Conti 176. Schifffahrts-GmbH & Co. Bulker KG MS "CONTI AMETHYST"

Conti-Schiffsfonds in schwerer See! – Das sind Ihre Rechte als Conti-Anleger!

Wie geht es weiter mit dem Conti-Schiffsfonds MS „CONTI AMETHYST“? Von den prognostizierten Ausschüttungen ist schon lange nicht mehr die Rede. Vielmehr müssen Conti-Anleger immer wieder von Schiffsfonds-Insolvenzen lesen und machen sich mit Recht Sorgen um ihre eigene Kapitalanlage.

Viele Conti-Schiffsfondsanleger werden sich fragen, was aus den Versprechungen der Vergangenheit geworden ist. So wurde ihnen bei der MS „CONTI AMETHYST“ eine „Investition in den Wachstumsmarkt der Bulkschifffahrt“ angeboten. Und wie hat sich die Investition in den Conti-Schiffsfonds MS „CONTI AMETHYST“ tatsächlich entwickelt? Schauen wir uns die Fakten einmal genauer an.

Die Conti-Unternehmensgruppe hat im Jahre 2010 den Conti 176. Schifffahrts-GmbH & Co. Bulker KG MS "CONTI AMETHYST" aufgelegt. Dabei handelt es sich bei der MS „CONTI AMETHYST“ um einen Bulker, also einen Massengutfrachter.

Das Fondsvolumen beträgt ca. 35 Millionen Euro. Dabei haben die Conti-Anleger gut 14 Millionen Euro investiert. Hierbei wurden den Conti-Anlegern schon erhebliche Provisionen, insbesondere Vermittlungsprovisionen oder vergleichbare Vergütungen in Rechnung gestellt. Ausweislich der Mittelverwendungsprognose beträgt die Gesamthöhe der Provisionen 3.312.000 Euro. Dies sind immerhin 21,8 % des Eigenkapitals. Mithin fließen diese Gelder nicht in Investitionen der Schiffsfondsgesellschaft, sondern in die Taschen der Initiatoren und ihrer Vermittler. Weiterhin hat der Fonds Fremdkapital über 28 Millionen US$ aufgenommen, was naturgemäß mit Währungsrisiken verbunden ist.

Die MS „CONTI AMETHYST“ wurde im 2011 ausgeliefert und trat bei der STX Pan Ocean (Südkorea) ihren Dienst an. Mit dem Abschluss der Charterverträge entstehen naturgemäß unternehmerische Risiken, denn die Charterraten sind starken Schwankungen unterworfen.

Der Charterer musste aufgrund von Liquiditätsengpässen im Juni 2013 Gläubigerschutz beantragen und es musste ein Restrukturierungsprozess eingeleitet werden.

Der Chartervertrag wurde gekündigt und das Schiff wird auf dem Spotmarkt oder für kürzere Perioden verchartert.

Das Marktumfeld ist sehr schlecht und deshalb hat die Fondsgesellschaft Conti 176. Schifffahrts-GmbH & Co. Bulker KG MS "CONTI AMETHYST" mit geringen Einnahmen zu kämpfen.

Ebenso muss konstatiert werden, dass die Schiffsbetriebskosten über den Prospektwerten lagen. Höhere Schiffsbetriebskosten als geplant und geringere Chartereinnahmen? Da kann man sich gut vorstellen, wie sich dies auf die Ertragssituation auswirkt. Von „Wachstumsmarkt Bulkschifffahrt“ wurde fabuliert, aber zweistellige Millionenverluste wurden im Geschäftsjahr 2015 eingefahren!

Dem Jahresabschluss 2015 können Anleger die deprimierende Botschaft entnehmen, dass die Gesellschaft im Berichtsjahr 2015 einen zweistelligen Millionenverlust ausweisen musste. Bestürzende 12.204.496,05 Euro mussten als Jahresfehlbetrag bilanziert werden.

Dies wäre eine erschreckende Erkenntnis und sollte den Conti-Anlegern zu denken geben. Wie mag das Geschäftsjahr 2016 verlaufen sein? Wie soll man dies bewerten?

Nunmehr wird klar: Die Schiffsfondsbeteiligung ist eine hoch spekulative Anlage mit erheblichen unternehmerischen Risiken, bei der auch mit dem Totalverlustrisiko und Insolvenz gerechnet werden muss. Für Anleger mit dem Anlageziel „Altersvorsorge“ sind geschlossene Fonds und damit auch Schiffsfonds nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs generell nicht geeignet und hätten von vornherein gar nicht empfohlen werden dürfen.

Die Anteile der Conti-Fonds wurden u.a. auch durch Banken vertrieben, die dafür Provisionen erhalten haben. Folgt man der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (sog. Kick-Back-Rechtsprechung) muss die Bank, wenn sie den Kunden nach den Kriterien der anleger-und objektgerechten Beratung beraten will, über Höhe ihrer Rückvergütung aufklären, die sie von der Fondsgesellschaft erhält. Der Anleger ist erst dann in der Lage, Interessenkonflikte der Bank zu erkennen.

Ungewiss ist auch, ob die Anlageberater die Conti-Anleger ordnungsgemäß über die Risiken ihrer Anlage aufgeklärt und den Prospekt übergeben haben. Ob dies in der Vergangenheit geschehen ist, ist sehr fraglich und im Einzelfall zu prüfen.

Was können nun die Anleger der Conti 176. Schifffahrts-GmbH & Co. Bulker KG MS "CONTI AMETHYST" tun? Sind die Anleger nicht anleger-und objektgerecht beraten worden, so haben sie nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes Anspruch auf Schadenersatz. Nach Rückübertragung ihres Fondsanteils erhalten die Anleger ihre geleisteten Einzahlungen zurück. Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen!

 

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