Eine IBH-Ente zum Weihnachtsfest oder die Legende der Möglichkeit des frühzeitigen Verkaufs zum derzeitigen Liquidationserlös!

Missverständliches IBH-Informationsschreiben zur Möglichkeit des frühzeitigen Verkaufs!

Informationsschreiben der IBH-Verwaltung sind ja mittlerweile nichts Neues mehr für die leidgeplagten IBH-Gesellschafter. Ein besonderes Exemplar ist allerdings das Informationsschreiben „Möglichkeit frühzeitiger Verkauf“. Aber schauen wir wieder ein wenig genauer hin! Worum geht es? Zuerst wird mitgeteilt, dass die IBH-Fondsgesellschaft mit der Beschlussfassung auf der außerordentlichen Gesellschafterversammlung aufgelöst wurde und sich nunmehr in der Phase der Liquidation befindet. Über die weiteren Schritte der Liquidation werde noch informiert. Dann wird noch darauf verwiesen, dass das Protokoll der Gesellschafterversammlung, noch übersandt wird. Hier wird sicher schon der ein oder andere IBH-Gesellschafter stutzig und wird sich fragen, wieso die Erstellung von Gesellschafterprotokollen so lange dauert und wann sie tatsächlich bei den IBH-Gesellschaftern eintreffen.

Dubiose Behauptung des Verkaufs zum derzeitigen Liquidationserlös!

Dann wird es interessant. So wird behauptet, eine Vielzahl von Gesellschaftern habe die IBH angerufen und mit um Mitteilung gebeten, welche Möglichkeit es gibt, ihren Anteil an dem Fonds vorzeitig zu verkaufen. Weiter lesen wir: „Die FD-Treuhand GmbH hat zu Ihrem Fonds ein Kaufangebot in Aussicht gestellt, welches Sie für einen Investor begleitet. Damit haben Sie die Möglichkeit, soweit uns bekannt ist, Ihren Anteil zu derzeitigen Liquidationserlös vorzeitig zu verkaufen.“ Warum eiert die IBH so rum und schwurbelt: „soweit uns bekannt ist“? Entweder man kennt die Fakten und nennt Ross und Reiter oder man verzichtet auf vorgebliche Informationsschreiben. Ebenso dubios ist die Behauptung, dass der Fondsanteil zum derzeitigen Liquidationserlös“ übernommen würde. Auch hier sind große Zweifel anzumelden.

Vorläufiges Auseinandersetzungsguthaben unsicher!

Das Einzige was den IBH-Anlegern in diesem Zusammenhang vorliegt, sind die sog. Mitteilungen über ein vorläufiges Auseinandersetzungsguthaben per 30. Juni 2017. Hier werden vielfach mehrere Szenarien aufgelistet, die zu völlig unterschiedlichen Liquidationsergebnissen führen würden. Immer unter dem Label „vorläufig“! Nichts Genaues weiß man nicht! Und dann wird von der IBH behauptet, dass die FD-Treuhand GmbH zum derzeitigen Liquidationswert kaufen würde. Man glaubt es nicht!

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) mit Risiko der quotalen Nachzahlungspflicht!

Besinnt man sich allerdings auf die Aussagen der FD-Treuhand auf IBH-Gesellschafterversammlungen, so war dort immer die Rede vom Kauf zum Liquidationserlös und dieser wird bekanntlich erst am Ende der Liquidation ermittelt und kann sich bekanntermaßen bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) auch in eine quotale Nachzahlungspflicht der persönlich haftenden Gesellschafter verwandeln. Deshalb sollten die IBH-Gesellschafter immer sicherstellen, dass ihre quotale persönliche Haftung ausgeschlossen ist. Denn ob die FD-Treuhand für eventuelle Nachzahlungen aufkommen will, ist doch stark zu bezweifeln.

Gallinat-Darlehen noch offen, Liquidationserlös wird verrechnet!

Ebenso sollten IBH-Gesellschafter weiter bedenken, dass ein über die Gallinat-Bank AG finanzierter Fondsanteil noch mit weiteren Verpflichtungen verbunden sein kann. Soweit das Darlehen noch bedient werden muss und dies ist bei relativ vielen IBH-Gesellschaftern noch der Fall, muss bedacht werden, dass ein eventueller Liquidationserlös dem Darlehenskonto gutgeschrieben wird. Die Gallinat Kredit Management C. V. wird sich freuen. Der Anleger auch?

Augen auf und Kaufangebote kritisch prüfen!

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das Informationsschreiben „Möglichkeit frühzeitiger Verkauf“ zumindest äußerst missverständlich ist und für Verwirrung sorgt. Aber hat Martin S. nicht selbst von einer verfehlten Informationspolitik geschrieben und Besserung gelobt? Machen Sie sich ihr eigenes Bild und prüfen die Angebote kritisch!

Und was können IBH-Anleger jetzt tun?

Auch wenn Schadenersatzansprüche gegen Anlageberater und Vermittler 10 Jahre nach Fondsbeitritt verjähren, haben die Anleger weiter ihre Gesellschafterrechte und können diese auch ausüben. So kann die Möglichkeit bestehen, aus wichtigem Grund die Gesellschaftsbeteiligung zu beenden. Sobald man kein Fondsgesellschafter bzw. GbR-Gesellschafter mehr ist, besteht auch keine Zahlungsverpflichtung mehr und der Alptraum kann ein Ende haben.

 

 

PS: Um Rechtssicherheit zu erhalten, bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist, in Erfüllung unserer satzungsgemäßen Aufgaben, kostenlos. Sie erfahren, ob Sie Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus. Sie erhalten damit eine Entscheidungsgrundlage!