Captura GmbH

Captura GmbH (Inhaberschuldverschreibungen, Nachrangdarlehen u.a.) – Kapitalanlage mit Risiko! – Schlechte Erfahrungen für Anleger!

Es waren einmal die zwei Brüder Christoph und Marcus S., die gründeten im Jahre 2010 im schönen München die Firma Captura GmbH. „Captura“? Ist das nicht der lateinische Begriff für „Gewinn“? Fragt sich nur: „Gewinn für wen?“

Fangen wir aber von vorn an. Der Geschäftszweck der Firma Captura GmbH sollte darin bestehen, Darlehen privater Anleger einzuwerben, die dann in diverse Projekte, vorzugsweise Immobiliengeschäfte investiert werden sollten.

Betrachten wir exemplarisch das Geschäftsfeld mit den Unternehmensanleihen (z. B. Inhaber-Teilschuldverschreibung Serie 33). Geworben wurde mit markigen Worten: „geringer Kapitalaufwand“, „außerordentlich hohe Rendite“, „hohe Sicherheit“. Erwerben sollten die Captura-Anleger eine Unternehmensanleihe in Gestalt von auf den Inhaber lautenden Teilschuldverschreibungen (§ 793 BGB). Versprochen wurde ein fester attraktiver Zins (7,65 % p.a.) mit einer kurzen Laufzeit (180 Tage). Die Mindestzeichnungssumme betrug 3.000 Euro. Die Inhaberteilschuldverschreibung wurde auch noch als festverzinsliches Wertpapier und Rentenpapier angepriesen.

Der Anleger unterliegt dabei einem Blind-Pool-Risiko, da er vorab nicht weiß, in welche Projekte investiert wird und ist auf Gedeih und Verderb von der wirtschaftlichen Entwicklung der Zielunternehmen abhängig, welches auch ein Totalverlustrisiko einschließt. Welche Erfahrungen er dabei macht, bleibt offen.

Durch die Captura wurde allerdings damit geworben, dass ein Rechtsanwalt aus München als Treuhänder fungieren würde, der eine Mittelfluss- und Mittelverwendungskontrolle vornimmt. Ein entsprechender Treuhand- und Verwaltungsvertrag wurde werbewirksam gleich in den Vertriebsunterlagen mit aufgeführt.

Durch die Captura wurden Investitionen in diverse Projektgesellschaften vorgenommen. So ging die Captura auch diverse stille Beteiligungen ein, beteiligte sich als Kommanditistin oder GbR-Gesellschafterin. Später wurden die Projektgesellschaften auch als GmbH & Co. KG´s ausgestaltet. Zu diesem Zweck wurde auch noch eine eigene Firma, die Captura Projekte GmbH mit Sitz in Grassbrunn gegründet.

Das Geschäft der Captura war von Friktionen geprägt. Der Aufbau eines Netzwerkes von Vermittlern wurde in Angriff genommen, denen erhebliche Provisionen in Aussicht gestellt wurden und die über die zuerst offerierten Anleihen der Captura Millionen einwerben konnten. Durch die Captura-Macher wurde selbst eingeräumt, dass sie den Vermittlern anfangs höhere Provisionen zahlen mussten, um den Markteintritt als „Start-Up“ zu erreichen.

Aufgrund regelmäßiger Auseinandersetzungen mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) musste sich die Captura mit dem Vorwurf unerlaubter Kreditgeschäfte auseinandersetzen und stellte demzufolge das Geschäft von Inhaberteilschuldverschreibungen auf die Einwerbung von Nachrangdarlehen um. Interessanterweise wurden die Nachrangdarlehen mit ähnlichen Werbeanpreisungen unter die Leute gebracht.

Mittlerweile arbeitete man mit Hunderten Vermittlern zusammen, die über 3.000 Verträge an Land gezogen haben.

Gleichwohl zeigte sich, dass die Captura GmbH, das Geschäft auf der Ebene der Projektgesellschaften nicht im Griff hatte und zunehmende Auseinandersetzungen mit Projektpartner das Geschehen prägten. Die Projekte gerieten ins Stocken und die Captura räumte selbst ein, dass es beim Abverkauf der Immobilien zu Verzögerungen kam bzw. die Vertragspartner gar nicht zahlten.

Auch auf der Ebene der Vermittler kam es zu Schwierigkeiten, da die Captura die gesetzlichen Verschärfungen der Anforderungen nicht effektiv umsetzen konnte. Die Einwerbung von Nachrangdarlehen lief nur noch schleppend und die Vermittler wurden unruhig. Informationen über Zahlungsschwierigkeiten machten die Runde, die Website war nicht mehr erreichbar und es kam, wovor schon viele Kenner der Szene gewarnt hatten: der Insolvenzantrag!

Das ist schon bitter für Anleger, die ihr Geld in eine Firma mit dem schönen lateinischen Namen „Captura“ investiert haben. Gewinn hat im Zweifel, das Bruderpaar gemacht! Die Captura-Anleger sollten jetzt aber handeln, wenn sie zumindest Verluste vermeiden wollen!

Klar ist jetzt: Die Anleihen und Nachrangdarlehen als Kapitalanlage sind mit speziellen Risiken verbunden. Die Anleger sind in Wohl und Weh auf die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft angewiesen. Mithin verbindet sich mit diesen Kapitalanlagen das Risiko des Teil- oder gar des Totalverlustes des eingesetzten Kapitals.

Was können nun die Captura-Anleger tun? Die Anlageberater der Vertriebsfirmen haben die Pflicht, die Anleger anleger- und anlagegerecht zu beraten. Die Anlageberater müssen über das bestehende Totalverlustrisiko und die mangelnde Eignung von Anleihen und Nachrangdarlehen zur Altersvorsorge aufklären. Wurden die die Anleger nicht über die enormen Risiken aufgeklärt, könnten sich daraus Schadensersatzansprüche ergeben.

Auch mögliche Haftungsansprüche gegen den Treuhänder und Mittelverwendungskontrolleur sind zu prüfen.

Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen.

 

P.S. Wie sind ihre Erfahrungen mit der Captura GmbH? Als besonderen Service bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihrer Angelegenheit vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist kostenlos. Sie erfahren, ob Sie Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus.