Endlich! - Grüezi-Schrottimmobilien-Prozess!

Stand: 20.04.2015

Endlich! - Grüezi-Schrottimmobilien-Prozess! – Mutmaßliche Betrügerbande auf der Anklagebank!

Nach weiteren umfangreichen Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft beginnt am 23.04.2015 der nächste Prozess gegen mutmaßliche Schrottimmobilienbetrüger aus dem Grüezi-Komplex.

Den Ex-Vorständen der Grüezi Real Estate AG, Johannes R. und Roman D. und ihren Helfershelfern wird bandenmäßiger Betrug im Zusammenhang mit dem Verkauf von Schrottimmobilien vorgeworfen. Zehn Personen werden ab dem 23.04.2015 auf der Anklagebank sitzen.

In den Jahren 2008 bis 2012 sollen die Beschuldigten arbeitsteilig sog. Schrottimmobilien an unerfahrene Käufer als Steuersparmodelle verkauft haben. Die Käufer sollen über den tatsächlichen Zustand der Immobilien nicht zutreffend informiert worden sein. Ebenso wurden die erheblichen Vertriebsprovisionen von bis zu 20% nicht thematisiert. Dabei wurde den unerfahrenen Käufern von dubiosen Vertrieblern, u.a. Marian B., regelmäßig versprochen, dass sich der Erwerb durch die steuerlichen Vergünstigungen und die Mieteinnahmen praktisch von alleine rechne. Nach Ablauf der steuerlichen Förderung könne man die Wohnung dann mit Gewinn verkaufen.

In vielen Fällen wurden die Kunden nach den Verkaufsgesprächen kurzfristig zum Notar gebracht. Dort sollten sie mehrfach nach Anweisung des Vertriebes bestätigen, dass sie die Verkaufsunterlagen schon zwei Wochen hatten und mithin zur Beurkundung bereit seien. Durch die Notare wurde dies oft beurkundet, obwohl sie wussten, dass dies unzutreffend war. Damit war der Anleger in die Falle getappt und an sein notarielles Angebot gebunden. So sitzt auch Notar Meinhard O. auf der Anklagebank, dem Beihilfe zum Bandenbetrug und Falschbeurkundung im Amt vorgeworfen wird.

Viele Beobachter werden sich auch noch an den Strafprozess gegen den Immobilienbetrüger Kai-Uwe K. erinnern, der mit seinen acht Komplizen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurde. Interessant war dabei auch die Einschätzung des damaligen Richters, dass ohne die fragwürdige Beteiligung von Notaren und einer Bank die Kriminellen ihr Geschäft nicht aufziehen können.

Im Nachgang dazu wurde auch noch der Notar Marcel E. zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Er hatte seinerzeit den „Kurzzeitsenator“ Michael Braun in Bedrängnis gebracht, der wegen Vorwürfen mit umstrittenen Verkäufen von Immobilien nach zwölf Tagen im Amt des Justiz- und Verbraucherschutzsenators zurückgetreten war. Auch ihm wurde vorgehalten, Immobilienkäufer nicht ausreichend aufgeklärt zu haben. Allerdings kam das Landgericht zur Einschätzung, dass es keine Anzeichen für Straftaten gäbe. Gleichwohl wird auch er vermutlich den Prozess mit Interesse verfolgen.

Viele Geschädigte werden nach ihren bitteren Erfahrungen mit Grüezi und Konsorten dankbar sein, dass sich die Justiz des Landes Berlin der Aufgabe angenommen hat, den Schrottimmobiliensumpf trocken zu legen und die Verbraucher wirklich zu schützen. Die akribischen Ermittlungen von der Berliner Staatsanwaltschaft und des Landeskriminalamtes führten nunmehr zu den nächsten Anklagen. Das Strafgericht ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden, ein weiteres Kapitel der „Schrottimmobiliensaga“ aufzuarbeiten und eine gerechte strafrechtliche Würdigung zu finden. Dabei kann man ihm nur viel Erfolg wünschen.

P.S.: Als besonderen Service bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist kostenlos. Sie erfahren, ob Sie überhaupt Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie den Fragebogen aus.