Treuconcept, Berlin

Stand:07.02.2008

Die Treuconcept Financial Consulting GmbH ist ein Vertriebsunternehmen aus Berlin, das steuerbegünstigte Immobilien vertreibt.

Am Kurfürstendamm im Zentrum Berlins residiert die Treuconcept Financial Consulting GmbH. Ihr Macher ist Klaus Peter Görlitz. Seine Tochter Denise Görlitz ist Geschäftsführerin.

Die Vertriebsmethoden der Treuconcept halten wir für unseriös. Die Kundenanbahnung erfolgt über einen gesetzlich verbotenen kalten Anruf, also den Anruf ohne Vorwarnung. Die Verbraucherzentrale Berlin warnt vor dieser Vertriebsmethode unter der Überschrift "Tatwaffe Telefon". Der Angerufene wird gefragt, ob er Steuern sparen will. Wer will das nicht? Den Interessenten sucht dann ein Mitarbeiter auf und erklärt ihm, dass es zunächst einmal darum gehe, einen Vermögenscheck zu machen. Erst dann werde klar, ob überhaupt die Möglichkeit des Steuernsparens besteht.

Bei dem anschließenden Besuch im Büro am Kurfüstendamm wird dann erklärt, der Erwerb einer Immobilie sei der optimale Weg des Steuernsparens. Zum Erwerb der Immobilie brauche man kein eigenes Kapital. Das Ganze rechne sich trotz der Fremdfinanzierung durch die steuerlichen Vergünstigungen und die Mieteinnahmen praktisch von allein. Lediglich eine kleine Zuzahlung sei zu erwarten. Nach Ablauf der steuerlichen Förderung könne man die Immobilie mit Gewinn verkaufen. Damit das Geschäft nicht von jemand anderem weggeschnappt wird, muss schnell ein Termin beim Notar gemacht werden. Es soll ja nur ein Angebot abgegeben werden. Alles geht ganz schnell. Die Anleger fühlen sich regelmäßig überrumpelt.

Tatsächlich erwirbt der Anleger eine Eigentumswohnung. Die versprochene geringe Zuzahlung fällt regelmäßig höher aus. Schwierigkeiten wird der Anleger spätestens dann bekommen, wenn er die Wohnung weiterverkaufen will. Es funktioniert nicht. Der von ihm bezahlte Kaufpreis ist beim Weiterverkauf nicht annährend zu erzielen. Selbst wenn er sich auf einen herben Verlust einstellen würde, würde die finanzierende Bank dem Verkauf nicht zustimmen. Diese wird die Wohnung nur freigeben, wenn das Darlehen vollständig zurückgezahlt werden kann. Dazu wird der Erlös aus dem Weiterverkauf nicht ausreichen. Dadurch wird der Verkauf praktisch unmöglich. Der Anleger sitzt in der Falle. Er wird bei einer regelmäßigen Darlehenslaufzeit von 25 Jahren monatlich draufzahlen. Ein völlig unsinniges Geschäft, dass der Anleger schwerlich getätigt hätte, wenn er wahrheitsgemäß und vollständig über alle für ihn wesentlichen Aspekte und Risiken aufgeklärt worden wäre. Dazu ist der Anlageberater jedoch verpflichtet.

Die Falschberatung muss sich nicht nur der Vertrieb, sondern auch der Verkäufer zurechnen lassen. Der Verkäufer muss den Anleger so stellen, als hätte dieser die Wohnung nicht gekauft.

Siehe auch: Fakten und Hintergründe

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