European Real Estate GmbH & Co. Nr. 1 KG

Fonds in der Krise – Verluste für fast 10.000 Anleger

Durch das Emissionshaus KGAL (KGAL GmbH & Co. KG) aus Grünwald wurden diverse geschlossene Fonds mit einem Millardenvolumen aufgelegt. Tausende von Anlegern investierten ihr Geld in Immobilienfonds, Flugzeugfonds, Schiffsfonds und Infrastrukturfonds der KGAL.

So auch in den Fonds European Real Estate GmbH & Co. Nr. 1 KG, der in Leistungsbilanzen auch gern vollmundig KGAL-ALCAS 185 Propertyclass Value Added 1 genannt wurde. Der geschlossene Fonds wurde ab 2007 vertrieben, sollte eine Laufzeit bis 2016 haben und mittelbar als Dachfonds über sog. „Real Estate Private Equity Zielfonds“ Investitionen in europäische Immobilien vornehmen. Für die Anleger war nicht klar, in welche Zielfonds und damit in welche Immobilien investiert werden sollte. Damit waren sie einem erheblichen Blind-Pool-Risiko und Totalverlustrisiko ausgeliefert.

Mitwirkungsrechte hatten die Gesellschafter nicht, vielmehr lag es allein in den Händen der Fondsgeschäftsführung, dass Kapital der Anleger sorgsam zu verwalten. Leider musste man der Leistungsbilanz 2011 entnehmen, dass „vier der sechs Zielfonds die angestrebten Ergebnisse weit unterschreiten und gegen Kapitalverluste ankämpfen“. So weit, so schlecht. Es wurde weiter konstatiert: „Es kann daher sein, dass die Investoren ihr Kapital nicht vollständig zurückerhalten.“ Von der angestrebten Rendite von 10% und entsprechenden Ausschüttungen ist schon lange nicht mehr die Rede!

Natürlich erwarteten die Anleger in dieser Situation weitere „Leistungsbilanzen“, wurden aber bitter enttäuscht. Vielmehr konnte man dem Jahresabschluss 2012 entnehmen: „Die Gesellschaft geht aus heutiger Sicht davon aus, dass die ursprünglich erwartete Rendite der Fondsgesellschaft vermutlich nicht mehr erreicht werden kann.“ und die diversen Kommanditisten verpflichtet sind, den Anfangsverlust (negatives Eigenkapital des geschäftsführenden Kommanditisten) aus dem Jahr 2006 wirtschaftlich zu tragen. Eine wahrhaft niederschmetternde Bilanz! Weitere Bilanzen wurden bisher nicht veröffentlicht! Folgen weitere Hiobsbotschaften?

Die Anteile des Fonds wurden durch Banken vertrieben, die dafür Provisionen erhalten haben. Folgt man der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (sog. Kick-Back-Rechtsprechung) muss die Bank, wenn sie den Kunden nach den Kriterien der anleger-und objektgerechten Beratung beraten will, über Höhe ihrer Rückvergütung aufklären, die sie von der Fondsgesellschaft erhält. Der Anleger ist erst dann in der Lage, Interessenkonflikte der Bank zu erkennen. Die Ausführungen im Fondsprospekt dazu sind dürftig und es ist immer fraglich, ob in den Beratungsgesprächen der Fondsprospekt tatsächlich ausgehändigt wurde. Weist die Bank nicht auf diese Interessenkollision hin, hat der Kunde einen Schadensersatzanspruch gegen die Bank.

So wundert es den Fachmann dann auch nicht mehr, dass die Gesellschafter des Emissionshauses KGAL, die Bayerische Landesbank, Commerzbank (frühere Gesellschafterin Dresdner Bank), HASPA Finanzholding und Sal. Oppenheim knapp 90% ihrer Anteile an der KGAL Gruppe verkauft haben. Dies ist ein Abschied auf Raten und sollte den Kunden zu denken geben.

Was können nun die Anleger des KGAL-Fonds European Real Estate GmbH & Co. Nr. 1 KG tun?

Sind die Anleger nicht anleger-und objektgerecht beraten worden, so haben sie nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes Anspruch auf Schadenersatz. Nach Rückübertragung ihres Fondsanteils erhalten die Anleger ihre geleisteten Einzahlungen zurück. Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen.

Weitere Informationen finden Sie auch auf www.sammelklageonline.de

P.S.: Als besonderen Service bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist kostenlos. Sie erfahren, ob Sie überhaupt Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie den Fragebogen aus.