KGAL PrivateEquityClass 6

KGAL Private Equity Europa Plus Global GmbH & Co. Nr. 6 KG (BA 191)  – Private Equity Investment mit Risiko! – Kritische Bewertung!

Durch das Emissionshaus KGAL (KGAL GmbH & Co. KG) aus Grünwald wurden diverse geschlossene Fonds mit einem Milliardenvolumen aufgelegt. Tausende von Anlegern investierten ihr Geld in Immobilienfonds, Flugzeugfonds, Schiffsfonds und Infrastrukturfonds der KGAL.

Eine besondere Anlageklasse bildeten dabei auch sog. Private Equity Fonds. Dabei handelt es sich um die Finanzierung von nicht börsennotierten Unternehmen mit Eigenkapital, indem das Geld der Anleger über einen Dachfonds in diverse Zielfonds investiert wird. Der Anleger unterliegt dabei einem Blind-Pool-Risiko, da er vorab nicht weiß, in welche Unternehmen investiert wird und ist auf Gedeih und Verderb von der wirtschaftlichen Entwicklung der Zielunternehmen abhängig, welches auch einTotalverlustrisiko einschließt. Welche Erfahrungen er dabei macht, bleibt offen.

So wurde von der KGAL auch der Private Equity Europa Plus Global GmbH & Co. Nr. 6 KG aufgelegt, der in Leistungsbilanzen auch gern vollmundig PrivateEquityClass 6 (BA 191) genannt wurde. Es findet sich auch anderswo der Zusatz Global Leaders.

Seinerzeit wurde die Private Equity Europa Plus Nr. 6 GmbH als Komplementärin und die TERTIA Beteiligungstreuhand GmbH als Treuhandkommanditistin bestellt.

Über 9.000 Anleger haben sich unmittelbar oder über einen Treuhandkommanditisten mit einer Mindestsumme von 10.000 Euro an dem Private Equity Fonds Private Equity Europa Plus Global GmbH & Co. Nr. 6 KG (KGAL PrivateEquityClass 6) beteiligt.

Die Fondsgesellschaft beteiligt sich mittelbar an 19 Zielfonds, die in Private Equity-Beteiligungen investieren. Über die Allianz Capital Partners GmbH solle Auswahl, Erwerb und das laufende Monitoring der Beteiligungen erfolgen. Investitionsschwerpunkte sind Europa, die USA und Asien.

Zum 31.12.2011 wurden von der Fondsgesellschaft Private Equity Europa Plus Global GmbH & Co. Nr. 6 KG (KGAL PrivateEquityClass 6) Investmentzusagen in Höhe von 176 Millionen Euro getätigt.

Bis zum Jahre 2011 wurden von der KGAL noch Leistungsbilanzen veröffentlicht, in denen die Anleger sich informieren konnten. Dies war später leider nicht mehr der Fall und so sind die KGAL-Anleger auf die Jahresabschlüsse angewiesen.

Dem Jahresabschluss 2014 der Private Equity Europa Plus Global GmbH & Co. Nr. 6 KG (KGAL PrivateEquityClass 6) lässt sich entnehmen, dass Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 57.947.196,46 Euro bestehen. Im Vorjahr waren es noch es noch knapp 90 Millionen Euro. Diskussionswürdig sind auch die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Private Equity Global Nr. 6 Beteiligungs GmbH in Höhe von insgesamt 20.460.000 Euro. Darin enthalten sind sonstige Verpflichtungen in Höhe von 5.837.000 USD. Ob damit Währungsrisiken für die KGAL-Anleger verbunden sind, wie diese abgesichert werden, lässt sich der Bilanz leider nicht entnehmen.

Interessant ist auch die Bilanz der Private Equity Global Nr. 6 Beteiligungs GmbH, die als verbundenes Unternehmen der Fondsgesellschaft Private Equity Europa Plus Global GmbH & Co. Nr. 6 KG (KGAL PrivateEquityClass 6) ausgewiesen wird. Dem Jahresabschluss 2014 ist zu entnehmen, dass sich der Bilanzposten der Finanzanlagen um 11.585.452,01 Euro verringert hat. Die genauen Hintergründe lassen sich dem Jahresabschluss 2014 nicht entnehmen. Vielmehr finden die KGAL-Anleger solche Erklärungen: „Zur Ermittlung eines währungsbedingten Abschreibungsbedarfs der Beteiligungen in Fremdwährung werden deren fortgeführte, mit dem jeweils zum Transaktionszeitpunkt geltenden Devisenkassamittelkurs in Euro umgerechnete Anschaffungskosten unter Berücksichtigung fondsbedingter Abschreibungen mit dem zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag in Euro umgerechneten dazugehörigen Marktwert verglichen und gegebenenfalls abgeschrieben.“ Alles klar? Transparenz sieht anders aus!

Unserer Meinung nach muss man konstatieren, dass Private Equity Fonds meist eine recht unübersichtliche Vertrags- und Beteiligungsstruktur aufweisen. Das bei dieser Konstruktion auch erhebliche Gebühren für das Fondsmanagement anfallen, versteht sich von selbst und auch die Erfolgsbeteiligungen der Fondsinitiatoren sind zu berücksichtigen. Als Anleger sollte man immer prüfen, ob das Fondsmanagement auch für Misserfolge einstehen muss oder immer seine Managementgebühren kassieren kann. So wird schnell klar, wie die Risiken verteilt sind.

Ein Private Equity Fonds ist eine hoch spekulative Anlage mit erheblichen unternehmerischen Risiken, bei der auch mit dem Totalverlustrisiko und Insolvenz gerechnet werden muss. Für Anleger mit dem Anlageziel „Altersvorsorge“ sind geschlossene Fonds und damit auch Private Equity Fonds nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs generell nicht geeignet und sollten von vornherein gar nicht empfohlen werden.

Die Anteile des Fonds wurden u.a. durch Banken vertrieben, die dafür Provisionen erhalten haben. Folgt man der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (sog. Kick-Back-Rechtsprechung) muss die Bank, wenn sie den Kunden nach den Kriterien der anleger-und objektgerechten Beratung beraten will, über Höhe ihrer Rückvergütung aufklären, die sie von der Fondsgesellschaft erhält. Der Anleger ist erst dann in der Lage, Interessenkonflikte der Bank zu erkennen.

So wundert es den Fachmann dann auch nicht mehr, dass die Gesellschafter des Emissionshauses KGAL, die Bayerische Landesbank, Commerzbank (frühere Gesellschafterin Dresdner Bank), HASPA Finanzholding und Sal. Oppenheim knapp 90% ihrer Anteile an der KGAL Gruppe verkauft haben. Dies ist ein Abschied auf Raten und sollte den Kunden zu denken geben.

Was können nun die Anleger des Private Equity Europa Plus Global GmbH & Co. Nr. 6 KG (KGAL PrivateEquityClass 6) tun? Die Anlageberater haben die Pflicht, die Anleger anleger- und anlagegerecht zu beraten. Die Anlageberater müssen über das bestehende Totalverlustrisiko und die mangelnde Eignung von unternehmerischen Beteiligungen zur Altersvorsorge aufklären. Sollte dies nicht erfolgt sein, könnten sich daraus Schadensersatzansprüche ergeben. Nach Rückübertragung ihres Fondsanteils erhalten die Anleger ihre geleisteten Einzahlungen zurück

 

Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen.

 

P.S.: Als besonderen Service bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist kostenlos. Sie erfahren, ob Sie überhaupt Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus.