Insolvenzverwalter Borchardt unsicher? – Rechtliche Qualität der Investorenverträge bei Magellan Maritime Services GmbH (MMS) unklar? – Antworten für Magellan-Anleger!

Für Anleger der Magellan Maritime Services GmbH (MMS) muss es ein Wechselbad der Gefühle sein. Über 9000 Anleger haben ca. 350 Millionen Euro in den Kauf von Seecontainern des Kapitalanlageunternehmens Magellan investiert.

Seit dem 01.06.2016 befindet sich die Firma Magellan Maritime Services GmbH (MMS) beim Amtsgericht Hamburg unter dem Aktenzeichen 67c IN 237/16 im Insolvenzverfahren.

Wo sind meine Container zurzeit, wird sich so mancher Anleger fragen. Nach Auskunft des Insolvenzverwalters sind die Container weltweit unterwegs und ein Zugriff ist faktisch unmöglich.

Liest man die neueste Pressemitteilung des vorläufigen Insolvenzverwalters Peter-Alexander Borchardt von Reimer Rechtsanwälte kann man schon ins Grübeln kommen. Da wird vor „irreführenden Fehlinformationen“ gewarnt und darüber fabuliert, dass im Markt „viele Gerüchte ohne Kenntnis der Rechtslage“ kursieren würden. Ist das seriös?

Schon in der Überschrift der Pressemitteilung des Insolvenzverwalters wird darauf hingewiesen, dass die genaue rechtliche Qualität der Investorenverträge noch unklar sei. Da wird gemutmaßt, dass es Vertragselemente gäbe, die eine Verwaltung der Container und der Mieteinnahmen im Auftrag der Anleger implizieren würden, anderseits solche Elemente, die auf eine Vermietung der Container an die Magellan Maritime Services GmbH (MMS) hindeuten.

Was für Verträge wurden denn den Anlegern vorgelegt? So findet man zuerst einen Kaufvertrag zwischen Investor und MMS bei dem eine bestimmte Anzahl von Containern (z.B. des Typs HighCube 20 Fuss oder 40 Fuss) erworben werden konnte. Schön, mit Stückpreis pro Container und Gesamtkaufpreis. Dann liest man etwas vom Investor, der zum Nachweis seiner Rechtsposition als Eigentümer ein Eigentumszertifikat erhalten würde, aus dem die Containerspezifikation und die Identifikationsnummer des Klassifizierungsunternehmens hervorgehen. Die Aushändigung des Eigentumszertifikats und der Abschluss des Verwaltungsvertrages würden die Besitzübergabe des Containers ersetzen. Ist das noch verständlich?

Schauen wir uns doch auch einmal Auszüge aus dem Verwaltungsvertrag für „Magellan“ an. Der Investor beauftragt die MMS mit der Vermietung und Verwaltung der Container für die Dauer von 5 Jahren. Die MMS garantiert dem Investor, dass bereits zum Zeitpunkt der Eigentumsübertragung ein Miet- und Verwaltungsverhältnis über die Container besteht. Und was liest man dann? „Sämtliche Rechte und Pflichten aus dem Miet- oder Verwaltungsverhältnis gehen gleichzeitig mit der Eigentumsübertragung auf den Investor über. MMS zieht die Mieten für den Investor ein.“ MMS quasi als Inkassounternehmen für die Containermiete. Die Beträge, die über die Garantiemiete hinausgehen, sind gewissermaßen die Verwaltungsgebühr. Auch für den Fall, dass MMS seine Garantieverpflichtungen nicht ordnungsgemäß erfüllen sollte, gibt es eine Regelung: „Die Rechte aus dem Miet- oder Verwaltungsverhältnis werden dann von dem Investor oder einem von diesem bestellten neuen Verwalter unmittelbar wahrgenommen.“ Alles klar?

Das Rückkaufsangebot und die Widerrufsbelehrungen (für Kaufvertrag und für den Verwaltungsvertrag) sollen jetzt nicht näher betrachtet werden.

Es ist schon erstaunlich, dass vermeldet wird, dass ein Team des Insolvenzverwalters Peter-Alexander Borchardt die genaue rechtliche Qualität der Verträge zwischen den Anlegern und Magellan untersucht und sogar ein entsprechendes Rechtsgutachten einer unabhängigen, renommierten Kanzlei in Auftrag gegeben werden muss. Reimer Rechtsanwälte ist nach eigener Aussage eine hoch spezialisierte Kanzlei für Insolvenz- und Wirtschaftsrecht und zählt sich zu den größten und versiertesten Insolvenzrechtskanzleien Deutschlands. So weit, so gut! Warum ist dann die genaue rechtliche Qualität der Investorenverträge noch unklar?

