Conti 171. Container Schiffahrts-GmbH & Co. KG Nr. 1 MS „Conti Larimar”

Conti-Schiffsfonds in schwerer See! – Können Conti-Anleger ihr Geld retten?

Wie geht es weiter mit dem Conti-Schiffsfonds MS „Conti Larimar“? Von den prognostizierten Ausschüttungen ist schon lange nicht mehr die Rede. Vielmehr müssen Conti-Anleger immer wieder von Schiffsfonds-Insolvenzen lesen und machen sich mit Recht Sorgen um ihre eigene Kapitalanlage.

Viele Conti-Schiffsfondsanleger werden sich fragen, was aus den Versprechungen der Vergangenheit geworden ist. So wurde ihnen bei der MS „Conti Larimar“ eine „Investition in die Bulkschifffahrt mit attraktiven Ertragschancen“ angeboten. Und wie hat sich die Investition in den Conti-Schiffsfonds MS „Conti Larimar“ tatsächlich entwickelt? Schauen wir uns die Fakten einmal genauer an.

Die Conti-Unternehmensgruppe hat im Jahre 2011 den Schiffsfonds Conti 171. Container Schiffahrts-GmbH & Co. KG Nr. 1 aufgelegt. Dabei handelt es sich bei der MS „Conti Larimar“ um einen Bulker, also einen Massengutfrachter.

Das Fondsvolumen beträgt ca. 30 Millionen Euro. Dabei haben die Conti-Anleger gut 11 Millionen Euro investiert. Hierbei wurden den Conti-Anlegern schon erhebliche Provisionen, insbesondere Vermittlungsprovisionen oder vergleichbare Vergütungen in Rechnung gestellt. Ausweislich der Mittelverwendungsprognose beträgt die Gesamthöhe der Provisionen 2.190.000 Euro. Dies sind immerhin 19 % des Eigenkapitals. Mithin fließen diese Gelder nicht in Investitionen der Schiffsfondsgesellschaft, sondern in die Taschen der Initiatoren und ihrer Vermittler. Weiterhin hat der Fonds Fremdkapital über 27,7 Millionen US$ aufgenommen, was naturgemäß mit Währungsrisiken verbunden ist.

Das Schiff MS „Conti Larimar“ wurde 2011 ausgeliefert und an die Hyundai Merchant Marine, Südkorea verchartert. Mit dem Abschluss der Charterverträge entstehen naturgemäß unternehmerische Risiken, denn die Charterraten sind allgemein starken Schwankungen unterworfen. Der Chartervertrag wurde angepasst und verlängert. Ebenso muss konstatiert werden, dass die Schiffsbetriebskosten über den Prospektwerten lagen. Höhere Kosten als prospektiert? Was bedeutet das wohl für die Ertragssituation? Sicher nichts Gutes!

Das Marktumfeld ist ohnehin sehr schlecht und dramatischerweise wurde 2014 über zwei Monate gar keine Charter erwirtschaftet, da Kranschäden aufgetreten sind. Höhere Schiffsbetriebskosten als geplant und keine Chartereinnahmen? Da kann man sich gut vorstellen, wie sich dies auf die Ertragssituation auswirkt. Von „attraktiven Ertragschancen“ wurde fabuliert, aber Millionenverluste wurden eingefahren!

Dem Jahresabschluss 2015 können Anleger die deprimierende Botschaft entnehmen, dass die Gesellschaft im Berichtsjahr 2015 einen Millionenverlust ausweisen musste. Bestürzende 8.478.352,85 Euro mussten als Jahresfehlbetrag bilanziert werden. Wir erinnern uns: Das Kommanditkapital der Conti-Anleger beträgt gerade einmal 10,69 Millionen Euro. Und auch im Jahr 2014 wurden 2.831.721,82 Euro Miese gemacht.

Dies ist wahrlich eine erschreckende Erkenntnis und sollte den Conti-Anlegern zu denken geben. Wie mag das Geschäftsjahr 2016 verlaufen? Wie soll man dies bewerten?

Nunmehr wird klar: Die Schiffsfondsbeteiligung ist eine hoch spekulative Anlage mit erheblichen unternehmerischen Risiken, bei der auch mit dem Totalverlustrisiko und Insolvenz gerechnet werden muss. Für Anleger mit dem Anlageziel „Altersvorsorge“ sind geschlossene Fonds und damit auch Schiffsfonds nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs generell nicht geeignet und hätten von vornherein gar nicht empfohlen werden dürfen.

Die Anteile von Conti-Fonds wurden u.a. auch durch Banken vertrieben, die dafür Provisionen erhalten haben. Folgt man der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (sog. Kick-Back-Rechtsprechung) muss die Bank, wenn sie den Kunden nach den Kriterien der anleger-und objektgerechten Beratung beraten will, über Höhe ihrer Rückvergütung aufklären, die sie von der Fondsgesellschaft erhält. Der Anleger ist erst dann in der Lage, Interessenkonflikte der Bank zu erkennen.

Ungewiss ist auch, ob die Anlageberater die Conti-Anleger ordnungsgemäß über die Risiken ihrer Anlage aufgeklärt und den Prospekt übergeben haben. Ob dies in der Vergangenheit geschehen ist, ist sehr fraglich und im Einzelfall zu prüfen.

Was können nun die Anleger der Conti 171. Container Schiffahrts-GmbH & Co. KG Nr. 1 (MS „Conti Larimar“) tun? Sind die Anleger nicht anleger-und objektgerecht beraten worden, so haben sie nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes Anspruch auf Schadenersatz. Nach Rückübertragung ihres Fondsanteils erhalten die Anleger ihre geleisteten Einzahlungen zurück. Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen.

 

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