Astoria Organic Matters Fonds

Kapitalanlage mit Risiko! – Schlechte Erfahrungen für Anleger!

Wie konnte man werbewirksam auf der Website der Astoria Invest AG lesen: „Eine Kapitalanlage bei der Ökologie und Ökonomie stimmen ...“ Gar „Eine Revolution in der organischen Abfallwirtschaft“ wurde den Anlegern versprochen. Durch die Astoria Invest AG sollte der Bau und der Betrieb von industriellen Kompostierungsanlagen initiiert werden. Dabei sollten privaten Kapitalanlegern ertragreiche Beteiligungen in einem stabilen Wachstumsmarkt angeboten werden.

Im Handelsregister finden wir drei Kommanditgesellschaften:

 

·         Astoria Organic Matters GmbH & Co. KG

·         Astoria Organic Matters 2 GmbH & Co. KG

·         Astoria Organic Matters 3 GmbH & Co. KG

 

Werfen wir exemplarisch einen kurzen Blick auf die Astoria Organic Matters GmbH & Co. KG.

Auch hier fungierte die Astoria Invest AG als Emissionshaus, Konzeptionärin bzw. Anbieterin und Prospektverantwortliche. Ebenso nahm sie Aufgaben als Kommanditistin wahr.

Anleger konnten sich mit einer Mindestzeichnungssumme von 15.000 Euro entweder mittelbar als Treugeber über die Treuhandkommanditistin (Convent Beteiligungsgesellschaft mbH) oder auch direkt an dem Fonds beteiligen. Die Zeichnungsfrist sollte am 30.06.2013 und die Laufzeit des Fonds prognosegemäß bereits am 31.12.2018 enden.

Die Mittelverwendungskontrolle sollte über eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sichergestellt werden, die die Zahlungsströme während der Investitionsphase überwachen sollte.

Schauen wir uns auch einmal genauer die Gesamthöhe der Provisionen an. Die stolze Summe von 17 % der angebotenen Vermögensanlagen inkl. Agio wird ausgewiesen. Das müsste zuerst erst einmal wieder verdient werden. Wurden die Anleger der Astoria Organic Matters Fonds darüber aufgeklärt?

Wir erinnern uns: Die Zeichnungsfrist für die Fondsgesellschaft Astoria Organic Matters GmbH & Co. KG sollte am 30.06.2013 enden. Im gleichen Jahr sollte mit dem Bau der Kompostieranlage in Kanada begonnen werden. Bereits 2014 sollte die Aufnahme des Betriebes erfolgen und schon 2017 der Verkauf der Anlage vollzogen werden. Soweit der Plan.

Schauen wir uns nun die Fakten in Form des Jahresabschlusses der Fondsgesellschaft Astoria Organic Matters GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr 2015 an. Die Fertigstellung der Kompostieranlage scheint sich weiter erheblich zu verzögern. Zu Umsetzung des Bauvorhabens ist die Finanzierung des weiter notwendigen Kapitalvolumens in Höhe von knapp 7 Millionen CAD erforderlich. Auch hier soll erst im November 2015 die Zusage einer kanadischen Bank erteilt worden sein. Wie sich diese Verzögerungen der bewilligten Kreditmittel auf den geplanten Baufortschritt auswirken werden, kann sich jeder vorstellen.

Im Jahresabschluss 2015 muss von der Fondsgesellschaft eingeräumt werden, dass entgegen der Prognose 2014 noch keine Ausschüttungen erfolgt sind, um die nötige Liquidität der Gesellschaft zu gewährleisten. Offene Verbindlichkeiten gegenüber der Astoria Private Equity GmbH und der Astoria PartnerManagement GmbH wurden bis 31.12.2016 gestundet und sind mithin später auch noch zu bezahlen.

Zusätzlich musste eine Kapitalrückführung von 30.000 Euro von der kanadischen Tochtergesellschaft vorgenommen werden, um die Liquidität der Astoria Organic Matters GmbH & Co. KG zu gewährleisten. Dabei wird für die kanadische Tochtergesellschaft Astoria Organic Matters Canada LP im Geschäftsjahr 2015 ein Verlust von 1.380.576 CAD ausgewiesen.

Auch die Fondsgesellschaft Astoria Organic Matters GmbH & Co. KG selber muss in ihrer Gewinn- und Verlustrechnung für die Jahre 2014 einen Jahresfehlbetrag von 152.222,69 Euro und für 2015 einen Jahresfehlbetrag von 148.079,28 Euro ausweisen.

Nur als Fußnote sei erwähnt, dass in Jahresabschluss 2014 für die Fondsgesellschaft Astoria Organic Matters 2 GmbH & Co. KG sogar eine bilanzielle Überschuldung ausgewiesen wird. Dies ist ein klares Warnzeichen, was auch bei der Beurteilung einer Kapitalanlage aus dem Hause Astoria berücksichtigt werden sollte. Hier ist mehr als fraglich, ob die vertriebenen Namensschuldverschreibungen propektgemäß bedient werden können.

Wie hieß es noch auf der Website der Astoria Invest AG: Alles „simply green“ und „simply great“.

Leider sind diese Kapitalanlagen des Emissionshauses Astoria Invest AG weder „simply“ oder gar „great“, sondern wohl eher ein Reinfall für die Anleger.

Viele Anleger Astoria Organic Matters Fonds werden sich sicher fragen, wie dies wohl noch weitergeht und war sie jetzt tun können.

Die Anlageberater der Vertriebsfirmen haben die Pflicht, die Anleger anleger- und anlagegerecht zu beraten. Die Anlageberater müssen über das bestehende Totalverlustrisiko und die mangelnde Eignung der Kapitalanlage für den sicherheitsorientierten Anleger zur Altersvorsorge aufklären. Wurden die die Anleger nicht über die enormen Risiken aufgeklärt, könnten sich daraus Schadensersatzansprüche ergeben.

Die Anleger sollten schnell handeln und ihre Ansprüche prüfen lassen!

 

PS: Wie sind ihre Erfahrungen mit den Astoria Organic Matters Fonds? Um Rechtssicherheit zu erhalten, bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist, in Erfüllung unserer satzungsgemäßen Aufgaben, kostenlos. Sie erfahren, ob Sie Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie bitte den Fragebogen aus. Sie erhalten damit eine Entscheidungsgrundlage!