Sollte das Geschäftsmodell der Magellan Maritime Services GmbH (MMS) so intransparent sein, dass es sich einem Insolvenzexperten nicht bis ins Detail erschließt und er sich erst der Hilfe externer Fachleute bedienen muss? Wie soll es dann erst einem Anleger gehen? Welche Erfahrungen muss er haben, um dieses Investment einer Bewertung zu unterziehen?

Sind die vielgepriesenen „Direktinvestments“ in Container doch eine hochkomplexe Anlageform des Grauen Kapitalmarktes, in die Kapitalanleger auch von der Magellan Maritime Services GmbH (MMS) gelockt wurden?

Magellan-Anleger werden sich nun immer wieder die Frage stellen, welche Schritte als nächstes zu tun sind.

Sollte man einfach abwarten und das Beste hoffen oder doch besser aktiv werden, um sein Investment zu retten?

Die Magellan-Anleger, sind wie oben bereits ausgeführt, die Eigentümer der Container. Auch der Insolvenzverwalter schließt ein mögliches Sonderkündigungsrecht der Anleger im Insolvenzfall nicht aus, verweist aber darauf, dass der Zugriff auf die Container faktisch unmöglich ist. Nun wird in Erwägung gezogen, dass Magellan-Anleger die Herausgabe der Container vom Insolvenzverwalter verlangen könnten. Anschließend soll die Weitervermietung oder der Weiterverkauf an einen Investor erfolgen. Hier ist allerdings zu bedenken, dass eine Veräußerung bzw. Übertragung der vom Käufer gekauften Container an einen Dritten unter Umständen eine Übernahme aller Verträge voraus setzt. Es ist davon auszugehen, dass die Kauf-, Verwaltungs- und Rückkaufverträge nur begrenzt fungibel sind und ein geregelter Zweitmarkt für diese Verträge nicht existiert. Mithin könnten mit dieser Handlungsoption erhebliche praktische Schwierigkeiten bei der Umsetzung verbunden sein.

Sind die Container-Investments über Anlageberater vertrieben worden, so kommen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs auf die Anlageberater erhebliche Informations- und Aufklärungspflichten zu. Anlageberater müssen die Anleger dabei über ausführlich und verständlich über die bestehenden Risiken aufklären. Kommen sie dieser Pflicht nicht nach, machen sie sich schadensersatzpflichtig.

Magellan-Anleger könnten auch in Erwägung ziehen, ob die Möglichkeit besteht, den Kaufvertrag zu widerrufen und eine Rückabwicklung vorzunehmen. Bei Transaktionen über das Internet ist dies möglich. Möglicherweise fehlerhafte Widerrufsbelehrungen eröffnen die Möglichkeit, den Kaufvertrag im Nachhinein zu widerrufen. Damit hätte der Anleger keinen Container mehr und müsste seine Forderung gegenüber der Magellan geltend machen. Er wird damit Insolvenzgläubiger. Es wird dabei darauf ankommen, wie das Insolvenzverfahren weitergeführt wird und mit welcher Insolvenzmasse zu rechnen ist.

Wie geht es weiter mit der Magellan-Insolvenz? Kann der Satz aus dem Magellan-Schreiben: „Auch ist ein Totalverlust Ihres Investments derzeit nicht zu befürchten.“ wirklich beruhigen? Was bedeutet „derzeit“ in diesem Zusammenhang?

Die Magellan-Anleger sind jetzt mit einer Vielzahl von brennenden Fragen konfrontiert. Was passiert, wenn sich herausstellt, dass die Magellan Maritime Services GmbH (MMS) pleite ist und das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet wird? Welche Rolle spielt der Insolvenzverwalter? Wie kann ich meine Insolvenzforderung anmelden? Wo sind meine Container tatsächlich? Wer kommt als Haftungsadressat noch in Frage? Haften die Initiatoren mit ihrem Privatvermögen? Müssen die Anlageberater und Vermittler Schadensersatz leisten? Kann ich meinen Kaufvertrag widerrufen? Fragen über Fragen?


Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen.

PS: Als besonderen Service bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist kostenlos. Sie erfahren, ob Sie überhaupt Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus.