KGAL, European Infrastructure GmbH & Co. 1 KG (Infraclass Europa 1)

KGAL, European Infrastructure GmbH & Co. 1 KG (Infraclass Europa 1) – Millionenabwertung bei Finanzanlagen! – Was Anleger tun können!

Durch das Emissionshaus KGAL (KGAL GmbH & Co. KG) aus Grünwald wurden diverse geschlossene Fonds mit einem Milliardenvolumen aufgelegt. Tausende von Anlegern investierten ihr Geld in Immobilienfonds, Flugzeugfonds, Schiffsfonds und Infrastrukturfonds der KGAL. So wurde im Jahre 2007 der KGAL, European Infrastructure GmbH & Co. 1 KG (Infraclass Europa 1/Alcas 202) aufgelegt.

Mit dem KGAL, European Infrastructure GmbH & Co. 1 KG (Infraclass Europa 1) wurde das Ziel verfolgt, die Anleger an der Entwicklung eines diversifizierten Infrastruktur-Portfolios zu beteiligen. Dazu hat der Fonds in Zertifikate investiert, die die Performance einer (fiktiven) Beteiligung am Arcus European Infrastructure Fund 1 L.P. widerspiegeln. Der Fonds nimmt über die Zertifikate indirekt an der Wertentwicklung des Zielfonds Arcus European Infrastructure Fund 1 L.P. teil.

Emittentin der Zertifikate war die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG, die nunmehr in der italienischen UniCredit-Gruppe aufgegangen ist.

Nun könnte man als Anleger denken, man hätte sich über KGAL, European Infrastructure GmbH & Co. 1 KG (Infraclass Europa 1) beteiligt und zumindest in ein Infrastruktur-Portfolio investiert. Dies ist allerdings nicht der Fall. Vielmehr handelt es sich um eine fiktive Beteiligung in Form von Zertifikaten. Die Fondsgesellschaft erwirbt ein Indexzertifikat. Also eine Inhaberschuldverschreibung, die eine schuldrechtliche Forderung auf die Wertentwicklung des Arcus European Infrastructure Fund 1 L.P. begründet. Der Wert der Zertifikate bestimmt sich nach der Wertentwicklung des Zielfonds. Dieser wird von der Emittentin nach dem EIF European Infrastructure 1 Index berechnet. Die Zertifikate gewähren keine Kapitalgarantie und ebenso keine Gesellschafterrechte am Arcus European Infrastructure Fund 1 L.P.

Zum Leidwesen der Anleger hatte man bei der Auswahl des Investmentmanagers Babcock&Brown auch kein glückliches Händchen. Vielleicht lag dies auch daran, dass die Hypo- und Vereinsbank AG als Emittentin der Zertifikate, auch an Babcock&Brown beteiligt war. Jedenfalls geriet das Unternehmen Babcock&Brown in der Finanzkrise in Schwierigkeiten und wurde später liquidiert.

Auch an dem Beteiligungsportfolio hatten die Anleger wenig Freude. Vielmehr musste die Fondsgesellschaft über die Jahre außerplanmäßige Millionenabschreibungen auf die Zertifikate vornehmen. Die aktuelle Wertentwicklung bietet noch immer wenig Grund für Optimismus.

Der Anleger unterliegt bei Investitionen dieser Art einem Blind-Pool-Risiko, da er vorab nicht weiß, in welche Unternehmen investiert wird und ist auf Gedeih und Verderb von der wirtschaftlichen Entwicklung des Zielfonds abhängig, welches auch ein Totalverlustrisiko einschließt. Dazu kommt auch noch das Solvenzrisiko bei der Emittentin der Zertifikate. Mithin ist die Risikostruktur für den Anleger nahezu undurchschaubar. Welche Erfahrungen er dabei macht, bleibt offen. Zugleich ist das Risikopotential bei Investitionen in abgeleitete Produkte (z. B. Zertifikate) ungleich höher als konventionellen Fonds.

Kritisch zu beurteilen ist auch, dass die Ausschüttungen aus dem vorhandenen Liquiditätsüberschuss getätigt würden. Im Ergebnis wird durch Ausschüttungen Liquidität der Fondsgesellschaft ausgekehrt. Es handele sich um Auszahlungen, die nicht durch entsprechende Gewinne gedeckt sind und als Rückzahlung der Einlage anzusehen sind. Dies hat für Anleger die unangenehme Folge, dass die Haftung des Gesellschafters gegenüber Dritten wieder entstehen kann.

Die Anteile des Fonds wurden durch Banken, so auch die Commerzbank, vertrieben, die dafür Provisionen erhalten haben. Folgt man der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (sog. Kick-Back-Rechtsprechung) muss die Bank, wenn sie den Kunden nach den Kriterien der anleger-und objektgerechten Beratung beraten will, über Höhe ihrer Rückvergütung aufklären, die sie von der Fondsgesellschaft erhält. Der Anleger ist erst dann in der Lage, Interessenkonflikte der Bank zu erkennen.

Was können nun die Anleger des KGAL, European Infrastructure GmbH & Co. 1 KG (Infraclass Europa 1/Alcas 202) tun?

Sind die Anleger nicht anleger-und objektgerecht beraten worden, so haben sie nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes Anspruch auf Schadenersatz. Nach Rückübertragung ihres Fondsanteils erhalten die Anleger ihre geleisteten Einzahlungen zurück. Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen.

 

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