KTG Agrar-Insolvenzverfahren eröffnet! – Kein Geld für Anleihe-Gläubiger?

Das sind die nächsten Schritte!

Im Juli 2016 waren die KTG-Anleihe-Gläubiger noch geschockt von der Nachricht, dass ein Antrag auf Eigeninsolvenz von der KTG Agrar SE gestellt wurde. Das Insolvenzgericht Hamburg bestellte Rechtsanwalt Denkhaus als vorläufigen Sachwalter und beauftragte ihn zu prüfen, ob ein Eröffnungsgrund für ein Insolvenzverfahren und ob Aussichten zur Unternehmensfortführung vorliegen.

Bekanntlicherweise wurden zur weiteren Expansion Millionen bei ca. 10.000 Anlegern eingeworben, die mit sog. Mittelstandsanleihen mit hohen Renditeversprechen gelockt wurden. Im Einzelnen wurden folgende Anleihen emittiert:

• „KTG Biowertpapier II“: 7,125 % Anleihe 2011/2017 in Höhe von bis zu insgesamt nominal

250 Mio. EUR (ISIN: DE000A1H3VN9, WKN: A1H3VN)

• „KTG Biowertpapier III“: 7,25 % Anleihe 2014/2019 in Höhe von bis zu insgesamt nominal 92

Mio. EUR (ISIN: DE000A11QGQ1, WKN: A11QGQ)

Mithin sind auch Millionen von Anlegergeldern von der Insolvenz betroffen und die Anleihe-Gläubiger warten auf News vom vorläufigen Sachwalter Denkhaus.

Am 01.09.2016 wurde nun vom Insolvenzgericht Hamburg unter dem Aktenzeichen 67g IN 266/16 wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung das Insolvenzverfahren eröffnet und die Eigenverwaltung angeordnet und Rechtsanwalt Denkhaus als Sachwalter bestellt.

Die Nachrichten sind für Anleihegläubiger allerdings dramatisch. So soll Abschreibungsbedarf auf Beteiligungen und Forderungen in dreistelliger Millionenhöhe bestehen und ebenso Millionen-Wertberichtigungsbedarf auf Forderungen gegen Dritte. Ebenso soll die KTG Agrar SE in dreistelliger Millionenhöhe überschuldet sein.

Hier kann sich jeder KTG-Anleihe-Gläubiger vorstellen, wie die Insolvenzquote wohl ausfallen wird.

Es bleibt ein Geheimnis, warum das Insolvenzgericht Hamburg dennoch ein Verfahren in Eigenverwaltung angeordnet hat. Hier ist die schuldnerische Firma nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens befugt, unter der Aufsicht eines Sachwalters, die Insolvenzmasse zu verwalten und über sie zu verfügen. Hierbei dürfen allerdings keine Umstände bekannt sein, die erwarten lassen, dass die Anordnung der Eigenverwaltung zu Nachteilen für die Gläubiger führen wird. Allerdings ist die KTG Agrar-Firmengruppe extrem verschachtelt und weist eine Vielzahl von Firmen im In- und Ausland auf. Mithin weist ein mögliches Insolvenzverfahren eine große Komplexität auf.

Ein Antrag auf Eigenverwaltung wurde beispielsweise im Insolvenzverfahren bei der German Pellets GmbH vom Insolvenzgericht in Schwerin geprüft und abgelehnt. Auch dort hatte man es mit einer überaus komplexen Firmenstruktur zu tun und es wurden ebenfalls Mittelstandsanleihen aufgelegt.

Es ist nun am vorläufigen Sachwalter Rechtsanwalt Denkhaus Licht ins Dunkel zu bringen und die Gläubiger der KTG Agrar SE über den Fortgang des Insolvenzverfahrens zu informieren.

Nun ermittelt auch noch die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen den KTG-Agrar-Boss und vier seiner Manager. Man kann davon ausgehen, dass hier wieder die Schwerpunktabteilung für Wirtschaftsstrafsachen die Federführung übernimmt. Weitere mögliche Delikte werden im Rahmen von Insolvenzverfahren ohnehin geprüft. Es wird sich zeigen, ob sich aus dem Fall auch ein großer Wirtschaftskrimi entwickelt. Allerdings gilt auch hier natürlich der strafrechtliche Grundsatz der Unschuldsvermutung.

Gleichwohl sind die Anleger weiter mit einer Vielzahl von brennenden Fragen konfrontiert. Was passiert, wenn sich herausstellt, dass die KTG Agrar SE pleite ist und das Insolvenzverfahren eröffnet wird? Welche Rolle spielt der Insolvenzverwalter bzw. Sachwalter? Wie kann ich meine Insolvenzforderung anmelden? Spielt es eine Rolle, ob ich meine Anleihe gekündigt habe? Sollte ein gemeinsamer Vertreter bestellt werden? Welche Rolle spielen die strafrechtlichen Ermittlungen für mich? Wer kommt als Haftungsadressat noch in Frage? Haften die Initiatoren mit ihrem Privatvermögen? Müssen die Vermittler Schadensersatz leisten? Fragen über Fragen?

Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen

PS: Um Rechtssicherheit zu erhalten, bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist, in Erfüllung unserer satzungsgemäßen Aufgaben, kostenlos. Sie erfahren, ob Sie Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus.