MPC Rendite-Fonds Leben plus spezial IV GmbH & Co. KG

Prospektierte Ziele verfehlt! – Wie geht es weiter?

 

Durch die MPC Capital AG wurden diverse geschlossene Fonds, darunter auch Lebensversicherungsfonds aufgelegt. Über 20.000 Anleger hatten in guter Hoffnung hunderte von Millionen Euro investiert und werden jetzt wohl bitter enttäuscht.

Der noch in der Leistungsbilanz 2012 aufgeführte Lebensversicherungsfonds MPC Leben plus spezial VI (MPC Rendite-Fonds Leben plus spezial VI GmbH & Co. KG) wurde sogar schon aufgelöst. Dies sollte den Anlegern zu denken geben. Ob die noch in der Leistungsbilanz 2012 aufgeführte Treuhandgesellschaft TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds mbH damit gerechnet hat?

Für Anleger von Lebensversicherungsfonds ist dies sicher ein Warnzeichen gewesen. Ob dies wohl auch die Anleger des Quickborner MPC Rendite-Fonds Leben plus spezial IV GmbH & Co. KG so gesehen haben?

Seinerzeit wurden ca. 10.000.000 € Kommanditkapital im MPC Rendite-Fonds Leben plus spezial IV GmbH & Co. KG investiert, welches um knapp 20.000.000 € Fremdkapital ergänzt wurde. Mithin wurden fast 30.000.000 € in 600 Policen investiert. Die Policen wurden auf dem Zweitmarkt für Lebensversicherungen erworben. Die Prämien der Versicherung werden weitergezahlt, in der Hoffnung, nach dem Tode des Versicherten, die fällige Ablaufleistung zu kassieren. Dies ist allerdings ein sehr spekulatives Geschäft mit vielen unbekannten Faktoren.

Auch wenn in Emissionsprospekten gern über „eine besonders überzeugende Rendite-Risiko-Kombination“ fabuliert wurde, sind viele Anleger von Lebensversicherungsfonds aufgrund der negativen Entwicklungen stark verunsichert.

Sieht man sich die Bilanzen des MPC Rendite-Fonds Leben plus spezial IV GmbH & Co. KG an, stellt man fest, dass das Versicherungsportfolio, das in den Finanzanlagen bilanziert wird, starken Schwankungen unterworfen ist. Wurden in der Bilanz 2007 noch 25.472.020,71 € ausgewiesen, so sind es in der Bilanz 2014 nur noch 18.671.353,95 €. Ob diese Entwicklung die Anleger des Lebensversicherungsfonds MPC Rendite-Fonds Leben plus spezial IV GmbH & Co. KG glücklich macht, muss stark bezweifelt werden.

Anleger von Lebensversicherungsfonds machen vielfach die Erfahrung, dass auch die versprochenen Ausschüttungen der Fonds an die Anleger ausbleiben und die Lebensversicherungsfonds sich in wirtschaftlicher Schieflage befinden. Selbst die Fondsgesellschaften müssen eingestehen, dass die Renditeziele verfehlt wurden.

Der MPC-Sprecher macht dafür die sinkenden Überschussbeteiligungen der Lebensversicherungen verantwortlich. Anders als bei den Schiffsfonds sei kein Einziger dieser Fonds in Insolvenz. Ob dies die Anleger trösten kann, ist mehr als fraglich. Die Anleger stellen sich nach den schlechten Erfahrungen nun die Frage, wie sie dies bewerten sollen und was sie bei einem Investment in Lebensversicherungsfonds tun können. Hilft der Zweitmarkt oder gibt es die Möglichkeit zu kündigen und erfolgreich die Rückabwicklung der Fondsbeteiligung zu betreiben?

Die Lebensversicherungsfonds wurden oft als sichere Anlagen mit der Aussicht auf hohe Renditen und zur Altersvorsorge vertrieben. Viele Anleger müssen nun aber feststellen, dass nicht nur die versprochenen Ausschüttungen ausbleiben, sondern auch ihre Anlage insgesamt in Gefahr ist. Denkbar sind auch Konstellationen, in denen die Fondsgesellschaften Nachschüsse von ihren Anlegern fordern und damit ein Haftungsrisiko darstellen.

Es handelt sich bei den geschlossenen Fonds um eine unternehmerische Beteiligung, die mit hohen Risiken und auch einem Totalverlustrisiko verbunden sein kann. Ebenso ist für die Anleger nicht klar, in welche Lebensversicherungen konkret investiert wird. Er geht damit auch ein Blind-Pool-Risiko ein.

Diese Fonds wurden auch über Sparkassen und Banken an Anleger vertrieben. Sind die Anleger fehlerhaft beraten worden, gilt es zu prüfen, ob sie ihr Geld zurückfordern können. Dabei sind Anlageberater, Banken bzw. Sparkassen oder auch die Emissionshäuser der Lebensversicherungsfonds mögliche Haftungsadressaten. Insbesondere wenn Berater Prämien (sog. Kick-Backs) für den Verkauf der Beteiligungen erhalten haben und dies nicht offengelegt haben, bestehen gute Chancen.

Dies gilt auch, wenn Fondsprospekte nicht ausgehändigt wurden oder wesentliche Fehler enthalten bzw. unvollständig sind. Auch die Banken bzw. Sparkassen könnten in die Haftung genommen werden, wenn die Bankberater nicht anlage- bzw. anlegergerecht beraten haben bzw. unter Umständen auch wenn die Fondsbeteiligung durch die Bank kreditfinanziert wurden.

Für Anleger von Lebensversicherungsfonds gibt es bereits ermutigende Urteile, in denen Banken und Sparkassen zur Rückabwicklung der Fondsbeteiligung und Schadensersatzzahlungen verurteilt wurden. Gleichwohl kommt es immer auf den Einzelfall an, den es zu prüfen gilt.

Anleger sollten allerdings bedenken, dass ihre Ansprüche Verjährungsfristen unterliegen und rechtzeitig geltend gemacht werden müssen.

Es gilt schnell zu handeln und die Ansprüche prüfen zu lassen.

 

P.S. Als besonderen Service bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist kostenlos. Sie erfahren, ob Sie überhaupt Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus.