Magellan Maritime Services GmbH – Anleger doch Eigentümer der Container!

Magellan Maritime Services GmbH (MMS) Insolvenzverfahren! – Hartnäckigkeit zahlt sich aus, Magellan-Anleger doch Containereigentümer! – Haften auch die Anlageberater?

Magellan-Anleger durchleben ein Wechselbad der Gefühle. Wir hören häufig von Magellan-Anlegern die Fragen: „Wie kann ich mein Magellan-Containerinvestment retten?“ „Was muss ich jetzt tun?“

Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Magellan Maritime Services GmbH unter dem Aktenzeichen 67c IN 237/16 und der Bestellung des Hamburger Rechtsanwalts Peter-Alexander Borchardt von Reimer Rechtsanwälte werden die Magellan-Anleger ständig mit neuen Nachrichten konfrontiert, die allerdings häufig komplizierte Fragen aufwerfen.

 

Besonders schockierend war wohl für Magellan-Anleger die Nachricht von Magellan-Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt, dass die Anleger nicht Eigentümer der erworbenen Container geworden seien. Er stützte sich dabei auf ein Gutachten der Wirtschaftskanzlei CMS, in dem die Eigentumsrechte der Anleger in Frage gestellt wurden. Schlussendlich wären damit die Container als Eigentum der Magellan Maritime Services GmbH (MMS) in die Insolvenzmasse gefallen.

Gleichwohl schloss der Magellan-Insolvenzverwalter auch „eigentumsrechtlichen Aussonderungsansprüche“ nicht aus, deren Feststellung angeblich nur mit endgültiger Sicherheit in einem gerichtlichen Verfahren möglich wäre. Den Magellan-Anlegern wurde schon einmal gerichtlicher Musterprozess in Aussicht gestellt, allein um den Rechtscharakter ihrer Ansprüche zu prüfen. Jeder konnte sich selbst ausmalen, wie lange dies dauern und mit welch erheblichen Kosten dies verbunden sein kann.

Wohl auch aus diesem Grunde haben sich Insolvenzverwalter und Gläubigerausschuss entschlossen, noch ein weiteres Gutachten einzuholen. Insolvenzexperte Prof. Dr. Christoph Thole vom Institut für Internationales und Europäisches Insolvenzrecht an der Universität zu Köln hat sich der Sache angenommen und wohl zumindest eine pragmatische Lösung gefunden. Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt kann das Unternehmen und die Container im Insolvenzverfahren verwerten und so auch noch mit einer besseren Insolvenzquote rechnen. Im Gegenzug haben die Magellan-Anleger für ihr Direktinvestment in die Container ein Absonderungsrecht am Verkaufspreis. Dies ist auch für die Anleger praktikabel, das sie bei alternativen Geltendmachung von Aussonderungsrechten, befürchten mussten, das Handling der Container selbst übernehmen zu müssen. Wie und ab wann die Mieteinnahmen der Container in die Insolvenzmasse fallen, ist noch zu klären. Zumindest bis zum Stichtag der Insolvenz stehen sie wohl immerhin den Magellan-Anleger zu.

Es bleibt abzuwarten, wann die Verkaufsbemühungen des Magellan-Insolvenzverwalters Früchte tragen. Der M&A-Prozess ist mit Unterstützung des Wirtschaftsprüfungsunternehmens bereits in vollem Gange. Ob man schon im Frühjahr 2017 mit Ergebnissen rechnen kann, wird sich zeigen.

Können sich die Magellan-Anleger jetzt beruhigt zurücklehnen? Wohl eher nicht, denn es dürfte klar sein, das die Insolvenzquote nicht ausreichen wird, die berechtigten Forderungen der Magellan-Anleger zu befriedigen.

Magellan-Anleger werden sich nun immer wieder die Frage stellen, welche Schritte als nächstes zu tun sind. Will man unfreiwilliger Insolvenzgläubiger sein oder kann man seine Rechtsposition doch noch verbessern?

Die Magellan-Anleger sind die Eigentümer der Container bzw. wie oben ausgeführt, Inhaber eines Absonderungsrechts. Auch der Insolvenzverwalter schließt ein mögliches Sonderkündigungsrecht und Aussonderungsrecht der Anleger im Insolvenzfall wohl nicht ganz aus. Gleichwohl sind mit dieser Handlungsoption erhebliche praktische Schwierigkeiten bei der Umsetzung verbunden.

Magellan-Anleger könnten auch in Erwägung ziehen, ob die Möglichkeit besteht, den Kaufvertrag zu widerrufen und eine Rückabwicklung vorzunehmen. Bei Transaktionen über das Internet ist dies möglich. Möglicherweise fehlerhafte Widerrufsbelehrungen eröffnen die Möglichkeit, den Kaufvertrag im Nachhinein zu widerrufen.

Sind die Container-Investments über Anlageberater vertrieben worden, so kommen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs auf die Anlageberater erhebliche Informations- und Aufklärungspflichten zu. Anlageberater müssen die Anleger dabei über ausführlich und verständlich über die bestehenden Risiken aufklären. Kommen sie dieser Pflicht nicht nach, machen sie sich schadensersatzpflichtig.

Die Magellan-Anleger sind jetzt mit einer Vielzahl von brennenden Fragen konfrontiert. Welche Rolle spielt der Insolvenzverwalter? Was bedeutet Nichteintritt nach § 103 InsO? Wieso sind die Vorschlagswerte des Insolvenzverwalters für die Schadensersatzansprüche unverbindlich? Wie kann ich meine Insolvenzforderung anmelden? Wo sind meine Container tatsächlich? Fallen die Mietforderungen tatsächlich in die Insolvenzmasse? Wer kommt als Haftungsadressat noch in Frage? Haften die Initiatoren mit ihrem Privatvermögen? Müssen die Anlageberater und Vermittler Schadensersatz leisten? Fragen über Fragen?

Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen.

 

PS: Um Rechtssicherheit zu erhalten, bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist, in Erfüllung unserer satzungsgemäßen Aufgaben, kostenlos. Sie erfahren, ob Sie Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus. Sie erhalten damit eine Entscheidungsgrundlage!