KGAL Seaclass 8 MAJORNA Mobiliengesellschaft mbH & Co. KG – Fragwürdiges Restrukturierungskonzept!

KGAL, Seaclass 8, MAJORNA Mobiliengesellschaft mbH & Co. – Was Anleger jetzt tun können!

 

Die Schiffsfondsanleger der MAJORNA Mobiliengesellschaft mbH & Co. KG (KGAL Seaclass 8) durchleben ein Wechselbad der Gefühle. Die Fondsgesellschaft befindet sich seit Jahren in einem Krisenmodus. Nun soll also ein Restrukturierungskonzept umgesetzt werden. Was ist davon zu halten?

Eine mit der MHR Fund Management LLC verbundene Gesellschaft (Investor) möchte 15 Millionen USD in zwei Schiffsfonds investieren. Dies sind die MAJORNA Mobiliengesellschaft mbH & Co. KG und die Mundan Mobiliengesellschaft mbH & Co. KG (KGAL Seaclass 6).

Der Investor will 8,25 Millionen USD im Wege einer Kapitalerhöhung in die MAJORNA Mobiliengesellschaft mbH & Co. KG investieren. Damit sollen die gestundeten Tilgungszahlungen an die Bank geleistet werden. Ein Verkauf der Schiffe durch die Bank soll damit verhindert werden können.

Kann das Restrukturierungskonzept greifen oder werden die Anleger entmachtet? Die Restrukturierung soll durch eine Kapitalerhöhung durchgeführt werden. Dies bedeutet für die Anleger, die sich an einer Kapitalerhöhung nicht beteiligen wollen oder können, dass ihr Anteil verwässert und ihr Einfluss auf die Geschicke der Fondsgesellschaft geschmälert wird. Vielmehr verlangt der Investor umfangreiche Kontrollrechte und über das Restrukturierungskapital hält er künftig 75 % der Stimmen bei Beschlussfassungen. Damit können die Zeichner des Restrukturierungskapitals auch Änderungen im Gesellschaftsvertrag durchsetzen. Es ist schon bezeichnend, wenn der Beirat bei Werbung um die Zustimmung für das Restrukturierungskonzept zu der Einsicht kommt, „dass in Zukunft die Entscheidungskompetenz nahezu vollständig bei dem Investor liegen wird“. Deutlicher kann man die Verhältnisse nicht beschreiben! Zukünftig besteht der Beirat nur noch aus drei Mitgliedern und wird vom Investor dominiert.

Interessant ist auch die zukünftige Verteilung der Erlöse. Was lesen die KGAL-Anleger im Restrukturierungskonzept? „Das Restrukturierungskapital hat grundsätzlich Anspruch auf sämtliche künftige Erlöse. Die derzeitigen Gesellschafter werden jedoch mit 10 % an den künftigen Erlösen beteiligt, sobald das Restrukturierungskapital eine Rendite von 15 % (IRR) erreicht hat.“ „IRR“, was ist das denn? Dazu findet sich folgende „hilfreiche Erklärung“ im Restrukturierungskonzept: „Bei dieser finanzmathematischen Berechnungsmethode wird derjenige Abzinsungssatz (Interner Zinsfuß) ermittelt, bei dem die Summe aller Barwerte der zu unterschiedlichen Zeitpunkten anfallenden Ein- und Auszahlungen einer Beteiligung gleich groß ist und damit zu einem Kapitalwert von Null führt. Wirtschaftlich gesehen ermöglicht die so ermittelte IRR-Kennzahl Aussagen über die Verzinsung des sich über die Zeit verändernden und rechnerisch in der Kapitalanlage gebundenen Investorenkapitals. Ein anfänglich als Einlage erbrachter Betrag reduziert sich rechnerisch durch Ausschüttungen/Einnahmen und erhöht sich durch die interne Verzinsung selbst.“ Alles klar? Transparenz und faire Erlösverteilung sieht anders aus!

