11. Verhandlungstag im Prozess gegen Eupen

Stand: 11.05.2013

Am 07.05.2013 wurde der Prozess gegen den ehemaligen Notar Marcel Eupen fortgesetzt.

Es sollte Kapischke als Zeuge vernommen werden. Wir kennen ihn bereits aus dem Prozess gegen Kai Klug. Er wurde dort als Mitglied der Bande verurteilt. Herr Kapischke beruft sich auf sein Zeugnisverweigerungsrecht. Deswegen wird seine Vernehmung nicht durchgeführt.

Es erfolgt dann die Vernehmung einer ehemaligen Mitarbeiterin aus dem Notarbüro Eupen. Die Mitarbeiterin belastet Eupen schwer. Es gab Anrufe im Büro, dass kurzfristig Kaufangebote beurkundet werden sollten. Kaufangebote hatten absoluten Vorrang. Den Termin gab es dann jeweils wenige Stunden später. Der Notar wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht, wer der Käufer ist. Die Kunden kamen mit einem Fahrer. Die Zeugin hätte von den Käufern nur die Ausweise kopiert.

Eine andere Mitarbeiterin hätte ihr ein Blanko-Formular gezeigt, wo die 14- Tagesfrist (§ 17, Abs. 2a, Beurkundungsgesetz) eingetragen werden sollte.

In der Türe des Notariatsbüros stand mal ein kräftiger Mann mit verschränkten Armen. Dieser vermittelte den Eindruck, dass man ohne Unterschrift auf dem Blankoformular mit der 14 Tagesfrist nicht wieder aus dem Büro herauskommen könnte.

Die Zeugin bestätigt auch, dass sie Kai Klug fünf bis sechs Mal im Büro gesehen hatte. Da ging es um eine Sitzverlegung, einer der Firmen nach Portugal.

Die Zeugin erzählt, dass sie an einem Termin zur Beurkundung teilgenommen hat. Eupen hätte relativ schnell den Text vorgelesen. Als der Kunde eine Frage hatte, sagte Eupen, dass er jetzt den Text erst einmal vorliest. Die Frage des Käufers wurde nicht beantwortet. Man hätte den Käufer rüde abgebügelt und Eupen hätte die Fragen auch nach dem Vorlesen nicht beantwortet.

Sie hat auch erlebt, dass Kunden angerufen haben. Es wurde die Frage gestellt: „Waren wir gestern bei Ihnen?“ Das bestätigt, dass die Kunden tatsächlich gar nicht wussten, wo sie gewesen waren und zumindest unsicher waren. Es gab auch viele Briefe, wo die Käufer zurücktreten wollten. Eupen hätte dann gesagt, sie können frühestens nach einem bestimmten Datum zurücktreten.

Die Zeugin belastet Eupen schwer, im Hinblick auf die Abläufe der Kanzlei. Es gab auch einen Panzerschrank, in dem sie Formulare mit Blanko-Unterschriften in Sachen CWI gesehen hat. Es sei für sie ein Sumpf gewesen.

Die Zeugin hat vier Monate bei Eupen gearbeitet. So etwas hätte sie allerdings noch nie erlebt. Sie hätte Eupen auch mit einem Bericht über den Grauen Kapitalmarkt konfrontiert. In einem Vieraugengespräch hätte Eupen dann gesagt, dass seien alles Einzelfälle. Die Leute hätten einfach nur ein schlechtes Geschäft gemacht. Eupen hätte versucht,k sie zu überzeugen, dass alles seine Richtigkeit hätte.

Sie hat auch eine Anzeige bei der Notarkammer gemacht, weil es so viele Ungereimtheiten gegeben hätte.

Die Hauptverhandlung wird am 14.05.2013, 9 Uhr, fortgesetzt.