CFB-Fonds 166, Twins 1 – Schiffe sollen verkauft werden!

CFB-Fonds 166 Twins 1 (MS "NEDLLOYD ADRIANA" und MS "NEDLLOYD VALENTINA") – Was bleibt nach Beschluss zum Schiffsverkauf? – Droht Insolvenz und Auschüttungsrückforderung?

Was ist denn das für unschöne verspätete Weihnachtspost, wird sich so mancher CFB-Fonds-Anleger gedacht haben, als er Ende Dezember 2016 Nachrichten von der Commerz Real Fonds Beteiligungsgesellschaft mbH aus Düsseldorf erhielt. „CFB Fonds 166 – Twins 1“ – „Einladung zur Beschlussfassung im außerordentlichen schriftlichen Verfahren – Abstimmung über den Verkauf des MS NEDLLOYD ADRIANA und des MS NEDLLOYD VALENTINA“ – konnten die CFB-Fonds-Anleger lesen. Beschlüsse über den Verkauf der Fondsschiffe? „Eilige Terminsache“ Was soll das denn?

Im Lichte diverser Schiffsfonds-Insolvenzen stellt sich auch bei dem Schiffsfonds CFB-Fonds 166 Twins 1 (NAUTLUS Schiffsbetriebsgesellschaft mbH & Co. MS "NEDLLOYD ADRIANA" KG und NAURATA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH & Co. MS "NEDLLOYD VALENTINA" KG) die Frage, welche Auswirkungen ein Verkaufsbeschluss für die CFB-Fonds-Anleger haben würde. Zu welcher Bewertung sollen die CFB-Fonds-Anleger kommen und welche Erfahrungen werden sie noch in der Zukunft machen?

Wir erinnern uns: Schon in den vergangenen Jahren entwickelte sich der Schiffsfonds CFB-Fonds 166 Twins 1 nicht mehr konzeptionsgemäß. Die Chartereinnahmen waren viel zu gering. Und schon im Jahre 2013 sahen sich die CFB-Fonds-Anleger durch außerplanmäßige Abschreibungen mit Millionenverlusten bei den Fondsschiffen konfrontiert. Mithin hat die Fondsgesellschaft wohl schon 2013 den Glauben verloren, dass in der Zukunft nachhaltige Charterraten erzielt werden können, sonst wäre sie nicht zu den außerplanmäßigen Abschreibungen gezwungen gewesen.

Doch es kommt noch schlimmer! Der CFB Fonds 166 Twins 1 könnte im nächsten Jahr von einer Insolvenz bedroht werden, stellt die Commerz Real in ihrem Schreiben fest. Weiter wird auf Marktgutachten aus den Jahren 2014 und 2016 verwiesen, in denen wohl für CFB-Fonds-Anleger erschreckende Prognoserechnungen vorgenommen werden. So wird in dem Schreiben über die Krise der Schifffahrtsmärkte lamentiert, Kaskadeneffekte der Verdrängung beklagt und sogar die Verschrottung von Schiffen mit einem Alter von weniger als 10 Jahren wegen wirtschaftlicher Notlage beschrieben.

So weit, so schlecht! Zusammenfassend wird festgestellt, dass selbst bei Eintritt der optimistischsten Prognose aus dem Marktgutachten ein Weiterbetrieb der beiden Fondsschiffe aus heutiger Sicht nicht möglich sei, vielmehr „die Erträge der beiden Fondsgesellschaften nicht ausreichen, um die beiden Fondsschiffe dauerhaft weiterbetreiben zu können.“ Vielmehr könnte nach dem Ende der derzeit laufenden Festcharter die Zahlungsunfähigkeit und Insolvenz drohen.

Mithin erscheint nach Auffassung der Commerz Real ein baldiger Verkauf der beiden Fondsschiffe unabwendbar und die Fondsgeschäftsführungen empfehlen den Verkauf der Fondsschiffe. Gleichwohl findet sich immer wieder der Hinweis: „Bitte beachten Sie, dass Prognosen kein verlässlicher Indikator für die künftige Entwicklung sind.“

Spätestens jetzt werden sich CFB-Fonds-Anleger fragen, was für ein Geschäftsmodell ihnen von ihren Bankberatern der Dresdner Bank AG verkauft wurde. So konnte man noch in Verlautbarungen der Commerz Real AG, der 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Commerzbank AG vom Mai 2008 lesen: „CFB-Fonds 166 „CFB-Schiffsfonds Twins 1“ erfolgreich durch Dresdner Bank platziert!“ Stolz wurde auf den Exklusivvertrieb der Dresdner Bank AG verwiesen! Beinahe zynisch klingen die Sätze: „Commerz Real setzt weiter auf den Wachstumsmarkt Zulieferschiffe und investiert in zwei weitere Containerschiffe der Sub-Panamax-Klasse. … Nach der erfolgreichen Platzierung des CFB-Fonds 166 "CFB-Schiffsfonds Twins 1“ setzt die CFB die Erfolgsstory der sogenannten Feederschiffe fort.“ Wie lautet noch einmal das Motto der Commerz Real AG? „Wir schaffen Reale Werte“ Fragt sich nur für wen? Auf jeden Fall nicht für die Anleger des CFB-Fonds 166 Twins 1!

