Grüezi-Schrottimmobilien-Prozess, 13. Verhandlungstag

Stand: 01.07.2015

Grüezi-Schrottimmobilien-Prozess (13. Verhandlungstag)! – Prozesserklärungen zurückgezogen! – Mitangeklagte weiter belastet!

Nach dem unerwartet kurzen 12. Verhandlungstag waren nun wieder alle Angeklagten an Bord und hatten sich mit ihren Anwälten im Schwurgerichtssaal 700 des Kriminalgerichts Moabit zum 13. Verhandlungstag eingefunden.

Durch das Gericht wurden der Verteidigung weitere Akteneinsichten in Aussicht gestellt, allerdings unter der Aufsicht eines Justizbeamten.

Im Verlauf der Verhandlung wurden angekündigte Prozesserklärungen von Angeklagten unter dem Hinweis auf weitere Ermittlungen zurückgezogen.

Die Verteidiger machten der Strafkammer schwer nachvollziehbare Vorwürfe und ebenso wurden wieder Anträge auf Unterbrechung des Verfahrens gestellt. Hierzu wurde vom Vorsitzenden Richter auch noch einmal auf § 238 Strafprozessordnung (StPO) verwiesen, dass die Verhandlungsleitung dem Vorsitzenden obliegt und das Gericht bei Beanstandungen entscheidet.

Die Verhandlung wurde nach der Mittagspause mit der Befragung von Katja R. fortgesetzt. Die Befragung wurde durch den Vorsitzenden durchgeführt. Dabei wurden wieder die komplexen Firmenstrukturen erörtert und wer welche Rolle in diesem Konstrukt hatte. Dabei wurden teilweise Personen als Geschäftsführer eingesetzt, die allerdings nur als Strohmänner tätig wurden, um die tatsächlichen Verhältnisse zu verschleiern.

Behandelt wurden auch Fragen der Finanzierung. Für die Finanzierungen war der Angeklagte Peter S. zuständig. Dabei stand immer die Frage im Raum, welche Finanzierung realisiert und welches Objekt damit verkauft werden kann.

Hier wurden Absprachen mit den Bauträgerfirmen getroffen, welche Finanzierungen durchgeführt werden können. Dabei wurden von den Bauträgern auch Gelder bereitgestellt, um die Eigenkapitalnachweise erbringen zu können.

Marian B. hat dabei die Schlüsselrolle gespielt und auf der Vertriebsebene die Entscheidungen getroffen. Dabei erfolgte allerdings die Rücksprache mit der Bauträgerebene in der Roman D. tätig war. So ergab sich ein stetes Wechselspiel zwischen Vertrieb und Bauträgern.

Soweit die Modalitäten geklärt waren, erfolgten die Abstimmungen mit den finanzierenden Banken.

Dabei wurden zum Teil die Erwerber als „Selbstnutzer“ deklariert, um auf diese Weise, doch noch die Finanzierung sicherzustellen. So wurden allerhand Tricks angewandt, um am Ende zum Verkaufserfolg zu kommen.

Die Strafkammer konnte sich somit wieder ein genaueres Bild im Zusammenwirken von Vertriebs- und Bauträgerebene machen und die Aktivitäten einzelner Angeklagter besser einordnen.


Die Befragung von Katja R. wird am nächsten Verhandlungstag weitergeführt.

Die Sitzung wird am 02.07.2015 um 9:15 Uhr im Saal 700 fortgesetzt und wir werden weiter berichten.