Euro Grundinvest AG – Genussrechte I und II – Urteile, die helfen können!

Kann ich meine Genussrechtsbeteiligungen kündigen oder welche Möglichkeiten des Ausstieg habe ich noch? Welche Erfahrungen haben andere EGI-Anleger gemacht?

Die Euro Grundinvest Gruppe (EGI) versteht sich selbst als Anbieter von Premiumimmobilien, der die gesamte Wertschöpfungskette betreut. Die Anleger konnten sowohl Fondsanteile, typische stille Beteiligungen, als auch Genussrechte zeichnen.

Durch die Firma Euro Grundinvest AG wurden Anlegern Genussrechte angeboten. Diese wurden als „Genussrechte I“ (2012) und „Genussrechte II“ (2013) aufgelegt.

Gibt es schon einschlägige Urteile, die auch Genussrechtszeichnern helfen können? Wie läuft es bei den Schadenersatzklagen von Fondszeichnern der EGI?

Schadensersatzklagen von EGI-Anlegern zu Fondsbeteiligungen wurden sowohl vor dem Landgericht München, als auch vor dem Oberlandesgericht München verhandelt und zu Gunsten der EGI-Anleger entschieden. Sowohl das LG München als auch das OLG München stellten schwerwiegende Prospektfehler fest. Hierbei wurde insbesondere auf die komplizierte gesellschaftsrechtliche Konstruktion verwiesen und dass der Prospekt nicht hinreichend über die maßgeblichen personellen Verflechtungen aufklärt.

Interessant sind die Parallelen bei den Versprechen der Euro Grundinvest AG, die als Gründe für eine Investition (Genussrechte II) aufgeführt wurden.

    stabile Einnahmen: 8 % p.a., zusätzlich bis zu 4 % Gewinnbeteiligung p.a.
•    wahlweise vierteljährliche Auszahlungen oder automatische Wiederanlage mit Zinseszinseffekt
•    Transparenz: regelmäßige Investitionsberichte
•    20 Jahre Erfolgsbilanz
•    keine Bankschulden
•    sehr kurze Laufzeit: nur 36 Monate


Weiter findet man in den Werbebroschüren so vollmundige Aussagen wie: „Die Euro Grundinvest beherrscht die gesamte Klaviatur des Immobiliengeschäfts, vom Einkauf der Grundstücke über die Planung und den Bau bis zur erfolgreichen Vermarktung. Die handelnden Personen und Partner der Euro Grundinvest sind seit 1987 in der Immobilien- und Baubranche tätig.“

Wie sollen Anleger solche Aussagen bewerten? Ist das seriös?

Bezeichnend ist der Verweis auf die Erfahrungen der handelnden Personen. So war zum Beispiel bis 2014 Erwin B. Vorstand der Euro Grundinvest AG, der auch bei einer Vielzahl von anderen Firmen der Euro Grundinvest Gruppe (EGI) tätig war. Da die gleichen Aussagen, auch in Vertriebsmaterialien für die EGI-Fondsgesellschaften verwendet wurden, hat sich auch schon das Landgericht und Oberlandesgericht München damit befasst. Es kam dabei zu einer kurzen aber überaus erschreckenden Einschätzung: „Darüber hinaus sind die Angaben zur Qualifikation und Erfahrung der handelnden Personen, insbesondere des ehemaligen Chauffeurs und EGI-Vorstand Erwin B., unrichtig.“

Vermittelt und vertrieben wurden die Genussrechte u.a. von der dima24.de Anlageberatung bzw. Vermittlung. Hier war der Boss Malte Hartwieg, der sich im Visier staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen befindet. Auch hier ist die Einschätzung des OLG München zum Fondsprospekt der Euro Grundinvest Deutschland 15 GmbH & Co. KG bezeichnend: „Die komplizierte und verschachtelte gesellschaftsrechtliche Konstruktion wird im Prospekt schon deshalb nicht hinreichend deutlich geschildert, weil die alles beherrschende Position und Einflussmöglichkeiten von Malte Hartwieg nicht offen gelegt werden.“

Dies korrespondiert auch mit der miserablen Informationspolitik und der Verletzung der Publizitätspflichten. Sieht so versprochene Transparenz aus? Hier hilft auch nicht das Versprechen von regelmäßigen Investitionsberichten, wenn es die Euro Grundinvest AG nicht einmal schafft, die gesetzlichen Vorgaben zu überfüllen.

Mithin bieten die Münchener Urteile in Bezug auf die Fondsanteile der EGI interessante Parallelen, die auch bei Genussrechtszeichnern, Berücksichtigung finden können.

Die Genussrechte als Kapitalanlage sind mit speziellen Risiken verbunden und der Vergleich mit anderen Kapitalanlagen ist dringend erforderlich. Die Anleger sind in Wohl und Weh auf die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft angewiesen. Mithin verbindet sich mit dieser Kapitalanlage das Risiko des Teil- oder gar des Totalverlustes des eingesetzten Kapitals.

Sollten Anleger unzureichend bzw. fehlerhaft beraten oder sogar arglistig getäuscht worden sein, so besteht gegenüber den Initiatoren bzw. Anlageberatern ein Schadensersatzanspruch.


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