Doch damit nicht genug! Ab Juni 2008 wurde Kunden der Dresdner Bank gar ein weiterer Schiffsfonds der Twins-Serie angeboten. Der CFB Fonds 168 „CFB-Schiffsfonds Twins 2“ mit der MS „NEDLLOYD MARITA“ und der MS „MAERSK NOTTINGHAM“. Wieder im Exklusivvertrieb der Dresdner Bank AG, nunmehr Commerzbank AG! Wie das ausgegangen ist, ist eine andere Geschichte. Allerdings auch keine gute!

Anleger des CFB Fonds 166 – Twins 1 werden sich fragen, warum die Beschlussfassung über eine so wichtige Entscheidung im außerordentlichen schriftlichen Verfahren stattfindet, aber gleichwohl eine Informationsveranstaltung über die Lage der Fondsgesellschaften in Düsseldorf abgehalten wird.

Sollte die erforderliche Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen der CFB-Anleger für einen Verkauf eines oder beider Fondsschiffe nicht zustande kommen, drohe die Gefahr der Insolvenz der betreffenden Fondsgesellschaft und die Verwaltung durch einen Insolvenzverwalter.

Und was passiert, wenn im Falle möglicher Verkaufsbeschlüsse die Kaufpreise nicht reichen, um die noch offenen Darlehen zu tilgen? Wer bezahlt die Kosten der Liquidation des Schiffsfonds? Ist eine Insolvenz der NAUTLUS Schiffsbetriebsgesellschaft mbH & Co. MS "NEDLLOYD ADRIANA" KG und NAURATA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH & Co. MS "NEDLLOYD VALENTINA" KG tatsächlich zu vermeiden oder wird es weitere unrühmliche Schiffsfonds-Insolvenzen geben?

Sollte dies der Fall sein, so müssten die CFB-Fonds-Anleger auch noch mit der Rückforderung ihrer Ausschüttungen rechnen, die vom Insolvenzverwalter eingefordert werden könnten.

Dies ist wahrlich eine erschreckende Erkenntnis und sollte den CFB-Fonds-Anlegern zu denken geben. Wie mag das Geschäftsjahr 2017 verlaufen? Wie soll man dies bewerten? Wird es das Jahr der Entscheidung? Gibt es denn gar keinen Ausweg?

Nunmehr wird klar: Die Schiffsfondsbeteiligung ist eine hoch spekulative Anlage mit erheblichen unternehmerischen Risiken, bei der auch mit dem Totalverlustrisiko und Insolvenz gerechnet werden muss. Für Anleger mit dem Anlageziel „Altersvorsorge“ sind geschlossene Fonds und damit auch Schiffsfonds nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs generell nicht geeignet und hätten von vornherein gar nicht empfohlen werden dürfen.

Die Anteile des Fonds wurden im Exklusivvertrieb der Dresdner Bank (nunmehr Commerzbank AG) vertrieben, die dafür Provisionen erhalten hat. Folgt man der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (sog. Kick-Back-Rechtsprechung) muss die Bank, wenn sie den Kunden nach den Kriterien der anleger-und objektgerechten Beratung beraten will, über Höhe ihrer Rückvergütung aufklären, die sie von der Fondsgesellschaft erhält. Der Anleger ist erst dann in der Lage, Interessenkonflikte der Bank zu erkennen.

Ungewiss ist auch, ob die Anlageberater der Dresdner Bank AG (nunmehr Commerzbank AG) die CFB-Fonds-Anleger ordnungsgemäß über die Risiken ihrer Anlage aufgeklärt und den Prospekt übergeben haben. Ob dies in der Vergangenheit geschehen ist, ist im Einzelfall zu prüfen.

Bei bereits vorliegenden Urteilen, zum Beispiel des Landgerichts Frankfurt am Main ist eine Aufklärung der Anleger durch die Bank über die gerade im Hinblick auf ihr Anlageziel „Altersvorsorge“ mit dieser Beteiligung verbundenen Risiken ist nicht erfolgt. Ebenso wurde über Provisionszahlungen nicht ausreichend aufgeklärt. Mithin sind die klagenden Fondszeichner nicht anlegergerecht beraten worden und erhalten Schadenersatz. Dies sind Urteile, die CFB-Anlegern Mut machen sollten!

Was können nun die Anleger des CFB Fonds 166 Twins 1 tun? Sind die Anleger nicht anleger-und objektgerecht beraten worden, so haben sie nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes Anspruch auf Schadenersatz. Nach Rückübertragung ihres Fondsanteils erhalten die Anleger ihre geleisteten Einzahlungen zurück. Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen

 

PS: Um Rechtssicherheit zu erhalten, bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist, in Erfüllung unserer satzungsgemäßen Aufgaben, kostenlos. Sie erfahren, ob Sie Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus. Sie erhalten damit eine Entscheidungsgrundlage!