Grüezi-Schrottimmobilien-Prozess (3. Verhandlungstag)

Stand: 04.05.2015

Paukenschlag! – Katja R. packt aus und belastet Mitangeklagte schwer!

Am 04.05.2015 wurde der Grüezi-Schrottimmobilien-Prozess im legendären Schwurgerichtssaal 700 des Kriminalgerichts Moabit fortgesetzt.

Nachdem die Riege der Angeklagten wieder neben ihren gutbezahlten Verteidigern Platz genommen hatte, wurde die stundenlange Verlesung der Anklageschrift fortgesetzt.

Fall für Fall wurde von der Staatsanwältin verlesen, wie ahnungslose Mitbürger durch die Teilnahme an Gewinnspielen geködert wurden und dann ins Räderwerk der Schrottimmobilienverkäufer gerieten und am Ende mit einem Schuldenberg und einer häufig maroden Immobilie zurückblieben.

Es war schon erschreckend zu hören, wie die Anleger bearbeitet wurden und dann unter Zeitdruck gesetzt, beim Notar Kaufvertragsangebote unterschrieben haben. Hier tauchte übrigens bei Verlesung der Anklageschrift auch wieder der „Kurzzeitsenator“ Michael B. auf, der auch eine Beurkundung vorgenommen hatte. Allerdings wurde ihm ja bescheinigt, dass es keine Anzeichen für Straftaten gäbe.


Die Möglichkeit zur Anklageschrift Stellung zu nehmen, wurde von den meisten Angeklagten vorerst abgelehnt. Nur der Verteidiger von Roman D. rügte, dass die Anklageschrift den Tatbeitrag seines Mandanten nur unzureichend beschriebe und nicht erkennbar wäre, was ihm konkret vorgeworfen würde.

Am Nachmittag ging es mit einem Paukenschlag weiter. Die Angeklagte Katja R. hatte sich entschlossen reinen Tisch zu machen und über ihre Verteidigerin eine Erklärung abzugeben. Dabei belastete sie die Mitangeklagten Roman D. und Marian B. schwer.

Nach ihrer Beschreibung war Roman D. die Schlüsselperson, in dessen Händen die Planung lag und der den Verkauf und die Finanzierung der Immobilien koordinierte.

Marian B. wiederrum, der noch immer in Untersuchungshaft sitzt, war nach der Erklärung von Frau Katja R. der Kopf des Vertriebes. In enger Abstimmung mit Roman D. trieb er den Verkauf der Immobilien voran. Da er selber nicht als Geschäftsführer tätig werden konnte und wollte, schob er andere vor. Damit kam die Angeklagte Katja R. in die unangenehme Situation, für Dinge gerade stehen zu müssen, die sie scheinbar nicht überblicken konnte.

Marian B. übte, laut Bekundung von Frau Katja R., Druck auf sie und auf seine Mitstreiter aus, drohte ihnen und schreckte auch vor körperlicher Gewalt nicht zurück. Gleichzeitig gab er das Geld mit vollen Händen aus und gönnte sich ein Luxusleben auf Kosten seiner ahnungslosen Opfer.

Erst durch die Berichterstattung über den Strafprozess gegen die Betrügerbande von Kai-Uwe K. kam die Angeklagte Katja R. zu der Einsicht, dass sie sich aus dieser verhängnisvollen Gesellschaft lösen müsse. Abschließend entschuldigte sie sich bei ihren Opfern und ihrer Familie. Es ist aller Ehren wert, wenn man sich entschließt, für sein Verhalten gerade zu stehen und an der Aufklärung mitzuwirken.

Nach dieser mutigen Erklärung hatte man den Eindruck, dass viele der Mitangeklagten perplex waren und auch manch einer der Verteidiger schien seine Verteidigungsstrategie zu überdenken.

Die Front der Angeklagten bröckelt und man kann nur hoffen, dass dies auch andere Angeklagte zur Einsicht bringt, ihr Verhalten zu überdenken und ebenfalls Verantwortung zu übernehmen.

Zum Schluss der Sitzung wurde einigen Angeklagten auferlegt, sich in den sitzungsfreien Wochen bei ihrer zuständigen Polizeidienststelle zu melden. Noch sind einige der Haftbefehle nur ausgesetzt und können jederzeit, bei Verstoß gegen Auflagen wieder vollzogen werden.

Die Sitzung wird am 07.05.2015 fortgesetzt und wir werden weiter berichten.

P.S.: Als besonderen Service bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist kostenlos. Sie erfahren, ob Sie überhaupt Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie den Fragebogen aus.

 

 


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