MPC - MS „Santa Laetitia“ und MS „Santa Liana“

Prognosen nicht eingetreten! – Schadenersatz für Schiffsfondsanleger!

Durch das Emissionshaus MPC (Münchmeyer Petersen Capital) aus Hamburg wurden diverse geschlossene Fonds mit einem Milliardenvolumen aufgelegt. Tausende von Anlegern investierten ihr Geld in Immobilienfonds, Flugzeugfonds, Schiffsfonds und Infrastrukturfonds der MPC.

So auch in den 2007 aufgelegten Schiffsfonds mit den Beteiligungsgesellschaften Kommanditgesellschaft MS "SANTA LAETITIA" Offen Reederei GmbH & Co. und Kommanditgesellschaft MS "SANTA LIANA" Offen Reederei GmbH & Co.

Als persönlich haftende Gesellschaft fungierte die Neunundzwanzigste Oceanus Schiffahrts-GmbH und als Treuhänderin die TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds mbH & Co. KG.

Mehrere tausend Anleger haben sich 2007 mit einer Mindestsumme von 10.000 Euro zu gleichen Teilen an den Beteiligungsgesellschaften zum Neubau jeweils eines Vollcontainerschiffes (9.661 TEU). Insgesamt wurden ca. 78 Millionen Euro Kommanditkapital eingeworben. Die Ursprungsdarlehen wurden in US-Dollar (USD) und in japanischen Yen (JPY) aufgenommen und betrugen ausweislich des Prospektes umgerechnet ca. 149 Millionen Euro. Mithin wurden ergibt sich eine Gesamtfinanzierung von umgerechnet ca. 226 Millionen Euro.

Im Jahr 2008 wurden die beiden Vollcontainerschiffe „Santa Laeticia“ und „Santa Liana“ in Dienst gestellt und von den Fondsgesellschaften übernommen.

Die CMA CGM ist der Charterer. Die vereinbarten Charterraten sind in USD ausgewiesen und sinken kontinuierlich im Laufe der Jahre. Innerhalb der beiden Gesellschaften wird ein Einnahmepool gebildet.

Leider mussten die Schiffsfondsanleger bald feststellen, dass die wirtschaftliche Entwicklung aufgrund der weltweiten Schifffahrtskrise erheblich von den prospektierten Prognosen abweicht. Schon bald wurde den Anlegern mitgeteilt, dass sie mit den versprochenen Ausschüttungen nicht rechnen können. Viele Anleger bangen vielmehr um ihre geleisteten Einzahlungen. In vielen anderen Fällen sehen sich Anleger sogar mit Insolvenzen ihrer Fondsgesellschaften konfrontiert. Auch im vorliegenden Fall musste eine schwere Krise der Schifffahrt eingeräumt werden, der zu strukturellen Veränderungen Anlass gab.

Aus diesem Grunde wurde wohl auch die bisherige Komplementärin Vierzehnte Oceanus Schiffahrts-GmbH durch die Neunundzwanzigste Oceanus Schiffahrts-GmbH ausgetauscht. Durch diesen Austausch sollte wohl ausgeschlossen werden, dass Probleme bei anderen Schiffsfonds aufgrund der gleichen Komplementärin auf die Gesellschaften durchschlagen können.

Als problematisch erwies sich auch die Darlehensstruktur der Fremdfinanzierungen, die über Schiffshypothekendarlehen jeweils zur Hälfte in USD und JPY aufgenommen wurden. Das damit verbundene Kursrisiko wurde wohl von der Fondsgesellschaft falsch eingeschätzt, obwohl andererseits mit einer Kursgarantie geworben wurde. In der Folge wurde das Darlehen in JPY wohl gänzlich in USD umgeschuldet. Gleichwohl bleibt auch bei einer Fremdfinanzierung in USD ein immanentes Währungsrisiko erhalten.

Schaut man sich die aktuellen Daten an, so gibt es ein zwiespältiges Bild. In den zuletzt veröffentlichten Jahresabschlüssen wird für die Kommanditgesellschaft MS "SANTA LIANA" Offen Reederei GmbH & Co. ein geringfügiger Gewinn von gut 70.000 Euro ausgewiesen. Demgegenüber steht allerdings ein Verlust in Millionenhöhe bei der Kommanditgesellschaft MS "SANTA LAETITIA" Offen Reederei GmbH & Co. Was können die Anleger jetzt noch tun?

Klar bleibt: Die Schiffsfondsbeteiligung ist eine hoch spekulative Anlage mit erheblichen unternehmerischen Risiken, bei der auch mit dem Totalverlustrisiko und Insolvenz gerechnet werden muss. Für Anleger mit dem Anlageziel „Altersvorsorge“ sind geschlossene Fonds und damit auch Schiffsfonds nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs generell nicht geeignet und hätten von vornherein gar nicht empfohlen werden dürfen.

Die Anteile des Fonds wurden u.a. durch Banken vertrieben, die dafür Provisionen erhalten haben. Folgt man der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (sog. Kick-Back-Rechtsprechung) muss die Bank, wenn sie den Kunden nach den Kriterien der anleger-und objektgerechten Beratung beraten will, über Höhe ihrer Rückvergütung aufklären, die sie von der Fondsgesellschaft erhält. Der Anleger ist erst dann in der Lage, Interessenkonflikte der Bank zu erkennen.

Ungewiss ist auch, ob die Anlageberater die MPC-Anleger ordnungsgemäß über die Risiken ihrer Anlage (u.a. Wechselkursrisiken und das Risiko schwankender Charterraten) aufgeklärt und den Prospekt übergeben haben. Ob dies immer in der Vergangenheit geschehen ist, ist fraglich und im Einzelfall zu prüfen.

Auch die Rechtsprechung hat sich bereits mit dem Schiffsfonds beschäftigt und so hat beispielsweise das Landgericht Duisburg die Bank zum Schadenersatz verurteilt.

Was können nun die Anleger der Kommanditgesellschaft MS "SANTA LAETITIA" Offen Reederei GmbH & Co. und Kommanditgesellschaft MS "SANTA LIANA" Offen Reederei GmbH & Co. tun? Sind die Anleger nicht anleger-und objektgerecht beraten worden, so haben sie nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes Anspruch auf Schadenersatz. Nach Rückübertragung ihres Fondsanteils erhalten die Anleger ihre geleisteten Einzahlungen zurück. Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen.

 

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