23. Verhandlungstag im Prozess gegen Eupen

Stand: 15.08.2013

Am 05.08.2013 wurde der Prozess gegen Eupen mit der Zeugenvernehmung weiterer Geschädigter fortgesetzt.

Ein ungewöhnlicher Fall. Das Ehepaar K. hatte eine Wohnung über die Steuerfüchse gekauft. Sie waren aber nicht zufrieden und wandten sich an den Vermittler Hon, damit dieser den Weiterverkauf beauftragt.

Hon hatte erklärt, dass man dann eine Provision von 10.000 Euro haben wollte. Sie hätten sich vorher in einem Café getroffen. Anschließend sind sie dann zu Notar Eupen gegangen. Der hätte sich alles angehört. Sie sollten dann in 2 ½ Stunden  wiederkommen, dann wäre alles vorbereitet. So geschah es. Sie haben bei Eupen das Angebot von Herrn H. , dem Käufer, angenommen.

Am Ende hat der Käufer H. doch nicht gekauft. Das Geld haben sie nicht zurückerhalten. Hon hat erklärt, dass er weiter Käufer suchen werde.

Im Anschluss wird der Ehemann der Zeugin vernommen. Sie bestätigt, dass im Jahr 2008 eine Wohnung über die Steuerfüchse gekauft wurde. Diese sollte später weiterverkauft werden. Sie hätten Hon angerufen und sind wieder nach Berlin gefahren. Sie hatten sich in einem Café getroffen. Hon hatte einen Käufer vorgestellt. Der Zeuge kann sich nicht recht erinnern, weiß aber noch, dass es ein Wochenende war und dass seine Frau einen Schwächeanfall beim Notar bekommen hat. Er erkennt Eupen als den Notar wieder, der damals dieses Geschäft beurkundet  hat.

Anschließend wird Hon vernommen. Hon ist im Verfahren gegen Kai Klug und seine Bande wegen Betruges zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.  Er war in der Organisation der Kundendienstbetreuer, so erklärt er in seiner Vernehmung. Er bestätigte, dass die Wohnung verkauft werden sollte. Allerdings hätte ihm Klug gesagt, er solle einen Käufer finden. H. ist ein Bekannter von Hon gewesen und hätte ihm erklärt, dass er die Wohnung kaufen will.

Er berichtet weiter, dass 6.000 oder 10.000 Euro auf die Hand im Restaurant gezahlt worden seien. Der Zeuge Hon beruft sich darauf, dass das Ganze von Kai Klug veranlasst wurde. Ihm ist auch nicht bekannt, ob die Käufer die Wohnung noch haben. Er sollte den Käufern einen Gefallen tun.

Der Widerruf des Kaufvertrages ist nicht von ihm geschrieben worden. Darum hatte sich Kai Klugs Büroleiterin, Frau F., gekümmert.

Er bestreitet, dass er bei dem Annahmetermin des geschädigten Ehepaares dabei gewesen sei. Er hätte damit nichts zu tun, so erklärt er wiederholt. Die Annahme sei nicht bei Eupen, sondern bei Notar O. vollzogen worden, so erklärte Hon. Der ganze Vorgang sei von der Büroleiterin Frau F. auf Anordnung von Klug bearbeitet worden. Der „Scheinkäufer“ H., Hartz IV Empfänger, war nur dafür da, bei Eupen den Käufer zu spielen, so erklärt der Zeuge H. gegenüber der Vorsitzenden Richterin. Herr H. hätte große Angst gehabt. Hon hätte ihm gesagt, er solle sich für den Notartermin einen Anzug anziehen. Von der Vorsitzenden Richterin wurde er zuvor unter Hinweis auf § 55 der Strafprozeßordnung auch dahingehend belehrt, dass er nichts sagen müsse, womit er sich selbst belasten würde.

Die Verhandlung wird am 08.08.2013 fortgesetzt.