R & R First Concept, Berlin

Stand:05.02.2008

 

Die R&R First Concept GmbH ist ein Unternehmen aus Berlin, das steuerbegünstigte Immobilien vertreibt.

In der Nürnberger Straße im Zentrum Berlins befindet sich die neueste Anschrift der R & R First Concept. Ihre Macher sind Roman Navratil und Raimar Michaelis. Beide sind „Lehrlinge“ des 2006 unter fragwürdigen Umständen in Dubai ums Leben gekommenen Reno Clemann, alias Reno Lemke. Als Clemanns Topleute haben sie sich 2003 selbstständig gemacht und in Berlin Grunewald, später dann am Sachsendamm ein nach außen renommiertes Unternehmen mit imposantem Wappen etabliert. Zumindest Roman Navratil wollte schon immer mehr scheinen als sein. So liegt uns eine Visitenkarte des „Dr. Roman Navratil“ vor, die er in seiner Clemann-Zeit benutzt hat.

 

Auch sonst halten wir die Methoden der R & R First Concept für unseriös. Die Kundenanbahnung erfolgt über einen wettbewerbsrechtlich verbotenen Cold Call, dem Anruf, der einen kalt erwischt und vor dem die Verbraucherzentrale Berlin unter der Überschrift „Tatwaffe Telefon“ warnt. Der Angerufene wird gefragt, ob er Steuern sparen will. Wer will das nicht? Den Interessenten sucht dann ein R & R First Concept Mitarbeiter auf und erklärt ihm, dass man zunächst einmal nur eine Vermögensanalyse machen wolle. Erst im Rahmen dieser Analyse könne geprüft werden, ob sich der Interessierte in den Kreis der glücklichen Steuersparer einreihen könne.

 

Bei dem daran anschließenden Besuch im Büro wird dann erklärt, der Erwerb einer Immobilie sei der optimale Weg zum Steuernsparen. Zum Erwerb der Immobilie brauche man kein eigenes Kapital. Das Ganze rechne sich trotz der Fremdfinanzierung durch die steuerlichen Vergünstigungen und die Mieteinnahmen praktisch von allein. Lediglich eine kleine Zuzahlung sei zu erwarten. Später, nach Ablauf der steuerlichen Förderung, könne man das Objekt mit Gewinn verkaufen.

 

Damit dem Interessenten das Geschäft nicht ein anderer wegschnappt, muss nun schnell ein Termin beim Notar gemacht werden. Es soll dort ja nur ein Angebot abgegeben werden. Alles geht ganz schnell. Die Anleger fühlen sich regelmäßig überrumpelt. Auch von der Vielzahl der Unterschriften, die sie leisten müssen (alles nur Formalitäten).

 

Tatsächlich jedoch erwirbt der Anleger eine Eigentumswohnung. Die versprochene geringe Zuzahlung fällt häufig höher aus. Schwierigkeiten wird der Anleger spätestens dann bekommen, wenn er die Wohnung wieder weiterverkaufen will. Es funktioniert nicht. Der von ihm gezahlte Kaufpreis ist beim Weiterverkauf nicht annähernd zu erzielen. Selbst wenn er sich auf einen herben Verlust einließe, würde die finanzierende Bank dem Verkauf nicht zustimmen. Diese wird die Löschungsbewilligung nur erteilen, wenn das Darlehen vollständig zurückgezahlt werden kann. Dazu wird ein Anleger selten in der Lage sein. Der Anleger sitzt in der Falle. Der Verkauf ist praktisch nicht möglich. Er wird bei einer regelmäßigen Darlehenslaufzeit von 25 Jahren monatlich draufzahlen. Ein völlig unsinniges Geschäft, das wohl kaum zustande gekommen wäre, wenn der Anleger wahrheitsgemäß und vollständig über all diese für ihn wichtigen Aspekte aufgeklärt worden wäre. Dazu ist ein Anlageberater jedoch verpflichtet.

 

Verstößt der Anlageberater gegen diese Verpflichtung, haften er aber auch der Verkäufer dem Käufer auf Schadensersatz. Der Käufer wird so gestellt, als er hätte er die Wohnung nie gekauft.

 
P.S. Als besonderen Service bieten wir Ihnen an, eine Ersteinschätzung Ihres Falles vornehmen zu lassen. Diese Ersteinschätzung ist kostenlos. Sie erfahren, ob Sie überhaupt Erfolgsaussichten haben und wenn ja, welche Kosten Ihnen gerichtlich bzw. außergerichtlich entstehen würden. Wenn Sie an der Ersteinschätzung Interesse haben, füllen Sie den Fragebogen aus.