IVG Balanced Portfolio UK – Ausschüttungen trotz Millionenverlusten

Ist das seriös? - Ausszahlungen trotz Verlustvorträgen in Millionenhöhe bei der EuroSelect Balanced Portfolio UK GmbH & Co. KG! – Verjährung droht!

Auszahlungsankündigung? „Wir werden nun eine Auszahlung an die Gesellschafter in Höhe von 28 % des Kommanditkapitals der Gesellschaft vornehmen.“ konnten IVG-Anleger im Schreiben der PFM Private Funds Management GmbH lesen. Übersandt wurde das Protokoll der schriftlichen Beschlussfassung über die Geschäftsjahre 2014 und 2015. Was ist da los bei der EuroSelect Balanced Portfolio UK GmbH & Co. KG (BalancedPortfolio UnitedKingdom)?

Wir erinnern uns: Der Dachfonds IVG EuroSelect Balanced Portfolio UK GmbH & Co. KG (BalancedPortfolio UnitedKingdom) wurde im 2006 platziert. Der Dachfonds beteiligte sich an 3 institutionellen Zielfonds. Der Investitionsgegenstand der Zielfonds sind Immobilienobjekte in Großbritannien. Insbesondere Objekte in und um London gehören zum Immobilienportfolio.

Was ist nun aus den Versprechungen geworden? Welche Erfahrungen haben die IVG-Anleger gemacht?

Bereits in früheren Leistungsbilanzen musste vermeldet werden, dass sich die Zielfonds nicht der Wirtschafts- und Finanzkrise entziehen konnten. In der Folge sahen sich die Anleger mit teilweise erheblichen Wertverlusten innerhalb des Immobilienportfolios der Zielfonds konfrontiert.

Wie mag es jetzt aussehen? Schaut man sich die letzte verfügbare Bilanz des Jahres 2014 der EuroSelect Balanced Portfolio UK GmbH & Co. KG (BalancedPortfolio UnitedKingdom) an, so finden sich weitere Hiobsbotschaften. Bereits für die Jahre 2007 und 2008 mussten außerplanmäßige Abschreibungen i.H.v. GBP 70.038.111,31 vorgenommen werden. Dies konnte in den Folgejahren nicht ausgeglichen werden. Schlimmer noch: Beim Zielfonds AXA/IVG Greater London Fund (GLF) kam es zum Totalverlust. Die Bank verfügte eine Zwangsverwaltung und eine Verwertung der Fondsimmobilien. Mithin musste eine Abschreibung auf einen Erinnerungswert von GBP 1,00 vorgenommen werden. Wir erinnern uns, allein dieser Zielfonds wurde ursprünglich mit über GBP 30 Millionen in der Bilanz ausgewiesen.

Doch damit nicht genug! So finden wir in der Bilanz 2014 Verlustvorträge in Millionenhöhe. So für das Jahr 2014 GBP 53.302.185,92 und im Jahr 2013 gar GBP 61.970.505,91. Das ist umgerechnet für 2014 68.116.485,73 Euro und für 2013 78.322.173,77 Euro.

Verlustvortrag? Was ist das denn, wird sich der ein oder andere IVG-Anleger fragen. Dabei wird die Summe der kumulierten Verluste der Vorjahre ausgewiesen, die noch nicht mit Gewinnen verrechnet werden konnte. Nun kann man sich allerdings fragen, wann und womit zukünftig Gewinne in Höhe von GBP 53.302.185,92 erzielt werden sollen, allein um die aufgehäuften Verluste auszugleichen. Gab es da nicht Ereignisse wie den Brexit, der erhebliche Auswirkungen auf den britischen Immobilienmarkt hat. Bezeichnenderweise titelt auch der SPIEGEL: „Britische Immobilienkonzerne schreiben Millionenverluste“. Wer rechnet da noch mit Gewinnen und nimmt eine Auszahlung an die Gesellschafter in Höhe von 28 % des Kommanditkapitals der Gesellschaft vor. Ist das seriös?

Welche Risiken sind damit verbunden? Kommanditisten der EuroSelect Balanced Portfolio UK GmbH & Co. KG (BalancedPortfolio UnitedKingdom) sollten bedenken, dass bei Auszahlungen, die nicht durch Gewinne unterlegt sind, die Haftung wieder aufleben kann. Damit kann ein Rückzahlungsanspruch gemäß § 172 HGB verbunden sein, wenn die Gesellschaft Liquiditätsschwierigkeiten hat und gar in der Insolvenz landet. Sollte man dieses Risiko eingehen oder lieber jetzt handeln?

Klar bleibt: Die Immobiliendachfondsbeteiligung ist eine hoch spekulative Anlage mit erheblichen unternehmerischen Risiken, bei der auch mit dem Totalverlustrisiko und Insolvenz gerechnet werden muss. Für Anleger mit dem Anlageziel „Altersvorsorge“ sind geschlossene Fonds und damit auch Immobilienfonds nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs generell nicht geeignet und hätten von vornherein gar nicht empfohlen werden dürfen.

Die Anteile des Fonds wurden u.a. durch Banken vertrieben, die dafür Provisionen erhalten haben. Folgt man der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (sog. Kick-Back-Rechtsprechung) muss die Bank, wenn sie den Kunden nach den Kriterien der anleger-und objektgerechten Beratung beraten will, über Höhe ihrer Rückvergütung aufklären, die sie von der Fondsgesellschaft erhält. Der Anleger ist erst dann in der Lage, Interessenkonflikte der Bank zu erkennen.

Ungewiss ist auch, ob die Anlageberater die IVG EuroSelect Fonds Anleger ordnungsgemäß über die Risiken ihrer Anlage aufgeklärt und den Prospekt übergeben haben. Ob dies in der Vergangenheit geschehen ist, ist sehr fraglich, denn u.a. die Commerzbank sieht sich mit einer Vielzahl von Klagen von unzufriedenen IVG EuroSelectFonds Anlegern konfrontiert.

So hat sich das Urteil des Landgerichts Köln mit der fehlenden Aufklärung über Rückvergütungen beschäftigt. Der Dresdner Bank-Berater hat nicht über Tatsache von Kick-Back-Zahlungen aufgeklärt. Dabei wurde die Commerzbank, die die Dresdner Bank später übernommen hat, auch schon zu Schadensersatz und Rückabwicklung der Fondsbeteiligung verurteilt.

Auch das LG Wuppertal urteilte in der gleichen Art. Das Landgericht Hannover wiederrum verurteilte eine andere Bank zur Rückabwicklung, deren Berufung später vom Oberlandesgericht Celle zurückgewiesen wurde. Die Bank muss darüber aufklären, dass sie selbst Rückvergütungen erhalten hat, urteilte das OLG Celle.

Diese Urteile können auch anderen Anlegern der EuroSelect Balanced Portfolio UK GmbH & Co. KG helfen.

Da auch beim EuroSelect Balanced Portfolio UK GmbH & Co. KG nach 10 Jahren die absolute Verjährung der Ansprüche droht und die Frist auf den Tag genau berechnet (Fondsbeitritt) wird, sollten Anleger schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen.

 

PS: Um Rechtssicherheit zu erhalten, bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist, in Erfüllung unserer satzungsgemäßen Aufgaben, kostenlos. Sie erfahren, ob Sie Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus. Sie erhalten damit eine Entscheidungsgrundlage!