KGAL, PropertyClass Österreich 6 – Millionenfehlbetrag!

Fragwürdige Beschlüsse im Umlaufverfahren?

 

Was ist los beim KGAL-Fonds PropertyClass Österreich 6 (BA 217) - KALAK Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG? Die KGAL-Anleger erhielten von der Fondsverwaltung ein Schreiben zur Beschlussfassung über das Geschäftsjahr 2015 und Anpassungen des Gesellschaftsvertrages. Bis zum 18.11.2016 soll der Stimmzettel an die KALAK Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG zurückgesandt werden.

Was soll hier beschlossen werden und warum nur im Umlaufverfahren? Untersucht man die Beschlusspunkte gründlicher, so ergeben sich diverse Fragen, die das Abstimmungsverhalten der KGAL-Anleger beeinflussen werden.

Die übersandten Informationen zum Geschäftsjahr 2015 sind ja eine überaus deprimierende Lektüre. So muss vermeldet werden, dass eine Steuernachzahlung sowie die Sanierung der Tiefgarage aufgrund eines Wasserschadens die Liquiditätsreserve geschwächt haben. Offen bleibt die Frage aus welchen Gründen Steuern nachgezahlt werden mussten und in welcher Höhe. Drohen gar weitere Steuernachzahlungen? Wieso ist die Steuererklärung für das Geschäftsjahr 2015 noch nicht fertig, obwohl fast schon wieder ein Jahr vergangen ist?

Ebenso erschütternd ist, dass schon über Jahre keine Ausschüttungen mehr geleistet werden konnten. Was ist das für eine Abrechnung: 2013 mit 0,00 %, 2014 mit 0,00 %, 2015 mit 0,00 % und so geht es in den kommenden Jahren noch weiter! Ist das seriös? Was bedeutet dies für die KGAL-Anleger? Dies ist sicher eine sehr schlechte Erfahrung!

Aber damit nicht genug! Im Stimmzettel findet sich unter Beschlusspunkt 02 als Beschlussgegenstand die lapidare Feststellung: „Das Jahresergebnis (Jahresfehlbetrag in Höhe von – 3.410.584,13 EUR) wird gemäß den gesellschaftsvertraglichen Regelungen den Gesellschaftern zugewiesen.“ Ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 3.410.584,13 EUR! Dazu findet sich keinerlei Erklärung in den Erläuterungen des Fondsmanagement! Was soll das? Wie kommt dieser Millionenfehlbetrag zustande, obwohl behauptet wird, dass die Mieteinnahmen bei 2,26 Mio. Euro liegen? Wo ist das Geld geblieben?

Die KGAL-Anleger werden sich sicher die Frage stellen, ob unter diesen Gesichtspunkten der Jahresabschluss 2015 genehmigt und festgestellt werden kann. Soll der Jahresfehlbetrag in Millionenhöhe tatsächlich den Gesellschaftern zugewiesen und dem geschäftsführenden Kommanditisten, der KADIRA Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft Projekt 11 mbH Entlastung erteilt werden? Man könnte gut verstehen, wenn die KGAL-Anleger hier große Zweifel haben.

Ebenso fragwürdig ist die Neufassung des Gesellschaftsvertrages (Punkt 05). Hier soll die Kommunikation elektronisch durchgeführt werden und auch Gesellschafterbeschlüsse sollen auf diesem Wege gefasst werden. Wo bleibt die Kommunikation der Gesellschafter untereinander? Fragen gibt es sicher genug!

Offenkundig ist die Beschlussfassung zu Punkt 05 nicht nur eine terminologische Frage, sondern von großer Bedeutung, denn sonst wäre keine ¾-Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen bei diesen Beschlusspunkten erforderlich. Dies sollte jedem KGAL-Anleger zu denken geben, dass solch weitreichenden Beschlüsse im Umlaufverfahren beschlossen werden sollen und nicht vom KGAL-Fondsmanagement den KGAL-Anlegern in einer Präsenzversammlung genau erläutert werden.

Alle Fakten müssen auf den Tisch und die Fondsgeschäftsführung muss Rede und Antwort stehen! Und dies in einer Präsenzversammlung, damit die KGAL-Anleger auch die Möglichkeit haben, sich auszutauschen und ihre Geschicke in die eigenen Hände nehmen können. Hier sollte sich jeder KGAL-Anleger genau überlegen, ob er den Beschlusspunkten ruhigen Gewissens zustimmen kann oder mit Ablehnung reagiert!

Jetzt wird wieder klar: Die Immobilienfondsbeteiligung ist eine hoch spekulative Anlage mit erheblichen unternehmerischen Risiken, bei der auch mit dem Totalverlustrisiko und Insolvenz gerechnet werden muss. Für Anleger mit dem Anlageziel „Altersvorsorge“ sind geschlossene Fonds und damit auch Immobilienfonds nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs generell nicht geeignet und hätten von vornherein gar nicht empfohlen werden dürfen.

Die Anteile des Fonds wurden durch Banken vertrieben, die dafür Provisionen erhalten haben. Folgt man der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (sog. Kick-Back-Rechtsprechung) muss die Bank, wenn sie den Kunden nach den Kriterien der anleger-und objektgerechten Beratung beraten will, über Höhe ihrer Rückvergütung aufklären, die sie von der Fondsgesellschaft erhält. Der Anleger ist erst dann in der Lage, Interessenkonflikte der Bank zu erkennen.

Was können nun die Anleger des KGAL-Fonds PropertyClass Österreich 6 (BA 217) - KALAK Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG tun? Die Anlageberater hatten die Pflicht, die Anleger anleger- und anlagegerecht zu beraten. Die Anlageberater hätten über das bestehende Totalverlustrisiko und die mangelnde Eignung von unternehmerischen Beteiligungen zur Altersvorsorge aufklären müssen. Vielfach wurden die Anleger nicht über die enormen Risiken aufgeklärt. Daraus könnten sich Schadensersatzansprüche ergeben. Nach Rückübertragung ihres Fondsanteils erhalten die Anleger ihre geleisteten Einzahlungen zurück. Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen.

 

PS: Um Rechtssicherheit zu erhalten, bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist, in Erfüllung unserer satzungsgemäßen Aufgaben, kostenlos. Sie erfahren, ob Sie Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus. Sie erhalten damit eine Entscheidungsgrundlage!