittserklärung“, „Helios sagt: Offizin zahlt nicht“. Es ist nicht ersichtlich, wohin der Weg führt“ wird Offizin-Vorstand Turan in der Lokalpresse zitiert. Sieht so professionelles Projektmanagement aus? Müssen sich die Offizin-Anleger Sorgen um ihr Geld machen?

Schauen wir uns die Offizin Darlehensverwaltungsgesellschaft mbH noch einmal genauer an. In diesem Kontext wurde Anlegern aufgrund einer Neustrukturierung der Beteiligungsmöglichkeiten von der Offizin Darlehensverwaltungsgesellschaft mbH das Nachrangdarlehen „Offizin Handelsrendite II“ angeboten. Die Gelder aus diesem Nachrangdarlehen sollten in die Muttergesellschaft Offizin Immobilienverwaltung AG investiert werden. Hierzu sollte das Nachrangdarlehen „Offizin Handelsrendite I“ in das Nachrangdarlehen „Offizin Handelsrendite II“ gewandelt werden. Damit sollte auch noch ein sog. Emittentenwechsel verbunden sein. Zinszahlungen sollten jährlich, am Ende des Geschäftsjahres (Zinsvariante 1) oder thesaurierend, zum Ende der Laufzeit (Zinsvariante 2) erfolgen.

Bezeichnenderweise wird in einem Offizinschreiben darauf hingewiesen, dass die Produktaufteilung einer Darlehenszeichnung „ohne Sicherheitenstellung“ (Handelsrendite 1, gemeint ist wohl Handelsrendite I) und „mit Sicherheitenstellung“ (Handelsrendite 2, gemeint ist wohl Handelsrendite II) die Anleger separiert. Sicherheitenstellung? Welche Sicherheiten?

Die Offizin Darlehensverwaltungsgesellschaft mbH erhält zur Besicherung der Rückzahlung dieser Gelder eine erstrangige Grundschuld, heißt es in den Unterlagen. Eine erstrangige Grundschuld von der Offizin Immobilienverwaltung AG? Für welches Objekt und in welcher Höhe? Auch hier finden wir wieder das Objekt in Gifhorn als vorgebliches Sicherungsobjekt. Sicherheiten durch ein Objekt, bei dem die Begriffe: „Rücktrittserklärung“, „Rückabwicklung“ durch die Lokalpresse geistern. Dies ist mehr als fragwürdig! Hier sollten die Anleger die Offizin beim Wort nehmen und sich die Grundschuldurkunden in Kopie übersenden lassen und auch den beteiligten Notar Andreas Ehlen von der Kanzlei Dr. Pürschel und Partner kontaktieren, der wohl die entsprechenden Teilgrundschuldbriefe verwaltet oder verwalten soll.

Weil wir schon beim Thema Teilgrundschuldbriefe als Sicherheit sind – ein kleiner Exkurs. Bei der Baxter Sachwert GmbH & Co. KG wurde damit geworben, dass eine entsprechende erstrangige Grundschuld bestellt wird. Die Baxter-Anleger sollten als Sicherheit eine Teilabtretung einer eingetragenen Grundschuld an erster Rangstelle eines unbelasteten Bestandsobjekts in voller Höhe ihres Darlehensbetrages erhalten. Diese Teilgrundschulden sollten von einem deutschen Notar treuhänderisch verwaltet werden. Allerdings müssen die Sicherheiten so bestellt werden, dass sich der Anleger im Sicherungsfall unmittelbar befriedigen kann. Und dies, ohne dass eine rechtsgeschäftliche Mitwirkung Dritter erforderlich wäre. Ob dies bei den Teilgrundschulden möglich ist, wird sich im Sicherungsfall zeigen. Dies ist leider jetzt der Fall. Die Baxter Sachwert GmbH & Co. KG ist im Insolvenzverfahren und der Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus hat das Kommando übernommen. Jetzt wird sich zeigen, was die Teilgrundschuldbriefe als vermeintliche Sicherheit taugen. Dabei ist es sicher von besonderem Interesse, sich noch einmal die Aussagen von Notar Ehlen in Bezug auf die Baxter Sachwert GmbH & Co. KG zu in der „kapital-markt intern, k-mi 04/15“ Gemüte zu führen.

Kritisch zu fragen ist auch immer, ob es sich bei dem Geschäftsmodell, um ein KWG-pflichtiges Geschäft handelt. Dies bedeutet, dass Einlagengeschäfte nach § 3 Kreditwesengesetz (KWG) erlaubnispflichtig sind und bei unerlaubten Einlagengeschäften wieder abgewickelt werden müssen.

Fraglich ist auch, ob beachtet wurde, dass die Nachrangdarlehen seit Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes nur mit einer Erlaubnis nach § 34 f Gewerbeordnung (GewO) vermittelt werden dürfen. Ebenso ist die Möglichkeit Finanzanlagen ohne eine Lizenz der BaFin zu vertreiben, deutlich eingeschränkt worden. Auch darauf sind Anleger gegebenenfalls hinzuweisen.

Die Nachrangdarlehen als Kapitalanlage sind mit speziellen Risiken verbunden. Die Anleger sind in Wohl und Weh auf die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft angewiesen. Mithin verbindet sich mit dieser Kapitalanlage das Risiko des Teil- oder gar des Totalverlustes des eingesetzten Kapitals.

 

PS: Wie sind ihre Erfahrungen mit der Offizin Immobilienverwaltung AG? Als besonderen Service bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihrer Angelegenheit vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist kostenlos. Sie erfahren, ob Sie Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus.