CONTI 182. Schifffahrts-GmbH & Co. KG Nr. 1 MS „Conti Aquamarin“

Conti-Schiffsfonds in schwerer See! – Können Conti-Anleger ihr Geld retten?

Wie geht es weiter mit dem Conti-Schiffsfonds MS „Conti Aquamarin“? Von den prognostizierten Ausschüttungen ist schon lange nicht mehr die Rede. Vielmehr müssen Conti-Anleger immer wieder von Schiffsfonds-Insolvenzen lesen und machen sich mit Recht Sorgen um ihre eigene Kapitalanlage.

Viele Conti-Schiffsfondsanleger werden sich fragen, was aus den Versprechungen der Vergangenheit geworden ist. So wurde ihnen bei der MS „Conti Aquamarin“ eine „Investition in den Wachstumsmarkt der Bulkschifffahrt“ angeboten. Und wie hat sich die Investition in den Conti-Schiffsfonds MS „Conti Aquamarin“ tatsächlich entwickelt? Schauen wir uns die Fakten einmal genauer an.

Die Conti-Unternehmensgruppe hat im Jahre 2011 den Schiffsfonds CONTI 182. Schifffahrts-GmbH & Co. KG Nr. 1 aufgelegt. Dabei handelt es sich bei der MS „Conti Aquamarin“ um einen Bulker, also einen Massengutfrachter.

Das Fondsvolumen beträgt ca. 35 Millionen Euro. Dabei haben die Conti-Anleger gut 14 Millionen Euro investiert. Hierbei wurden den Conti-Anlegern schon erhebliche Provisionen, insbesondere Vermittlungsprovisionen oder vergleichbare Vergütungen in Rechnung gestellt. Ausweislich der Mittelverwendungsprognose beträgt die Gesamthöhe der Provisionen 3.242.000 Euro. Dies sind immerhin 22,1 % des Eigenkapitals. Mithin fließen diese Gelder nicht in Investitionen der Schiffsfondsgesellschaft, sondern in die Taschen der Initiatoren und ihrer Vermittler. Weiterhin hat der Fonds Fremdkapital über 27,8 Millionen US$ aufgenommen, was naturgemäß mit Währungsrisiken verbunden ist.

Die MS „Conti Aquamarin“ wurde im 2012 ausgeliefert und trat bei der STX Pan Ocean (Südkorea) ihren Dienst an. Mit dem Abschluss der Charterverträge entstehen naturgemäß unternehmerische Risiken, denn die Charterraten sind starken Schwankungen unterworfen.

Der Charterer musste aufgrund von Liquiditätsengpässen im Juni 2013 Gläubigerschutz beantragen und es musste ein Restrukturierungsprozess eingeleitet werden.

Der Chartervertrag wurde gekündigt und das Schiff wird auf dem Spotmarkt oder für kürzere Perioden verchartert.

Das Marktumfeld ist sehr schlecht und deshalb hat die Fondsgesellschaft CONTI 182. Schifffahrts-GmbH & Co. KG Nr. 1 mit geringen Einnahmen zu kämpfen.

Ebenso muss konstatiert werden, dass die Schiffsbetriebskosten über den Prospektwerten lagen. Höhere Schiffsbetriebskosten als geplant und geringere Chartereinnahmen? Da kann man sich gut vorstellen, wie sich dies auf die Ertragssituation auswirkt. Von „Wachstumsmarkt Bulkschifffahrt“ wurde fabuliert, aber Millionenverluste wurden im Geschäftsjahr 2013 eingefahren!

Dem Jahresabschluss 2014 können Anleger die Botschaft entnehmen, dass die Gesellschaft im Berichtsjahr 2014 einen Jahresüberschuss erwirtschaftet hat, gleichwohl den Verlust des Vorjahres in Höhe von 9.968.016,00 Euro nicht ganz kompensieren konnte.

Geht die Achterbahnfahrt für die Conti-Anleger weiter? Wieso hat die Fondsgesellschaft CONTI 182. Schifffahrts-GmbH & Co. KG Nr. 1 noch nicht gesetzeskonform den Jahresabschluss 2015 im Bundesanzeiger veröffentlicht? Gibt es etwa wieder einen Millionenverlust im Geschäftsjahr 2015?

Dies wäre eine erschreckende Erkenntnis und sollte den Conti-Anlegern zu denken geben. Wie mag das Geschäftsjahr 2016 verlaufen? Wie soll man dies bewerten?

Nunmehr wird klar: Die Schiffsfondsbeteiligung ist eine hoch spekulative Anlage mit erheblichen unternehmerischen Risiken, bei der auch mit dem Totalverlustrisiko und Insolvenz gerechnet werden muss. Für Anleger mit dem Anlageziel „Altersvorsorge“ sind geschlossene Fonds und damit auch Schiffsfonds nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs generell nicht geeignet und hätten von vornherein gar nicht empfohlen werden dürfen.

Die Anteile der Conti-Fonds wurden u.a. auch durch Banken vertrieben, die dafür Provisionen erhalten haben. Folgt man der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (sog. Kick-Back-Rechtsprechung) muss die Bank, wenn sie den Kunden nach den Kriterien der anleger-und objektgerechten Beratung beraten will, über Höhe ihrer Rückvergütung aufklären, die sie von der Fondsgesellschaft erhält. Der Anleger ist erst dann in der Lage, Interessenkonflikte der Bank zu erkennen.

Ungewiss ist auch, ob die Anlageberater die Conti-Anleger ordnungsgemäß über die Risiken ihrer Anlage aufgeklärt und den Prospekt übergeben haben. Ob dies in der Vergangenheit geschehen ist, ist sehr fraglich und im Einzelfall zu prüfen.

Was können nun die Anleger CONTI 182. Schifffahrts-GmbH & Co. KG Nr. 1 (MS „Conti Aquamarin“) tun? Sind die Anleger nicht anleger-und objektgerecht beraten worden, so haben sie nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes Anspruch auf Schadenersatz. Nach Rückübertragung ihres Fondsanteils erhalten die Anleger ihre geleisteten Einzahlungen zurück. Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen.

 

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