KGAL, Seaclass 8, MAJORNA Mobiliengesellschaft mbH & Co. KG

KGAL, Seaclass 8, MAJORNA Mobiliengesellschaft mbH & Co. KG – Schiffsfonds auf Liquidationskurs! – Rettung für Anleger möglich?

Durch das Emissionshaus KGAL (KGAL GmbH & Co. KG) aus Grünwald wurden diverse geschlossene Fonds mit einem Milliardenvolumen aufgelegt. Tausende von Anlegern investierten ihr Geld in Immobilienfonds, Flugzeugfonds, Schiffsfonds und Infrastrukturfonds der KGAL.

So auch in den Fonds MAJORNA Mobiliengesellschaft mbH & Co. KG, der in Leistungsbilanzen auch gern vollmundig KGAL Seaclass 8 abgekürzt wurde. Ebenso findet sich auch die Bezeichnung Alcas 206.

Seinerzeit wurde die MAJORNA Mobilien-Verwaltungsgesellschaft mbH, Grünwald als Komplementärin bestellt.

Die über 2.400 Anleger haben sich unmittelbar oder über einen Treuhandkommanditisten mit einer Mindestsumme von 20.000 USD an dem Schiffsfonds beteiligt. Das Investitionsvolumen beträgt ca. 166.000.000 USD, wovon ca. 80.000.000 USD als Eigenkapital aufgebracht wurden.

Die Fondsgesellschaft investierte einen Gesamtkaufpreis von 142.300.000 USD in drei Schiffe. So in zwei Produkten-Chemiekalientanker namens „MT Handytankers Glory“ (HAT Glory) und „MT Handytankers Spirit“ (HAT Spirit) sowie um einen Öl-Produktentanker namens „MT SC Laura“.

Der Fonds wurde 2007 platziert und sollte bis zum Jahre 2026 laufen.

Leider hat sich der Fonds überhaupt nicht nach den Erwartungen der KGAL-Anleger entwickelt. Die Anleger erhielten immer wieder Hiobsbotschaften und mussten die schlechten Erfahrungen anderer Schiffsfondsinvestoren teilen.

Der Schiffsfonds war diversen Risiken ausgesetzt. Da die wesentlichen Geschäftsvorfälle der Gesellschaft in USD abgerechnet werden, ist die Fondsgesellschaft mit Wechselkursrisiken konfrontiert.

Der Schiffsfonds MAJORNA Mobiliengesellschaft mbH & Co. KG (Seaclass 8) entwickelte sich in den vergangenen Jahren nicht mehr konzeptionsgemäß. Die Chartereinnahmen waren viel zu gering. Die Fondsgesellschaft Seaclass 8 konnte aus dem Betrieb der Schiffe keine ausreichenden Erlöse erzielen und war deshalb nicht in der Lage, die fälligen Darlehenstranchen zu bedienen.

Aber damit nicht genug! Aufgrund der gesunkenen Marktwerte der Fondsschiffe hat der Darlehensgeber die Möglichkeit, eine Verletzung der Loan-to-Value-Klausel des Darlehensvertrages anzuzeigen. Dadurch entsteht das Risiko der sofortigen Fälligstellung des Darlehens. Damit ist die Fondsgesellschaft in ihrem Bestand konkret gefährdet.

Die Fondsgeschäftsführung hat mit der Bank mehrfach eine Tilgungsstundung vereinbart. Die im Gegenzug geplante Restrukturierung der Gesellschaft, bei der die Gesellschafter neues Eigenkapital einzahlen sollten, ist im Juni 2014 gescheitert. Lediglich dem Verkauf der Fondsschiffe stimmten die KGAL-Anleger zu.

Mithin musste der Öl-Produktentanker „MT SC Laura“ Ende 2014 verkauft werden. Gleichwohl reichte der Kaufpreis nicht aus, um die Restverbindlichkeiten abzulösen.

Die Stundung der Darlehenstranchen für die beiden anderen Fondsschiffe wurde noch einmal verlängert. Allerdings nur unter der Auflage, das auch eine Veräußerung der restlichen Fondsschiffe angestrebt wird. Mithin erleben hier die KGAL-Anleger ein „Sterben auf Raten“ der Fondsgesellschaft.

Die Fondsgeschäftsführung geht mittlerweile davon aus, dass auch die beiden verbliebenen Schiffe bis zum Ablauf der Stundungsfrist verkauft werden. Man hofft, dass die Bank der Fondsgesellschaft die über den Tilgungsbeitrag eventuell verbleibenden Restansprüche erlässt. Es soll ein Forderungserlass mit Besserungsschein erfolgen.

Man hofft, dadurch die Fondsgesellschaft mit der ausreichenden Liquidität zu versorgen, um eine ordnungsgemäße Liquidation durchführen zu können, ohne dass der Insolvenzverwalter das Ruder übernehmen muss. Diese niederschmetternde Erfahrung mussten schon viele andere Schiffsfondsanleger machen.

Demzufolge befinden sich die Anleger in einer unerfreulichen Situation und müssen feststellen, dass sich die Risiken ihrer unternehmerischen Beteiligung verwirklichen, obwohl ihnen der Schiffsfonds als sichere Anlage empfohlen wurde. Vielmehr müssen sie sogar mit dem Totalverlustrisiko rechnen.

Dies ist wahrlich eine erschreckende Erkenntnis und sollte den KGAL-Anlegern zu denken geben. Wie mag das Geschäftsjahr 2016 verlaufen? Wie soll man dies bewerten? Wird es das Jahr der Entscheidung?

Nunmehr wird klar: Die Schiffsfondsbeteiligung ist eine hoch spekulative Anlage mit erheblichen unternehmerischen Risiken, bei der auch mit dem Totalverlustrisiko und Insolvenz gerechnet werden muss. Für Anleger mit dem Anlageziel „Altersvorsorge“ sind geschlossene Fonds und damit auch Schiffsfonds nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs generell nicht geeignet und hätten von vornherein gar nicht empfohlen werden dürfen.

Die Anteile des Fonds wurden u.a. durch Banken (u.a. Dresdner Bank bzw. Commerzbank) vertrieben, die dafür Provisionen erhalten haben. Folgt man der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (sog. Kick-Back-Rechtsprechung) muss die Bank, wenn sie den Kunden nach den Kriterien der anleger-und objektgerechten Beratung beraten will, über Höhe ihrer Rückvergütung aufklären, die sie von der Fondsgesellschaft erhält. Der Anleger ist erst dann in der Lage, Interessenkonflikte der Bank zu erkennen.

Ungewiss ist auch, ob die Anlageberater die KGAL-Anleger ordnungsgemäß über die Risiken ihrer Anlage (u.a. Wechselkursrisiken und das Risiko der Loan-to-Value-Klausel) aufgeklärt und den Prospekt übergeben haben. Ob dies in der Vergangenheit geschehen ist, ist sehr fraglich und im Einzelfall zu prüfen.

Was können nun die Anleger der KGAL, Seaclass 8, MAJORNA Mobiliengesellschaft mbH & Co. KG tun? Sind die Anleger nicht anleger-und objektgerecht beraten worden, so haben sie nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes Anspruch auf Schadenersatz. Nach Rückübertragung ihres Fondsanteils erhalten die Anleger ihre geleisteten Einzahlungen zurück. Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen.

 

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