Magellan Maritime Services GmbH (MMS) – Geschäftsmodell Containermarkt in der Krise? – Insolvenz?

„Direktinvestment“ war das Zauberwort mit dem Kapitalanleger gelockt wurden. Container-Direktinvestments werden durch die Firma Magellan Maritime Services GmbH (MMS) am Grauen Kapitalmarkt angeboten.

Wurden Anleger früher noch Beteiligungen an Containerfondsgesellschaften angeboten, so hat der Graue Kapitalmarkt eine neue Anlageform kreiert. „Direktinvestments“ im Containermarkt.

Anleger erwerben Container bei einer Mindestinvestition von ca. 10.000 Euro und werden damit alleiniger Eigentümer der Container. Dabei beteiligen sie sich nicht an einem Fonds oder einer anderen Anlagegesellschaft. Vielmehr schließen sie einen eigenständigen Kaufvertrag mit der Magellan. Die Magellan mietet die Container für 5 Jahre zu einem garantierten Mietpreis zurück. Hierbei werden ca. 12 % des Kaufpreises p.a. veranschlagt. Hierzu wird ein separater Verwaltungsvertrag geschlossen. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit kauft Magellan die Container zu einem Rückkaufswert von ca. 67 % des Kaufpreises zurück. Bei dieser Transaktion wurden Renditen von ca. 6 % in Aussicht gestellt.

Die Initiatoren der Direktinvestitionen konnten durch diese Vertragskonstruktionen vermeiden, entsprechende ausführliche Anlageprospekte bzw. Verkaufsprospekte erstellen und diese bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einreichen zu müssen.

Magellan Maritime Services GmbH (MMS)
Magellan Maritime Services GmbH (MMS)

Über 9000 Anleger haben ca. 350 Millionen Euro in den Kauf von Seecontainern des Kapitalanlageunternehmens Magellan investiert. Die sind etwa 160.000 Container. Diese sind an internationale Reedereien, vor allem im asiatischen Raum vermietet worden. Die Magellan selbst hat weitere 27.000 Container im eigenen Bestand.

Was ist los bei der Magellan? Zuerst gab es Zahlungsstockungen und die Sorgen der Magellan-Anleger werden größer und größer! Laufende Zahlungen an die Anleger werden nicht plangemäß erbracht. Dabei soll es sich um Außenstände in Millionenhöhe handeln. Nach Auskunft der Magellan sollen dafür Verzögerungen bei der Abrechnung und den Mietzahlungen durch die Reedereien schuld sein. Die Zahlungsverzögerungen sollen durch Zwischenfinanzierungen kompensiert werden, die „in den letzten zehn Jahren nicht notwendig“ waren. Wie sollen Magellan-Anleger dies bewerten? Ist das seriös?

Handelt es sich tatsächlich nur um eine Zahlungsverzögerung oder gibt es grundsätzliche Probleme im Containermarkt? Der Weltmarkt für das Containergeschäft befindet sich auf einem Tiefpunkt und auch die stark gefallenen Stahl- und Ölpreise haben die Containerpreise in den Keller geschickt. Damit sind die Mietraten für die Container drastisch gesunken! Ob die Verhandlungen der Magellan mit den asiatischen Reedereien zum Erfolg führen werden, wird sich zeigen.

Zumindest handelt es sich um ein Marktsegment mit einer schlechten Bewertung, denn auch die Buss-Unternehmensgruppe, die sich im gleichen Geschäftsfeld tummelt, geriet in Schwierigkeiten.

Magellan-Anleger werden sich nun die Frage stellen, wie hoch das Risiko ist und welche Schritte als nächstes zu tun sind.

Die Magellan-Anleger, sind wie oben bereits ausgeführt, die Eigentümer der Container. Im Insolvenzfall ist ein mögliches Sonderkündigungsrecht nicht auszuschließen. Hier wird auch die Überlegung angestellt, dass Magellan-Anleger die Herausgabe der Container vom Insolvenzverwalter verlangen könnten. Anschließend soll die Weitervermietung oder der Weiterverkauf an einen Investor erfolgen. Hier ist allerdings zu bedenken, dass eine Veräußerung bzw. Übertragung der vom Käufer gekauften Container an einen Dritten unter Umständen eine Übernahme aller Verträge voraus setzt. Es ist davon auszugehen, dass die Kauf-, Verwaltungs- und Rückkaufverträge nur begrenzt fungibel sind und ein geregelter Zweitmarkt für diese Verträge nicht existiert. Mithin könnten mit dieser Handlungsoption im Insolvenzfall erhebliche praktische Schwierigkeiten bei der Umsetzung verbunden sein.

Magellan-Anleger könnten auch in Erwägung ziehen, ob die Möglichkeit besteht, den Kaufvertrag zu widerrufen und eine Rückabwicklung vorzunehmen. Bei Transaktionen über das Internet ist dies möglich. Möglicherweise fehlerhafte Widerrufsbelehrungen eröffnen die Möglichkeit, den Kaufvertrag im Nachhinein zu widerrufen. Damit hätte der Anleger keinen Container mehr und müsste seine Forderung gegenüber der Magellan geltend machen. Im Insolvenzfall wird er damit Insolvenzgläubiger.

Sind die Container-Investments über Anlageberater vertrieben worden, so kommen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs auf die Anlageberater erhebliche Informations- und Aufklärungspflichten zu. Anlageberater müssen die Anleger dabei über ausführlich und verständlich über die bestehenden Risiken aufklären. Kommen sie dieser Pflicht nicht nach, machen sie sich schadensersatzpflichtig.


Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen.

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