V+ GmbH & Co. Fonds 3 KG

 Venture Capital-Anlagen mit hohem Risiko!  – Kündigung möglich?

 

Die V+ Fondsgesellschaften (Venture Plus Fonds) bewegen sich nach eigener Aussage im Venture-Capital-Markt. Dabei handelt es sich um ein Marktsegment, in dem Beteiligungskapital für als besonders riskant geltenden Unternehmen zur Verfügung gestellt wird und große Erfahrungen des Managements erfordert. Wie sieht die Realität aus und welche Erfahrungen haben V+ GmbH & Co. Fonds 3 KG Anleger gemacht?

Über die Jahre wurden u.a. folgende Fonds aufgelegt:

 

·         V + GmbH & Co. Fonds 1 KG

·         V+ GmbH & Co. Fonds 2 KG

·         V+ GmbH & Co. Fonds 3 KG

·         Venture Plus GmbH & Co. Fonds 4 KG

Die V+ GmbH & Co. Fonds 3 KG wurde 2009 gegründet und hat ihren Geschäftssitz in Landshut.

Auch bei diesem Fonds ist die Beteiligung an anderen Unternehmen der Geschäftszweck. Ebenso sollen wieder Beteiligungen von Anlegern übernommen werden, die in Beteiligungsgesellschaften investiert haben und nur ihre Anlage wieder loswerden bzw. kündigen wollen. Die V + Fondsgesellschaft will damit eine Veräußerungsmöglichkeit auf dem ungeregelten Beteiligungsmarkt bieten. Diese Anteile sollen allerdings überwiegend kostenreduziert erworben werden, das heißt mit erheblichen Abschlägen für die bisherigen Anleger.

Die V + Fonds, so auch die V+ GmbH & Co. Fonds 3 KG sind im Venture Capital Markt bzw. Privat Equity Markt tätig. Beteiligungskapital wird als besonders riskant geltenden Unternehmen zur Verfügung gestellt. Es handelt sich mithin um Wagniskapital. Die Anleger können sich mit geringen Einmalzahlungen oder auch Ratensparplänen an den V + Fonds beteiligen. Der Anleger unterliegt dabei einem Blind-Pool-Risiko, da er vorab nicht weiß, in welche Unternehmen investiert wird und ist auf Gedeih und Verderb von der wirtschaftlichen Entwicklung der Zielunternehmen abhängig, welches auch ein Totalverlustrisiko einschließt. Welche Erfahrungen er dabei macht, bleibt offen.

Negative Erfahrungen könnten Anleger machen, denen durch Anlageberater empfohlen wurde, ihre Kapitallebensversicherungen oder Bausparträge zu kündigen und in die Fondsgesellschaften zu investieren. Mithin wurden Anlagen zur Altersvorsorge in hochriskante Beteiligungen umgeschichtet.

Ebenso fragwürdig sind die hohen Fondsnebenkosten, die kassiert werden. Sieht man sich den Verkaufsprospekt an, betragen die ausgewiesenen Provisionen 24,68 %. Diese fallen u.a. an für: die Eigenkapitalvermittlung, Vertriebskosten, Vertriebskoordination, Haftungsvergütung, die V + Management GmbH, die Vergütung der Treuhandkommanditistin, Vertriebsabrechnung, Initiativleistung. Eine Vielzahl von Posten, die man in dieser Höhe für erklärungsbedürftig halten kann. Diese „Weichkosten“ müssen quasi erst einmal wieder verdient werden, ehe die Gesellschaften in die Gewinnzone kommen würden.

Aber damit nicht genug! Auch die prognostizierten Geschäftskosten sind kritisch zu beurteilen. Auch hier wird wieder ein erheblicher Kostenblock, den Anlegern in Rechnung gestellt. So für die Vergütung der geschäftsführenden Kommanditistin, Miete, Porto, Telefon, Steuerberatung, Jahresabschluss, Softwarekosten, Anlegerbetreuungskosten, Mittelverwendungskontrollkosten. Für die Jahre 2010 bis 2012 wurden hier stolze 593.070 Euro pro Jahr veranschlagt. Auch dies wieder Rechnungsposten, die erst einmal erwirtschaftet werden müssen.

Bevor ein einziger Euro auch nur investiert ist, sehen sich die Anleger so mit diversen „Weichkosten“ konfrontiert. Immer wieder ein Ärgernis und auch ein Problemkreis, dem sich schon der Bundesgerichtshof (BGH) gewidmet hat.

Auch der Bundesgerichtshof beurteilt den wirtschaftlichen Erfolg bei Beteiligungen mit einem Vertriebskostenanteil von mehr als 15% so kritisch, das der Anlageberater des Vertriebs die Anleger ohne Aufforderung darüber informieren müssen. Wenn die Anlageberater dies versäumen, sind sie in der Haftung. Auch wenn so eine Kapitalanlage fälschlicherweise als sicher bezeichnet wird, haftet der Berater.

Sollten Anleger unzureichend bzw. fehlerhaft beraten oder sogar arglistig getäuscht worden sein, so besteht gegenüber den Initiatoren bzw. Anlageberatern ein Schadensersatzanspruch.

 

P.S. Als besonderen Service bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist kostenlos. Sie erfahren, ob Sie überhaupt Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus.