12. Verhandlungstag im Prozess gegen Eupen

Stand:22.05.2013

Am 14.05.2013 wird der Prozess gegen den ehemaligen Notar Eupen fortgesetzt. Eupen gibt zunächst einige Erklärungen ab.

Dann folgt die Vernehmung eines geschädigten Ehepaares. Zunächst wird der Mann als Zeuge vernommen. Dieser erzählt noch einmal die Geschichte, wie wir sie schon oft gehört haben. Siebrand tritt als „Dr. Siebrand“ auf. Er erklärt, dass man Investitionen am Gebäude über seine Steuern abschreiben könne. Das würde gleich auf der Lohnsteuerkarte eingetragen. 500 bis 600 Euro monatlich würden dann direkt aus den Steuern in Berliner Immobilien investiert werden. Man würde davon profitieren. Siebrand hat dann ein Prospekt von dem Objekt gezeigt. Er hätte auch ausgerechnet, wie sich das alles darstellt. Man würde seine Steuern abzweigen vom Staat und in Immobilien investieren, so erklärt er.

Nach einem Mittagessen, wo sich der Ehemann noch mal mit seiner Frau beraten hätte, wäre es dann gleich zum Notar gegangen. Sie hätten dem Notar, wenn er danach fragt, sagen sollen, dass sie alle Unterlagen schon zwei Wochen vorher bekommen hätten. Der Notar hätte dann alles vorgelesen. Der Ehemann  hätte aber nichts verstanden und dann hat er unterschrieben. Dabei ging es wohl um die Wohnung. Er hätte allerdings auch nicht gewusst, dass es sich um ein Gewerbeobjekt handele und nicht um eine Wohnung. Fragen hätten sie nicht gestellt. Danach seien sie dann nach Hause gebracht worden. Gemerkt, was los ist, hätten sie später, als dann die Finanzierung erfolgt wäre.

Später hätten sie dann im Internet die Anlegerschutzkanzlei Resch gefunden. Da man in diesem Falle juristisch nichts mehr machen konnte, hätten sie sich zum Verkauf der Wohnung entschlossen. Die Wohnung ist dann verkauft worden. Das Geld ist an die finanzierende Bank gegangen. Der Restbetrag muss zurückgezahlt werden. Die Verteidiger von Eupen versuchen dann zu unterstellen, dass die Wohnung unter Preis verkauft worden  sei.

Ziemlich dreist, wenn man sich das Objekt in der Pannierstrasse in Berlin Neukölln anguckt.

Es folgt dann die Vernehmung der Ehefrau. Diese bestätigt dann in gleicher Weise den Ablauf bei Siebrand.

Sie seien dann gleich zum Notar gebracht worden. Dort sollten sie sagen, dass sie alles schon zwei Wochen vorher hatten, sonst müssten sie später noch mal wiederkommen. Das könnte man sich alles sparen. Beim Notar hätten sie ein Exemplar der Notarurkunde zum Mitlesen bekommen. Der Notar hätte auch „mitten drin“ bei der Verlesung des Textes gefragt, ob sie die Zwei-Wochen-Frist eingehalten hätten. Sie waren vorbereitet. Die Antwort kam „wie aus der Pistole geschossen“.

Sie hätten nichts verstanden und auch keine Fragen gestellt.

Beim Hinweis auf die 14-Tage-Frist wird von der Zeugin bestätigt, dass es ihre Unterschrift sei. Das Datum sei aber nicht von ihr.

Die Zeugin bestätigt, dass sie zu Resch Rechtsanwälte über das Internet gekommen sind. Sie hätte sich die Wohnung nicht angeschaut, weil so viele Ratten dort gewesen seien. Später sei die Wohnung dann für 50.000 Euro verkauft worden. Das sei nach ihrer Vorstellung ein guter Preis gewesen, erklärt die Zeugin. Für sie war die Wohnung eigentlich nichts wert. Sie hätten sich nur gewundert, dass man die Wohnung tatsächlich für 50.000 Euro verkaufen konnte.

Auch hier versucht die Verteidigung zu suggerieren, die Wohnung wäre im August 2011 unter Wert verkauft worden.

Die Vorsitzende Richterin verliest eine Vielzahl von Schreiben und unterbricht die Hauptverhandlung gegen 12.45 Uhr.

Die Hauptverhandlung wird am 04.06.2013, 9 Uhr, fortgesetzt.