KGAL, PrivateEquityClass 5, Natural Resources 1 KG

KGAL PrivateEquityClass 5 – Private Equity Investment mit Risiko! – Kritische Bewertung!

Durch das Emissionshaus KGAL (KGAL GmbH & Co. KG) aus Grünwald wurden diverse geschlossene Fonds mit einem Milliardenvolumen aufgelegt. Tausende von Anlegern investierten ihr Geld in Immobilienfonds, Flugzeugfonds, Schiffsfonds und Infrastrukturfonds der KGAL.

Eine besondere Anlageklasse bildeten dabei auch sog. Private Equity Fonds. Dabei handelt es sich um die Finanzierung von nicht börsennotierten Unternehmen mit Eigenkapital, indem das Geld der Anleger über einen Dachfonds in diverse Zielfonds investiert wird. Der Anleger unterliegt dabei einem Blind-Pool-Risiko, da er vorab nicht weiß, in welche Unternehmen investiert wird und ist auf Gedeih und Verderb von der wirtschaftlichen Entwicklung der Zielunternehmen abhängig, welches auch ein Totalverlustrisiko einschließt. Welche Erfahrungen er dabei macht, bleibt offen.

So wurde von der KGAL auch der Private Equity Fonds Natural Resources & Energy GmbH & Co. Nr. 1 KG aufgelegt, der in Leistungsbilanzen auch gern vollmundig PrivateEquityClass 5 (BA 186) genannt wurde.

Seinerzeit wurde die Natural Resources & Energy GmbH als Komplementärin und die TERTIA Beteiligungstreuhand GmbH als Treuhandkommanditistin bestellt.

Über 2.500 Anleger haben sich unmittelbar oder über einen Treuhandkommanditisten mit einer Mindestsumme von 15.000 USD an dem Private Equity Fonds Natural Resources & Energy GmbH & Co. Nr. 1 KG (KGAL PrivateEquityClass 5) beteiligt. Dass mit einer Fondswährung in USD auch erhebliche Währungsrisiken verbunden sein können, versteht sich von selbst.

Die Fondsgesellschaft beteiligt sich an Zielfonds aus den Sektoren Rohstoffe und Energie mittelbar über den Dachfonds NB Tangible Asset Fund L.P. Dabei handelt es sich um den umfirmierten Lehman Brothers Real Asset Funds L. P. der im Rahmen der Insolvenz des Mutterunternehmens Lehman Brothers Holdings Inc. ausgegliedert wurde. Wie dies zu bewerten ist und ob damit bereits Vertrauen verspielt wurde, muss sich jeder Anleger selbst beantworten.

Bis zum Jahre 2011 wurden von der KGAL noch Leistungsbilanzen veröffentlicht, in denen die Anleger sich informieren konnten. Dies war später leider nicht mehr der Fall und auch der Jahresabschluss 2014 lässt auf sich warten.

Bereits den Jahresabschlüssen 2012 und 2013 der Natural Resources & Energy GmbH & Co. Nr. 1 KG (KGAL PrivateEquityClass 5) mussten die Anleger entnehmen, dass bei den Finanzanlagen der Fondsgesellschaft außerplanmäßige Abschreibungen in Millionenhöhe vorgenommen werden mussten. Wie das Geschäftsjahr 2014 verlaufen ist, bleibt noch ein Geheimnis der Fondsgesellschaft. Folgen weitere Hiobsbotschaften? Es bleibt abzuwarten, ob die Fondsgesellschaft ihre gesetzlichen Verpflichtungen bei der Veröffentlichung ihres Jahresabschlusses erfüllen wird.

Der Dachfonds NB Tangible Asset Fund L.P. hält Beteiligungen an 10 Zielfonds und einem Direktinvestment und soll damit an über 200 Unternehmen beteiligt sein. Dem Jahresabschluss 2013 der Natural Resources & Energy GmbH & Co. Nr. 1 KG (KGAL PrivateEquityClass 5) lässt sich unter dem Punkt Haftungsverhältnisse und sonstige Verpflichtungen folgendes entnehmen: „Es bestehen sonstige wesentliche finanzielle Verpflichtungen in Höhe der noch nicht geleisteten Zahlungen aus der Zeichnung der Anteile an der NB Tangible Asset Funds L. P., Jersey/Channel Islands in Höhe von TUSD 24.097 (TEUR 17.473). Zur kurzfristigen Finanzierung von Kapitalbedarf der Gesellschaft im Zusammenhang mit dem verbundenen Unternehmen kann gemäß Gesellschaftsvertrag eine Zwischenfinanzierung abgeschlossen werden.“

Ein Privat Equity Fonds ist eine hoch spekulative Anlage mit erheblichen unternehmerischen Risiken, bei der auch mit dem Totalverlustrisiko und Insolvenz gerechnet werden muss. Für Anleger mit dem Anlageziel „Altersvorsorge“ sind geschlossene Fonds und damit auch Private Equity Fonds nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs generell nicht geeignet und sollten von vornherein gar nicht empfohlen werden.

Die Anteile des Fonds wurden durch Banken vertrieben, die dafür Provisionen erhalten haben. Folgt man der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (sog. Kick-Back-Rechtsprechung) muss die Bank, wenn sie den Kunden nach den Kriterien der anleger-und objektgerechten Beratung beraten will, über Höhe ihrer Rückvergütung aufklären, die sie von der Fondsgesellschaft erhält. Der Anleger ist erst dann in der Lage, Interessenkonflikte der Bank zu erkennen.

So wundert es den Fachmann dann auch nicht mehr, dass die Gesellschafter des Emissionshauses KGAL, die Bayerische Landesbank, Commerzbank (frühere Gesellschafterin Dresdner Bank), HASPA Finanzholding und Sal. Oppenheim knapp 90% ihrer Anteile an der KGAL Gruppe verkauft haben. Dies ist ein Abschied auf Raten und sollte den Kunden zu denken geben.

Was können nun die Anleger des Natural Resources & Energy GmbH & Co. Nr. 1 KG (KGAL Private Equity Class 5) tun? Die Anlageberater hatten die Pflicht, die Anleger anleger- und anlagegerecht zu beraten. Die Anlageberater hätten über das bestehende Totalverlustrisiko und die mangelnde Eignung von unternehmerischen Beteiligungen zur Altersvorsorge aufklären müssen. Vielfach wurden die Anleger nicht über die enormen Risiken aufgeklärt. Daraus könnten sich Schadensersatzansprüche ergeben. Nach Rückübertragung ihres Fondsanteils erhalten die Anleger ihre geleisteten Einzahlungen zurück. Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen

P.S.: Als besonderen Service bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist kostenlos. Sie erfahren, ob Sie überhaupt Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie den Fragebogen aus.