KGAL PropertyClass Österreich 7

KGAL PropertyClass Österreich 7 – Immobilienfondsbeteiligung mit Risiko! – Kündigung möglich?

Durch das Emissionshaus KGAL (KGAL GmbH & Co. KG) aus Grünwald wurden diverse geschlossene Fonds mit einem Milliardenvolumen aufgelegt. Tausende von Anlegern investierten ihr Geld in Immobilienfonds, Flugzeugfonds, Schiffsfonds und Infrastrukturfonds der KGAL.

So auch in den Fonds Property Class Österreich 7 GmbH & Co. KG, der in Leistungsbilanzen auch gern vollmundig KGAL PropertyClass Österreich 7 abgekürzt wurde.

Seinerzeit wurde die Property Class Österreich 7 Beteiligungsgesellschaft mbH als Komplementärin bestellt.

Die über 1.500 Anleger (Stand 2011) haben sich unmittelbar oder über einen Treuhandkommanditisten mit einer Mindestsumme von 10.000 € an dem Immobilienfonds beteiligt. Das Investitionsvolumen beträgt knapp 78.000.000 €, wovon ca. 37.000.000 € als Eigenkapital aufgebracht wurden.

Der Vertrieb des Fonds wurde im Jahr 2012 gestoppt. Die Entscheidung wurde damit begründet, dass ein von der Koalition in Österreich beschlossenes Sparpaket, die Einführung einer Steuer auf Veräußerungsgewinne von Immobilien im Privatvermögen vorsah. Nach der damaligen Aussage der KGAL war der Vertriebsstopp nicht endgültig, denn der Gesetzentwurf wurde noch diskutiert.

Das prospektierte Ziel der Fondsgesellschaft ist die Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung.

Das Beteiligungsangebot besteht aus einem Wiener Fondsobjekt in Österreich, das an verschiedene Mieter, darunter Konzerngesellschaften der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) vermietet wurde. Im Jahre 2011 war die Fondsimmobilie noch nicht voll vermietet. Die entsprechende Mietgarantie des Verkäufers bestand allerdings nur bis 2014.

Dem Jahresabschluss 2013 lässt sich entnehmen, dass der geschäftsführenden Kommanditistin Property Class Österreich 7 Managementgesellschaft mbH im Geschäftsjahr 2013 kein Jahresergebnis zugewiesen wurde, „da der Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 130 nach der Gleichstellungsvereinbarung zunächst auf die diversen Kommanditisten verteilt wird.“

Bis zum Jahre 2011 wurden von der KGAL noch Leistungsbilanzen veröffentlicht, in denen die Anleger sich informieren konnten. Dies war später leider nicht mehr der Fall und auch der Jahresabschluss 2014 lässt auf sich warten.

Auf dem Portal zweitmarkt.de wird nur noch ein Fondspreis von 58,50 % angegeben.

Eine Besonderheit des österreichischen Immobilienrechts sollten die Anleger auch noch beachten. Die Fondsimmobilie befindet sich auf einem Grundstück der ÖBB-Infrastruktur AG. Hierzu wurde von den Parteien ein auf unbestimmte Zeit ein Superädifikatsvertrag abgeschlossen. Falls während der Laufzeit die Objektgesellschaft mit der Entrichtung des Mietzinses für zwei aufeinanderfolgende Jahre rückständig sein sollte, würde die Fondsimmobilie gegen eine Entschädigungsleistung in Höhe von 25 % in das Eigentum der ÖBB-Infrastruktur AG fallen. Dies bedeutet für die Anleger den Totalverlust ihrer Einlage. Ob jeder Anleger darüber aufgeklärt wurde, ist sehr fraglich.

Die Immobilienfondsbeteiligung ist eine hoch spekulative Anlage mit erheblichen unternehmerischen Risiken, bei der auch mit dem Totalverlustrisiko und Insolvenz gerechnet werden muss. Für Anleger mit dem Anlageziel „Altersvorsorge“ sind geschlossene Fonds und damit auch Immobilienfonds nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs generell nicht geeignet und hätten von vornherein gar nicht empfohlen werden dürfen.

Die Anteile des Fonds wurden durch Banken vertrieben, die dafür Provisionen erhalten haben. Folgt man der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (sog. Kick-Back-Rechtsprechung) muss die Bank, wenn sie den Kunden nach den Kriterien der anleger-und objektgerechten Beratung beraten will, über Höhe ihrer Rückvergütung aufklären, die sie von der Fondsgesellschaft erhält. Der Anleger ist erst dann in der Lage, Interessenkonflikte der Bank zu erkennen.

So wundert es den Fachmann dann auch nicht mehr, dass die Gesellschafter des Emissionshauses KGAL, die Bayerische Landesbank, Commerzbank (frühere Gesellschafterin Dresdner Bank), HASPA Finanzholding und Sal. Oppenheim knapp 90% ihrer Anteile an der KGAL Gruppe verkauft haben. Dies ist ein Abschied auf Raten und sollte den Kunden zu denken geben.

Was können nun die Anleger des Property Class Österreich 7 GmbH & Co. KG (KGAL PropertyClass Österreich 7) tun? Die Anlageberater hatten die Pflicht, die Anleger anleger- und anlagegerecht zu beraten. Die Anlageberater hätten über das bestehende Totalverlustrisiko und die mangelnde Eignung von unternehmerischen Beteiligungen zur Altersvorsorge aufklären müssen. Vielfach wurden die Anleger nicht über die enormen Risiken aufgeklärt. Daraus könnten sich Schadensersatzansprüche ergeben. Nach Rückübertragung ihres Fondsanteils erhalten die Anleger ihre geleisteten Einzahlungen zurück. Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen

P.S.: Als besonderen Service bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist kostenlos. Sie erfahren, ob Sie überhaupt Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie den Fragebogen aus.