Ertrag & Sicherheit (E&S) – Nicht für EVVE-Anleger aus Österreich!

Stand:18.06.2015

Ertrag & Sicherheit (E&S) – Nicht für EVVE-Anleger aus Österreich! – Schlechte Erfahrung? – Was tun?

Im Rahmen der umfangreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gegen die Goldhändler wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges sowie des Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz (KWG) wurde festgestellt, dass insbesondere im Ermittlungskomplex der Europäischen Vereinigung vereidigter Edelmetallberater e.V. (EVVE) eine Vielzahl der Geschädigten aus Österreich kommt.

Diesen wurde die Kapitalanlage der EVVE e.V. vielfach über die Firma Ertrag & Sicherheit Vermögensberatung (E&S) aus Graz vermittelt. Die Firma Ertrag & Sicherheit Vermögensberatung rühmt sich selbst, einer der führenden Vermögensberater in Österreich zu sein. Ebenso hätte man 60 Repräsentanzen und über 3.000 Berater und Empfehlungsgeber. Das Auslandsgeschäft in Tschechien, der Slowakei und Polen wird über die E&S Investments Czech Republic, die E&S Investments Slovakia und die E&S Investments Poland abgewickelt.

Den Anlegern der EVVE wurde in verschiedenen Ländern das Angebot unterbreitet, Edelmetalle in Form von Gold oder Silber zu erwerben. Hier gab es verschiedene Produktlinien, so Noble Metal Deposit, Nobel Metal Owner, Noble Metal Profit und Noble Metal Unlimited.

Während der Ermittlungen gegen die Goldhändler wurden auch diverse Durchsuchungsbeschlüsse in Berlin und Köln erfolgreich vollstreckt und so auch eine Menge von goldfarbenen Metall beschlagnahmt, bei dessen Untersuchung festgestellt wurde, dass es sich zum großen Teil wahrscheinlich um Falschgold handelt.

Problematisch ist, dass den Anlegern der EVVE vermutlich nicht das Eigentum an dem goldfarbenen Material übertragen wurde und auch bei der Beschlagnahmung keine Zuordnung der einzelnen Bestände auf die verschiedenen Firmen vorgenommen werden konnte.

Mittlerweile geriet auch die Europäische Vereinigung vereidigter Edelmetallberater e.V. (EVVE-Vorstand Reiner S.) in den Strudel der Insolvenz. Auch hier wurde ein Insolvenzverfahren beim AG Charlottenburg unter dem Aktenzeichen 36e IN 1829/15 eröffnet.

Bei der Europäischen Vereinigung vereidigter Edelmetallberater e.V. (EVVE) hat das Insolvenzgericht Rechtsanwalt Thomas Kühn als vorläufigen Insolvenzverwalter beauftragt, das Schuldnervermögen zu begutachten und Sicherungsmaßnahmen zu treffen. Aus diesem Grunde wurde der Schuldnerin ein Verfügungsverbot auferlegt. Die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über das Vermögen der Schuldner geht damit auf den vorläufigen Insolvenzverwalter über.

Der vorläufige Insolvenzverwalter wird vor der interessanten Frage stehen, die Hintergründe der geschäftlichen Transaktionen der EVVE auszuleuchten. Dabei wird sicher auch die Firma Ertrag & Sicherheit Vermögensberatung (E&S) eine Rolle spielen. Allerdings besteht aufgrund der bisher eingeschränkten Akteneinsicht des vorläufigen Insolvenzverwalters in die Ermittlungsakten nach wie vor die Gefahr, dass Anleger Zahlungen auf noch nicht bekannte Bankkonten leisten und dadurch geschädigt werden könnten.

Die Anleger sollten noch einmal genau prüfen, mit wem bzw. welcher Gesellschaft sie tatsächlich ihre Gold-Verträge abgeschlossen haben.

Denn die Anleger sind weiter mit einer Vielzahl von Akteuren konfrontiert, die leider nicht bereit oder in der Lage sind, ihre brennenden Fragen kurzfristig zu beantworten.

Wie gehen die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen weiter? Muss ich eine Strafanzeige stellen? Sind Vermögenswerte von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden, auf die geschädigte Anleger später zurückgreifen können? Warum sind die Beschuldigten nicht in Untersuchungshaft?

Wie arbeitet der vorläufige Insolvenzverwalter? Muss ich meine Forderungen bei ihm anmelden oder bekomme ich eine Benachrichtigung über die Rückabwicklung? Wer kommt als Haftungsadressat noch in Frage? Haften die Initiatoren mit ihrem Privatvermögen? Müssen die Vermittler Schadensersatz leisten? Fragen über Fragen?

Auch dieser Fall ist für die Anleger aus Österreich eine überaus schlechte Erfahrung und viele stellen sich die Frage, welche Bewertungen und Gefahren für ihre Kapitalanlagen damit verbunden sind. Und der ein oder andere Anleger wird sich auch noch an die Fonds der insolventen Shedlin Capital AG oder die Beteiligung an der insolventen Halebridge Asset Management GmbH leidvoll erinnern und wohl hoffen, dass sein Berater von der Ertrag & Sicherheit Vermögensberatung (E&S) ihn nie wieder anruft.

Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen.

P.S. Als besonderen Service bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist kostenlos. Sie erfahren, ob Sie überhaupt Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie den Fragebogen aus.