MPC Offen Produktentanker Flotte – Droht der Totalverlust? – Ausstiegsmöglichkeiten für MPC-Anleger!

Wie geht es weiter mit der MPC Offen Produkttanker Flotte? Die Ausschüttungen, die prognostiziert wurden, sind ausgeblieben. Die MPC-Anleger werden immer wieder mit Schiffsfonds-Insolvenzen konfrontiert und machen sich berechtigterweise große Sorgen um ihre eigene Kapitalanlage.

Erinnern wir uns kurz noch einmal zurück: Durch die MPC Capital AG wurden diverse geschlossene Fonds, darunter auch Schiffsfonds aufgelegt. So auch im Jahre 2007 der Fonds Erste Beteiligungsgesellschaft CPO Produktentanker mbH & Co. KG.

Was wurde nicht fabuliert in den Produktpräsentationen und dem Fondsprospekt der MPC. Man hätte eine exzellente Schiffskompetenz und sollte in Produktentanker als Wachstumsmarkt investieren. Es bestünde ein positives Nachfrage-Angebot-Verhältnis und selbst der Reeder würde sich beteiligen.

Den MPC-Anlegern wurde dazu eine Kommanditbeteiligung an der Erste Beteiligungsgesellschaft CPO Produktentanker mbH & Co. KG angeboten, die wiederrum über kommanditistische Beteiligungen an 8 Ein-Schiffsgesellschaften in Produkten- bzw. Chemikalientanker investiert. Dabei handelt es sich um die:

•    Kommanditgesellschaft TS "CPO FRANCE" Offen Reederei GmbH & Co.
•    Kommanditgesellschaft TS "CPO SWEDEN" Offen Reederei GmbH & Co.
•    Kommanditgesellschaft TS "CPO GERMANY" Offen Reederei GmbH & Co.
•    Kommanditgesellschaft TS "CPO FINLAND" Offen Reederei GmbH & Co.  
•    Kommanditgesellschaft TS "CPO NORWAY" Offen Reederei GmbH & Co.
•    Kommanditgesellschaft TS "CPO RUSSIA" Offen Reederei GmbH & Co.
•    Kommanditgesellschaft TS "CPO ITALY" Offen Reederei GmbH & Co.
•    Kommanditgesellschaft TS "CPO ENGLAND" Offen Reederei GmbH & Co.


Bei den MPC-Anlegern wurden rund 77,8 Millionen Euro eingeworben. Dazu kamen noch Schiffshypothekendarlehen in USD und JPY. Dass damit auch Währungsrisiken verbunden sein können, versteht sich von selbst. Kannten die MPC-Anleger die Währungsrisiken?

Schauen wir uns auch einmal genauer die Gesamthöhe der Provisionen an. Die stolze Summe von 26.323.360 Euro wird ausgewiesen. Wurden die MPC-Anleger darüber aufgeklärt?

Die Charterraten der 8 Fondsschiffe blieben unter den prospektierten Werten und waren unserer Meinung nach wohl von Anfang an diskussionswürdig kalkuliert. Aufgrund der erheblichen Schwankungen konnten die Kosten nicht ausreichend gedeckt und die Raten der Schiffshypothekendarlehen nicht fristgemäß getilgt werden. Welche dramatischen Folgen dies haben könnte, von der Kreditkündigung bis zur zwangsweisen Verwertung der Fondsschiffe, erfuhren die MPC-Anleger aus dem Prospekt nicht in ausreichendem Maße.

Sollte es einmal dazu kommen, ist überaus fraglich, ob mit dem Verkaufserlös der Schiffe die Verbindlichkeiten bei den Kreditinstituten abgelöst werden könnten. Ist die nicht der Fall, so ist damit der Totalverlust des Anlegerkapitals verbunden.

Nunmehr wird klar: Die Schiffsfondsbeteiligung ist eine hoch spekulative Anlage mit erheblichen unternehmerischen Risiken, bei der auch mit dem Totalverlustrisiko und Insolvenz gerechnet werden muss. Für Anleger mit dem Anlageziel „Altersvorsorge“ sind geschlossene Fonds und damit auch Schiffsfonds nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs generell nicht geeignet und hätten von vornherein gar nicht empfohlen werden dürfen.

Die Anteile des Fonds wurden u.a. durch Banken vertrieben, die dafür Provisionen erhalten haben. Folgt man der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (sog. Kick-Back-Rechtsprechung) muss die Bank, wenn sie den Kunden nach den Kriterien der anleger-und objektgerechten Beratung beraten will, über Höhe ihrer Rückvergütung aufklären, die sie von der Fondsgesellschaft erhält. Der Anleger ist erst dann in der Lage, Interessenkonflikte der Bank zu erkennen.

Ungewiss ist auch, ob die Anlageberater die MPC-Anleger ordnungsgemäß über die Risiken ihrer Anlage aufgeklärt und den Prospekt übergeben haben. Ob dies in der Vergangenheit geschehen ist, ist sehr fraglich und im Einzelfall zu prüfen.

Was können nun die Anleger der MPC Offen Produkttanker Flotte tun? Sind die Anleger nicht anleger-und objektgerecht beraten worden, so haben sie nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes Anspruch auf Schadenersatz. Nach Rückübertragung ihres Fondsanteils erhalten die Anleger ihre geleisteten Einzahlungen zurück.

Hierbei können MPC-Anlegern auch wichtige Urteile zu Schiffsfondsbeteiligungen helfen. So haben sich die Landgerichte in Frankfurt Main, Oldenburg und Dessau schon mit Schadenersatzklagen enttäuschter MPC-Anleger beschäftigt. So wurde vom Oberlandesgericht Naumburg in einem Urteil festgestellt, dass der Anlegerberater in Bezug auf die Fondsbeteiligung an der MPC Offen Produkttanker Flotte seine Beratungspflichten verletzt hat und mithin die Sparkasse zur Rückabwicklung der Fondsbeteiligung verurteilt wurde. Das ist ein Urteil, das MPC-Anlegern Mut machen sollte!

Da auch bei der MPC Offen Produkttanker Flotte nach 10 Jahren die absolute Verjährung der Ansprüche droht und die Frist auf den Tag genau berechnet (Fondsbeitritt) wird, sollten Anleger schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen!

PS: Um Rechtssicherheit zu erhalten, bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist, in Erfüllung unserer satzungsgemäßen Aufgaben, kostenlos. Sie erfahren, ob Sie Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus. Sie erhalten damit eine Entscheidungsgrundlage!