Aufschlussreich sind auch die Ausführungen über die Stundung der Verwaltungshonorare in Höhe von rund 200.000 USD p.a. durch die KGAL. Schön, wenn noch einmal aufgelistet wird, dass der KGAL für die Verwaltung der Fondsgesellschaft für 2015 eine laufende Gebühr von rund 362.000 USD zusteht. Außerdem besteht noch eine Zahlungsverpflichtung über 70.000 USD für im Jahr 2013 gestundete Honorare. Für die Komplementär- und eine Treuhandvergütung fallen jeweils 11.000 USD an. Erhebliche Rechnungsposten, wenn man sich die Einnahmesituation der Fondsgesellschaft ansieht. Ebenso werden für sonstige Kosten 100.000 USD angesetzt, die jährlich um 2,5 % erhöht werden. Dies sind Kosten für die Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, die Beiratsvergütung und die IHK. Regelmäßige Einnahmen, die sich sicher auch manch KGAL-Anleger wünschen würde.

Kritisch zu hinterfragen ist bei diesen durchaus erheblichen Kosten auch, wieso dann die Jahresabschlüsse für die Geschäftsjahre 2014 und 2015 nicht zeitnah im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Woran liegt das? Gibt es weitere Hiobsbotschaften zu vermelden oder was ist bei der Fondsgesellschaft los? Dies steht auch im krassen Widerspruch zu dem neugefassten § 16 Ziffer 1 Abs. 1 des Gesellschaftsvertrages, in dem festgeschrieben wird: „Der Jahresabschluss für das vergangene Geschäftsjahr ist innerhalb von 60 Tagen nach Ende des jeweiligen Geschäftsjahres zu erstellen und unverzüglich auf Wunsch einzelner Gesellschafter/Treugeber diesen zuzuleiten …“.

In der Gesamtschau muss konstatiert werden, dass mal wieder das Prinzip Hoffnung strapaziert wird. Warum sich gerade jetzt die Lage auf dem krisengeschüttelten Schiffsfondsmarkt ändern soll, bleibt ein Geheimnis der Fondsverwaltung und des Investors! Der ein oder andere Marktbeobachter fühlt sich eher an eine Schnäppchenjagd erinnert … Die erheblichen Risiken müssen die KGAL-Anleger tragen!

Es bleibt dabei: Die Schiffsfondsbeteiligung ist eine hoch spekulative Anlage mit erheblichen unternehmerischen Risiken, bei der auch mit dem Totalverlustrisiko und Insolvenz gerechnet werden muss. Für Anleger mit dem Anlageziel „Altersvorsorge“ sind geschlossene Fonds und damit auch Schiffsfonds nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs generell nicht geeignet und hätten von vornherein gar nicht empfohlen werden dürfen.

Die Anteile des Fonds wurden u.a. durch Banken (u.a. Dresdner Bank bzw. Commerzbank) vertrieben, die dafür Provisionen erhalten haben. Folgt man der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (sog. Kick-Back-Rechtsprechung) muss die Bank, wenn sie den Kunden nach den Kriterien der anleger-und objektgerechten Beratung beraten will, über Höhe ihrer Rückvergütung aufklären, die sie von der Fondsgesellschaft erhält. Der Anleger ist erst dann in der Lage, Interessenkonflikte der Bank zu erkennen.

Ungewiss ist auch, ob die Anlageberater die KGAL-Anleger ordnungsgemäß über die Risiken ihrer Anlage (u.a. Wechselkursrisiken und das Risiko der Loan-to-Value-Klausel) aufgeklärt und den Prospekt übergeben haben. Ob dies in der Vergangenheit geschehen ist, ist sehr fraglich und im Einzelfall zu prüfen.

Was können nun die Anleger der KGAL, Seaclass 8, MAJORNA Mobiliengesellschaft mbH & Co. KG tun? Sind die Anleger nicht anleger- und objektgerecht beraten worden, so haben sie nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes Anspruch auf Schadenersatz. Nach Rückübertragung ihres Fondsanteils erhalten die Anleger ihre geleisteten Einzahlungen zurück. Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen.

 

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