SachsenFonds Solar I GmbH & Co. KG

Sachsenfonds-Anleger über Risiken aufgeklärt?

Durch das Emissionshaus Sachsenfonds wurden diverse geschlossene Fonds mit einem Milliardenvolumen aufgelegt. Zehntausende von Anlegern investierten ihr Geld vorzugsweise in Immobilienfonds im In- und Ausland, Flugzeugfonds, Filmfonds und Private Equity-Fonds. Aber auch in Fonds im Segment der Erneuerbaren Energien, wie Wind- und Solarfonds im Portfolio der Sachsenfonds-Unternehmensgruppe.

In der Produktlinie Solarfonds wurden für Sachsenfonds-Anleger im Jahre 2007 der SachsenFonds Solar I GmbH & Co. KG und im Jahre 2008 der SachsenFonds Solar III GmbH & Co. KG aufgelegt.

Schauen wir uns den SachsenFonds Solar I GmbH & Co. KG nun im Folgenden etwas genauer an:

Hier sollte in zwei Photovoltaikanlagen an den Standorten „Waldpolenz“ in der Gemeinde Brandis und „Rote Jahne“ in der Gemeinde Doberschütz investiert werden. Auf den ehemaligen Militärflughäfen wurden Anlagen mit Nennleistungen von 24,14 MWp (Megawattpeak) am Standort „Waldpolenz“ und 5,94 MWp (Megawattpeak) am Standort „Rote Jahne“ installiert.

Dafür wurde ein Fondsvolumen von 106,6 Millionen Euro veranschlagt und davon 23,4 Millionen Euro bei gut 1.000 Sachsenfonds-Anlegern eingesammelt. Das Fremdkapital in Höhe von 83,175 Millionen Euro sollte durch Bankdarlehen aufgebracht werden.

Schlussendlich hat die SachsenFonds Solar I GmbH & Co. KG im Jahre 2007 ein Tilgungsdarlehen in Höhe von 75,155 Millionen Euro aufgenommen, das bis zum 30.09.2024 läuft. Bis zum 31.03.2017 muss dafür ein Zinssatz von 4 % p.a. entrichtet werden und danach berechnet sich der Zinssatz am 3-Monats-EURIBOR. Zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos wurde noch ein Zinsswap abgeschlossen, der über die gesamte Laufzeit einen Festzins von 4,35 % p.a. sicherstellen soll.

Und wieviel muss noch durch die SachsenFonds Solar I GmbH & Co. KG an Darlehen zurückgezahlt werden? Noch bestehen ausweislich der Bilanz 2015 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 46.785.934 Euro.

Allerdings stehen dem in der Bilanz 2015 nur Sachanlagen in Höhe von 41.868.284,64 Euro gegenüber. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um die Solarparks der SachsenFonds Solar I GmbH & Co. KG.

Und zu guter Letzt sind zur Sicherung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten die Solarparks sicherungsübereignet worden, sowie die Ansprüche der Gesellschaft aus diversen Leistungsverträgen und aus den Sachversicherungen abgetreten worden. Dies gilt auch für die Guthaben bei Kreditinstituten, die an die Landesbank Baden-Württemberg verpfändet und in vollem Umfang mit einer Lastschriftsperre belegt sind. Alle Auszahlungen dürfen nur mit einer vorherigen Freigabe der finanzierenden Bank vorgenommen werden. Mithin ist zumindest die Bank gut abgesichert.

Und wie sieht es mit den Sachsenfonds-Anlegern aus? Was haben Sie von Ihren Anlageberatern bei der Fondszeichnung gehört? Sind Sie darüber aufgeklärt worden, dass eine Solarfondsbeteiligung eine hoch spekulative Anlage mit erheblichen unternehmerischen Risiken ist, bei der auch mit dem Totalverlustrisiko und Insolvenz gerechnet werden muss. Für Anleger mit dem Anlageziel „Altersvorsorge“ sind geschlossene Fonds und damit auch Solarfonds nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs generell nicht geeignet und hätten von vornherein gar nicht empfohlen werden dürfen.

Wurden Sie darüber aufgeklärt, dass bei Ihnen als Sachsenfonds-Anleger eine persönliche Haftung entstehen kann, wenn der Kommanditist Ausschüttungen erhält, die nicht durch Gewinne erwirtschaftet sind. Nach § 172 Handelsgesetzbuch (HGB) müssen diese Ausschüttungen bei Liquiditätsproblemen des Fonds und im Falle der Insolvenz wieder zurückgezahlt werden. Auch darüber muss der Anlageberater aufklären.

Die Anteile des Fonds wurden u.a. durch Banken vertrieben, die dafür Provisionen erhalten haben. Folgt man der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (sog. Kick-Back-Rechtsprechung) muss die Bank, wenn sie den Kunden nach den Kriterien der anleger-und objektgerechten Beratung beraten will, über Höhe ihrer Rückvergütung aufklären, die sie von der Fondsgesellschaft erhält. Der Anleger ist erst dann in der Lage, Interessenkonflikte der Bank zu erkennen.

Ungewiss ist auch, ob die Anlageberater die Sachsenfonds-Anleger ordnungsgemäß über die Risiken ihrer Anlage aufgeklärt und den Prospekt übergeben haben. Ob dies in der Vergangenheit geschehen ist, ist sehr fraglich und im Einzelfall zu prüfen.

Was können nun die Sachsenfonds-Anleger der SachsenFonds Solar I GmbH & Co. KG tun? Sind die Anleger nicht anleger-und objektgerecht beraten worden, so haben sie nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes Anspruch auf Schadenersatz. Nach Rückübertragung ihres Fondsanteils erhalten die Anleger ihre geleisteten Einzahlungen zurück.

Da auch bei der SachsenFonds Solar I GmbH & Co. KG nach 10 Jahren die absolute Verjährung der Ansprüche droht und die Frist auf den Tag genau berechnet (Fondsbeitritt) wird, sollten Sachsenfonds-Anleger schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen!

 

PS: Um Rechtssicherheit zu erhalten, bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist, in Erfüllung unserer satzungsgemäßen Aufgaben, kostenlos. Sie erfahren, ob Sie Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus. Sie erhalten damit eine Entscheidungsgrundlage!