Grüezi-Schrottimmobilien-Prozess 25. Verhandlungstag!

Stand: 16.09.2015

Grüezi-Schrottimmobilien-Prozess (25. Verhandlungstag)! – Eine dubiose Zeugin! – Viel Lärm um nichts?

Der 25. Verhandlungstag fand wieder einmal im berühmten Verhandlungssaal 500 des Kriminalgerichts Moabit statt, da der Schwurgerichtssaal 700 von einem anderen Verfahren belegt wurde.

Zuerst wurden wieder Fragen des Selbstleseverfahrens thematisiert. Bestimmte Dokumente sollten davon ausgenommen werden, damit sich die Kammer im Rahmen der Beweisaufnahme einen unmittelbaren Eindruck verschaffen konnte. Gleichwohl wurde ein weiteres Selbstleseverfahren initiiert, in dem sich die Verfahrensbeteiligten mit diversen weiteren Dokumenten vertraut machen müssen.

Von einem Verteidiger des Angeklagten Roman D. wurde eine weitere Prozesserklärung abgegeben und darauf verwiesen, dass die von Katja R. ausgefüllten Bewirtungsbelege, wohl kein taugliches Beweismittel sein können, da diese quasi in einem Akt „kreativer Buchführung“ verfasst wurden.

Auch ein Verteidiger von Marian B. äußerte sich in einer Prozesserklärung zu den Einlassungen einer Zeugin, in Bezug auf Erlebnisse mit dem Angeklagten.

Danach stand eine weitere Zeugenvernehmung auf dem Plan der Strafkammer. Die Ex-Mitarbeiterin war auch im Außendienst tätig. Auch sie telefonierte auf Basis der „Gewinnkarten“ mit potentiellen Kunden und sollte diese mit einem Leitfaden davon überzeugen, sich mit dem mutmaßlichen „Steuersparmodell“ zu beschäftigen. Dabei sollte sie die persönlichen Verhältnisse der Kunden eruieren und Besuchstermine im Büro vereinbaren. Bei diesen wurde dann das Verkaufsgespräch 1 und 2 durchgeführt. Dabei soll Gespräch 1 in der Regel von dem Angeklagten Rene P. und das Gespräch 2 immer von Marian B. durchgeführt worden sein. Dabei sollten diese Gespräche in einem Abstand von 3 bis 5 Tagen durchgeführt werden.

Nach dem Empfinden der Zeugin waren Marian B. und Katja R. die Chefs des Vertriebes. Katja R. empfand sie als arrogant. Auf entsprechende Vorhalte stellt sich heraus, dass sie mit Katja R. wohl persönliche Probleme hatte und sie deshalb belastet.

Nach ca. sechs Monaten empfand sie ihre Tätigkeit als faule Sache und beendete ihre Arbeit im Vertrieb. Vom Vorsitzenden der Strafkammer wird ihr auch vorgehalten, dass sie bei der Polizei andere Aussagen gemacht hätte. Auch Fragen zu ihrer mentalen Verfassung beantwortete sie nur ausweichend und taktierend.

Der Vorsitzende fragte sie auch, ob sie im Nachgang Kontakt mit Rechtsanwälten gehabt hätte. Darauf erzählte sie eine abenteuerliche Geschichte, konnte aber weder eine genaue Anschrift benennen, noch erinnerte sie sich an beteiligte Personen. Auch per Internet präsentierte Fotos frischten ihre Erinnerung nicht auf. Lediglich eine kleine Wohnzimmerkanzlei am Kurfürstendamm erwähnte sie vage. Dies half, allerdings trotz aller Bemühungen, der Strafkammer auch nicht weiter. Vielmehr verwickelte sich die Zeugin im Verlauf der weiteren Befragung immer mehr in Widersprüche. Auch die eindringlichen, teilweise polemischen Fragen der Verteidiger ließen die Zeugin immer unglaubwürdiger erscheinen.

Da noch diverse Fragen offen waren, entschloss sich die Strafkammer die Zeugin noch ein weiteres Mal zu laden und die Zeugenvernehmung fortzusetzen.

Nach diesem Verhandlungstag 25 wird eine Verhandlungspause bis zum 08.10.2015 eingelegt.

Die Sitzung wird am 08.10.2015 um 9:15 Uhr im Saal 700 fortgesetzt und wir werden weiter berichten.