15. verhandlungstag im Prozess gegen Eupen

Stand: 26.06.2013

Der 25.06.2013 war der 15. Verhandlungstag im Prozess gegen den ehemaligen Notar Eupen. An diesem Tag wurden Zeugen vernommen. Der erste Zeuge ist ein Wohnungskäufer, der über Dr. Lindemann alias Hartmut Siebrand eine Wohnung erworben hat.

Es war der übliche Ablauf – der Anruf zur Steuerpolitik, dann der Hausbesuch. Wenige Tage darauf, an einem Sonnabend, erfolgte der Besuch im Büro.

Dr. Lindemann alias Siebrand erzählt vom Steuersparkonzept, das heißt, man könne an einem Konzept von denkmalgeschützten Immobilien teilnehmen. Das Ganze sei wie ein Kreislauf, und zwar werden jedes Jahr 2.000 Euro ausgeschüttet, nach 10 Jahren sei alles vorbei.

Dann ging es mit einem südländischen Typen (also wohl Dramé) zu Eupen. Dr. Lindemann hatte dem Zeugen erklärt, dass man beim Notar keine Fragen stellen solle. An die 14-Tage-Frist kann sich der Zeuge heute nicht mehr erinnern. Der Notar hat eine halbe Stunde verlesen. Dem Zeugen war nicht bewusst, dass er eine Wohnung kauft, dass er dafür 115.000 Euro bezahlen muss. Erst zu Hause hat sich der Zeuge das Exposé angeschaut und dann versucht, Dr. Lindemann anzurufen.

Als er dann die Rechnung vom Notar bekommen hat, wusste er dessen Adresse und die Telefonnummer. Er hat dann den Widerspruch erklärt. Er hat dies auf dem Postwege getan, aber auch das Ganze bei Eupen abgegeben. Das Ganze sollte sich praktisch von alleine tragen, vielleicht ein Eigenkapital von 40 bis 50 Euro. Der Verteidiger zweifelt an, dass der Zeuge tatsächlich den Brief persönlich in den Briefkasten bei Eupen gesteckt hat bzw. dass die Fotos zu diesem Vorgang später gemacht wurden.

Der Freund des Zeugen wurde dann ebenfalls vernommen. Er bestätigt noch mal, dass der Brief in den Briefkasten bei Eupen eingeworfen wurde.

Es folgt dann die Vernehmung einer ehemaligen Mitarbeiterin von Eupen. Sie fertigte die Notarurkunden an und kontrollierte die Buchhaltung als enge Vertraute von Eupen. Die Zeugin bestätigte, dass diverse Vertriebe mit Eupen zusammengearbeitet haben.

Meist wurden die Beurkundungstermine sehr kurzfristig vereinbart,  oft für den folgenden Tag. Die Beurkundungen fanden auch spät am Abend statt, genauso wie am Sonnabend oder am Sonntag. „Wie am Fließband“ lief es. Die Termine sind im 30-Minuten-Takt vergeben worden. Die Zeugin berichtete, dass es auch Gutscheine gab, wenn Beurkundungen bei Eupen stattfanden. Diese wurden von der SaFin, einem inzwischen insolventen Vertrieb, verteilt, wenn der Termin bei Eupen stattfand.

Der Ehemann der Zeugin hatte ein Hotel an der Ostsee. Das war also ein gemeinsames Vertriebskonzept, von dem der Vertrieb, von dem das Hotel, aber eben auch Notar Eupen, profitierten. Das sagt einiges über das Amtsverständnis von Eupen aus.

Die Vernehmung dieser Zeugin wurde unterbrochen und in einem späteren Termin fortgesetzt.

Die Hauptverhandlung wird am 29.07.2013 fortgesetzt.