Anleger in Sorge! „Wo sind meine Container?“ - Magellan Maritime Services GmbH (MMS) - Insolvenzverfahren! – Die nächsten Schritte!

Nun also doch! Zuerst gab es Zahlungsstockungen und die Sorgen der Magellan-Anleger wurden größer und größer! Was für eine miese Erfahrung! Das ist nicht seriös und ein großes Risiko für Anleger!

Mittlerweile überschlagen sich die Ereignisse. Der Insolvenzverwalter hat das Kommando übernommen! Ein Schock für die Magellan-Anleger!

Nunmehr befindet sich die Firma Magellan Maritime Services GmbH im Insolvenzverfahren. Beim Amtsgericht Hamburg wurde am 01.06.2016 im Insolvenzeröffnungsverfahren angeordnet, dass Rechtsanwalt Peter Alexander Borchardt aus Hamburg als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt wird. Verfügungen der Schuldnerin über Gegenstände ihres Vermögens sind nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam.

Den Schuldnern der Schuldnerin (Drittschuldnern) wird verboten, an die Schuldnerin zu zahlen.

Das Insolvenzverfahren wird am Amtsgericht Hamburg unter dem Aktenzeichen 67c IN 237/16 geführt.

Es ist nun an Insolvenzverwalter Peter Alexander Borchardt Licht ins Dunkel zu bringen und die Gläubiger der Magellan Maritime Services GmbH (MMS) über den Fortgang des Insolvenzverfahrens zu informieren.

Magellan Maritime Services GmbH (MMS) - Insolvenzverfahren!
Magellan Maritime Services GmbH (MMS) - Insolvenzverfahren!

Was sind die Hintergründe der Magellan-Insolvenz und wie sollen Anleger dies bewerten?

Wurden Anleger früher noch Beteiligungen an Containerfondsgesellschaften angeboten, so hat der Graue Kapitalmarkt eine neue Anlageform kreiert. „Direktinvestment“ war das Zauberwort mit dem Kapitalanleger gelockt wurden. „Direktinvestments“ in Container.

„Direktinvestments“ in Container wurden auch von der Firma Magellan Maritime Services GmbH (MMS) offeriert.

Anleger erwerben Container bei einer Mindestinvestition von ca. 10.000 Euro und werden damit alleiniger Eigentümer der Container. Dabei beteiligen sie sich nicht an einem Fonds oder einer anderen Anlagegesellschaft. Vielmehr schließen sie einen eigenständigen Kaufvertrag mit der Magellan. Die Magellan mietet die Container für 5 Jahre zu einem garantierten Mietpreis zurück. Hierbei werden ca. 12 % des Kaufpreises p.a. veranschlagt. Hierzu wird ein separater Verwaltungsvertrag geschlossen. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit kauft Magellan die Container zu einem Rückkaufswert von ca. 67 % des Kaufpreises zurück. Bei dieser Transaktion wurden Renditen von ca. 6 % in Aussicht gestellt.


Die Initiatoren der Direktinvestitionen konnten durch diese Vertragskonstruktionen vermeiden, entsprechende ausführliche Anlageprospekte bzw. Verkaufsprospekte erstellen und diese bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einreichen zu müssen.

Über 9000 Anleger haben ca. 350 Millionen Euro in den Kauf von Seecontainern des Kapitalanlageunternehmens Magellan investiert. Die sind etwa 160.000 Container. Diese sind an internationale Reedereien, vor allem im asiatischen Raum vermietet worden. Die Magellan selbst hat weitere 27.000 Container im eigenen Bestand. Wo sind meine Container zurzeit, wird sich so mancher Anleger fragen. Nach Auskunft des Insolvenzverwalters sind die Container weltweit unterwegs und ein Zugriff ist faktisch unmöglich.

Magellan-Anleger werden sich nun die Frage stellen, welche Schritte als nächstes zu tun sind.

Die Magellan-Anleger, sind wie oben bereits ausgeführt, die Eigentümer der Container. Auch der Insolvenzverwalter schließt ein mögliches Sonderkündigungsrecht der Anleger im Insolvenzfall nicht aus, verweist aber darauf, dass der Zugriff auf die Container faktisch unmöglich ist. Nun wird in Erwägung gezogen, dass Magellan-Anleger die Herausgabe der Container vom Insolvenzverwalter verlangen könnten. Anschließend soll die Weitervermietung oder der Weiterverkauf an einen Investor erfolgen. Hier ist allerdings zu bedenken, dass eine Veräußerung bzw. Übertragung der vom Käufer gekauften Container an einen Dritten unter Umständen eine Übernahme aller Verträge voraus setzt. Es ist davon auszugehen, dass die Kauf-, Verwaltungs- und Rückkaufverträge nur begrenzt fungibel sind und ein geregelter Zweitmarkt für diese Verträge nicht existiert. Mithin könnten mit dieser Handlungsoption erhebliche praktische Schwierigkeiten bei der Umsetzung verbunden sein.

Sind die Container-Investments über Anlageberater vertrieben worden, so kommen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs auf die Anlageberater erhebliche Informations- und Aufklärungspflichten zu. Anlageberater müssen die Anleger dabei über ausführlich und verständlich über die bestehenden Risiken aufklären. Kommen sie dieser Pflicht nicht nach, machen sie sich schadensersatzpflichtig.

Magellan-Anleger könnten auch in Erwägung ziehen, ob die Möglichkeit besteht, den Kaufvertrag zu widerrufen und eine Rückabwicklung vorzunehmen. Bei Transaktionen über das Internet ist dies möglich. Möglicherweise fehlerhafte Widerrufsbelehrungen eröffnen die Möglichkeit, den Kaufvertrag im Nachhinein zu widerrufen. Damit hätte der Anleger keinen Container mehr und müsste seine Forderung gegenüber der Magellan geltend machen. Er wird damit Insolvenzgläubiger. Es wird dabei darauf ankommen, wie das Insolvenzverfahren weitergeführt wird und mit welcher Insolvenzmasse zu rechnen ist.

Wie geht es weiter mit der Magellan-Insolvenz? Kann der Satz aus dem Magellan-Schreiben: „Auch ist ein Totalverlust Ihres Investments derzeit nicht zu befürchten.“ wirklich beruhigen? Was bedeutet „derzeit“ in diesem Zusammenhang?

Die Magellan-Anleger sind jetzt mit einer Vielzahl von brennenden Fragen konfrontiert. Was passiert, wenn sich herausstellt, dass die Magellan Maritime Services GmbH (MMS) pleite ist und das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet wird? Welche Rolle spielt der Insolvenzverwalter? Wie kann ich meine Insolvenzforderung anmelden? Wo sind meine Container tatsächlich? Wer kommt als Haftungsadressat noch in Frage? Haften die Initiatoren mit ihrem Privatvermögen? Müssen die Anlageberater und Vermittler Schadensersatz leisten? Kann ich meinen Kaufvertrag widerrufen? Fragen über Fragen?


Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen.

PS: Als besonderen Service bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist kostenlos. Sie erfahren, ob Sie überhaupt Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus.