MIG Fonds 8! – Ausschüttungen trotz bilanziellen Millionenverlusten?

Stand: 04.07.2015

MIG Fonds 8! – Ausschüttungen trotz bilanziellen Millionenverlusten? – Was kriegen die Anleger wirklich?

Die MIG Fonds sind im Venture Capital Markt bzw. Privat Equity Markt tätig. Beteiligungskapital wird als besonders riskant geltenden Unternehmen zur Verfügung gestellt. Es handelt sich mithin um Wagniskapital.

So ist es auch beim MIG GmbH & Co. Fonds 8 KG, bei dem im Laufe der Jahre Anlegergelder in diverse Unternehmensbeteiligungen geflossen sind.

Hierbei sind insbesondere die Firmen Biocrates Life Sciences AG, Biontech AG, certgate GmbH, sunhill technologies GmbH, Suppremol GmbH und Virologik GmbH zu erwähnen.

Dem Geschäftsbericht 2013 und der Gewinn- und Verlustrechnung mussten die Anleger des MIG GmbH & Co. Fonds 8 KG entnehmen, dass ein Jahresfehlbetrag in Millionenhöhe ausgewiesen wurde. Mithin wurden erhebliche Verluste gemacht, so wurde u.a. die Beteiligung an der Virologik GmbH nach weiteren Wertberichtigungen nach § 253 Abs. 3 Satz 3 Handelsgesetzbuch (HGB) auf einen Restwert von 1,00 Euro abgeschrieben. Man geht davon aus, dass die festgestellte Wertminderung voraussichtlich dauerhaft sein wird.

Leider hat sich der Jahresfehlbetrag der Fondsgesellschaft über die Jahre weiter gesteigert. Mit diesem Jahresfehlbetrag wurden anteilig die Kaptalkonten der Kommanditisten bzw. Treugeber belastet.

Zum Beteiligungsportfolio des MIG Fonds 8 gehörte auch die Beteiligung an der Suppremol GmbH. Noch im Geschäftsbericht 2013 wurde nach der letzten Finanzierungsrunde eine vorübergehende Wertminderung der Beteiligung konstatiert, aber auf eine außerplanmäßige Abschreibung verzichtet.

Nunmehr hat überraschenderweise der US-Konzern Baxter die Biotech-Firma Suppremol übernommen, an der auch die MIG GmbH & Co. Fonds 8 KG beteiligt war. Mithin erhielt die Fondsgesellschaft einen Teil des Kaufpreises unmittelbar nach Vertragsabschluss. Gleichwohl verbleibt auch noch ein Teil des Kaufpreises für Garantieansprüche auf einem Treuhandkonto und wird erst im nächsten Jahr, im Fall der ordnungsgemäßen Vertragsabwicklung, an die Fondsgesellschaft ausgezahlt.

Nunmehr wird vorgeschlagen, einen Teilbetrag des Kaufpreises an die Gesellschafter bzw. Treugeber auszuschütten. Rein vorsorglich, wird darauf verwiesen, dass, falls der Treugeber die Einlageleistungen trotz Fälligkeit nicht erbracht haben, diese fällige Forderung gegen seinen Ausschüttungsanspruch aufgerechnet wird.

Nunmehr soll wieder das schriftliche Umlaufverfahren zur Abstimmung eingesetzt werden. Gleichwohl kommen die Beschlüsse im schriftlichen Verfahren nur zustande, wenn Gesellschafter, die mindestens 25% aller Stimmrechte halten, abstimmen. Ansonsten muss eine ordentliche Gesellschafterversammlung einberufen werden und die MIG-Fondsverwaltung sollte den Anlegern Rede und Antwort stehen. Und Fragen haben die Anleger sicher eine ganze Menge!

Die Investition in den MIG GmbH & Co. Fonds 8 KG bleibt eine Anlage in Wagniskapital. Der Anleger unterliegt dabei einem Blind-Pool-Risiko, da er vorab nicht weiß, in welche Unternehmen investiert wird und ist auf Gedeih und Verderb von der wirtschaftlichen Entwicklung der Zielunternehmen abhängig, welches auch ein Totalverlustrisiko einschließt. Welche Erfahrungen er dabei in der Gesamtschau macht, bleibt offen. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer …

Ob jedem Anleger klar ist, mit welchen Risiken er bei einer Anlage in MIG Fonds rechnen muss, ist fraglich. Mancher stellt sich sicher auch die Frage, ob er kündigen kann …

P.S. Als besonderen Service bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist kostenlos. Sie erfahren, ob Sie überhaupt Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie den Fragebogen aus.