BWF-Stiftung – TMS – EVVE e.V. - Insolvenzverfahren!

Stand: 22.05.2015

BWF-Stiftung – TMS – EVVE e.V. - Insolvenzverfahren! – Was wird aus der Rückabwicklung der Goldverträge?

Die umfangreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gegen die Edelmetallhändler gehen weiter. Nachdem wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges sowie des Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz (KWG) 120 Polizeibeamte Durchsuchungsbeschlüsse in Berlin und Köln erfolgreich vollstreckt haben, haben nun auch die Insolvenzexperten viel Arbeit.

Mit Beschluss vom 26. März 2015 hat das Amtsgericht Charlottenburg (Insolvenzgericht) die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen des Bund Deutscher Treuhandstiftungen e.V. („BDT e.V.“) unter dem Aktenzeichen 36b IN 1350/15 angeordnet. Rechtsanwalt Christian Graf Brockdorff wurde zum vorläufigen Verwalter bestellt.

Mitte April fielen die nächsten Dominosteine aus dem Netzwerk der dubiosen Goldhändler. Für die TMS Dienstleistungs GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Rainer Schreiber wurde ein Insolvenzverfahren unter dem Aktenzeichen 36t IN 1891/15 beim AG Charlottenburg eröffnet.

Ebenso geriet die Europäische Vereinigung vereidigter Edelmetallberater e.V. (EVVE-Vorstand Reiner Schreiber) in den Strudel der Insolvenz. Auch hier wurde ein Insolvenzverfahren beim AG Charlottenburg unter dem Aktenzeichen 36e IN 1829/15 eröffnet.

Sowohl bei der TMS Dienstleistungs GmbH als auch beim der Europäische Vereinigung vereidigter Edelmetallberater e.V. (EVVE) hat das Insolvenzgericht Rechtsanwalt Thomas Kühn als vorläufigen Insolvenzverwalter beauftragt, das Schuldnervermögen zu begutachten und Sicherungsmaßnahmen zu treffen. Aus diesem Grunde wurde auch jeweils der Schuldnerin ein Verfügungsverbot auferlegt. Die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über das Vermögen der Schuldner geht damit auf den vorläufigen Insolvenzverwalter über.

Der vorläufige Insolvenzverwalter wird vor der interessanten Frage stehen, die Hintergründe der geschäftlichen Transaktionen der TMS und der EVVE auszuleuchten. Allerdings steht er vor der Herausforderung, wegen der laufenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen nur einen eingeschränkten Zugang zu den Akten zu haben. Mithin besteht nach wie vor die Gefahr, dass Anleger Zahlungen auf noch nicht bekannte Bankkonten leisten und dadurch geschädigt werden könnten.

Es gibt Anzeichen dafür, dass auch in Österreich, Tschechien und der Slowakei Produkte der Berliner Edelmetallhändler platziert wurden. Hier werden sicher auch noch weitere Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft erforderlich sein.

Die Szene der Goldhändler und ihre Berater sind nun zumindest aufgeschreckt und man kann im Interesse der Anleger nur hoffen, dass Staatsanwälte und Kriminalisten nicht schon die nächsten „Besuche“ planen müssen. Oder vielleicht doch …

Diese Causa ist für die Anleger eine überaus schlechte Erfahrung und viele stellen sich die Frage, welche Bewertungen und Gefahren für ihre Kapitalanlagen damit verbunden sind.

Die Anleger sollten noch einmal genau prüfen, mit wem bzw. welcher Gesellschaft sie tatsächlich ihre Gold-Verträge abgeschlossen haben.

Denn die Anleger sind weiter mit einer Vielzahl von Akteuren konfrontiert, die leider nicht bereit oder in der Lage sind, ihre brennenden Fragen kurzfristig zu beantworten.

Wie gehen die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen weiter? Muss ich eine Strafanzeige stellen? Sind Vermögenswerte von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden, auf die geschädigte Anleger später zurückgreifen können? Warum sind die Beschuldigten nicht in Untersuchungshaft?

Wie arbeiten die vorläufigen Insolvenzverwalter? Muss ich meine Forderungen bei ihm anmelden oder bekomme ich eine Benachrichtigung über die Rückabwicklung? Wer kommt als Haftungsadressat noch in Frage? Haften die Initiatoren mit ihrem Privatvermögen? Müssen die Vermittler Schadensersatz leisten? Fragen über Fragen?

Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen.

P.S. Als besonderen Service bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese
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